Seit dem 17. Januar diesen Jahres ist klar, dass die NPD zwar eine verfassungswidrige aber wegen ihrer Bedeutungslosigkeit dennoch legale Partei ist. Im Saarland ist die NPD trotz bundesweit sinkender Mitgliederzahlen sowie zahlreicher Skandale und Querelen eine bedeutende Kraft innerhalb der extremen Rechten. Sie kämpft aktuell darum, bei den kommenden Landtagswahlen die 1%-Marke zu überspringen, um von der Wahlkampfkostenerstattung zu profitieren. Ferner wollen Akteure der Saar-NPD im März ihren Bundesparteitag im Saarbrücker Schloss durchführen. Im Hinblick auf den Landtagswahlkampf hat die Partei innerparteiliche Gräben vorläufig überbrückt und neue Unterstützer rekrutiert. All dies nehmen wir zum Anlass, die Partei mit dieser Recherche-Info näher unter die Lupe zu nehmen.
Lesehinweis: Anti-Antifa, Provokateure und Schlägertrupps im Saarland
Auf Indymedia Linksunten ist bereits am 19. Februar ein Artikel erschienen, der sich mit verschiedenen saarländischen Anti-Antifa-Aktivisten beschäftigt. Wir teilen die Einschätzungen im Artikel in weiten Teilen und empfehlen daher an dieser Stelle die Lektüre: https://linksunten.indymedia.org/en/node/204361 / .pdf-Datei
Kein NPD-Bundesparteitag in Saarbrücken!

Die NPD will am 11. März 2017 ihren Bundesparteitag für die anstehenden Bundes- und Landtagswahlen in Saarbrücken abhalten. Hierzu hat ihr der Regionalverband Saarbrücken den prunkvollsten Versammlungsraum in Saarbrücken ohne nennenswerte Gegenwehr zur Verfügung gestellt: Das Saarbrücker Schloss.
brutal und national!
Obwohl die NPD-Saar nach allerlei internen Peinlichkeiten derzeit keine realistischen Aussichten hat, bei den anstehenden Wahlen überhaupt mehr als 1% zu erreichen und auch wenn sie durch den Erfolg der AfD bereits vollends zur Kleinstpartei verkommen ist, soll ihre Bedeutung für die rechte Szene deutschlandweit nicht unterschätzt werden. Erst jüngst flog ein neu gegründetes rechtes Terrornetzwerk auf, das von dem selbst ernannten Druiden Burghard Bangert ins Leben gerufen wurde. Bangert hatte die besten Beziehungen zu lokalen und überregionalen NPD-Größen und beteiligte sich mehrfach an Veranstaltungen von „SageSa“ und „Bündnis Saar“.
Im Saarland ist die NPD trotz alledem immer noch eine Größe, mit der gerechnet werden muss. Nicht nur sitzt die NPD in mehreren Stadträten (Saarbrücken, Völklingen) und gewann bei den letzten Wahlen überdurchschnittlich viele Stimmen im Vergleich zum restlichen Westen Deutschlands, sondern lebt und arbeitet fast die gesamte Partei-Elite in diesem Bundesland und lenkt die Geschicke der NPD bundesweit. Daher ist auch die Wahl des Veranstaltungsortes kein Zufall. Weiterlesen
Fernsehberichte über „Fake-News“
In den vergangenen Wochen sind gleich zwei Fernsehberichte erschienen, die sich mit „Fake-News“ auseinandersetzen. In beiden Beiträgen werden die digitalen Hetzkampagnen der Saarbrücker NPD-Politikerin Jacqueline Süßdorf, die aktuell für den Landtag kandidiert, erwähnt. Bereits am 26.01. berichtete das ARD-Magazin Kontraste unter dem Titel „Fake News — Eine unkalkulierbare Gefahr für die Demokratie“ über Süßdorf. In der Spiegel TV Ausgabe vom 05.02. ging es unter dem Titel „ Lügen, hetzen und denunzieren — Wer sind die Verfasser von Fake News?“ erneut um erfundene Nachrichten. Im Rahmen der Sendung versuchten die Redakteure auch Süßdorf mit ihren Machenschaften zu konfrontieren. Dabei versteckte sich die, sonst vorlaute, Naziaktivistin in ihrem PKW und verfasste anschließend eine skurril anmutende „Stellungnahme“ auf Facebook, die wir an dieser Stelle, neben den Fernsehberichten, ebenfalls dokumentieren. Anhand der Beiträge wird erneut deutlich, dass die saarländische Naziszene bundesweit mehr Bedeutung erlangt und entschlossen bekämpft werden muss. Zugleich zeigt der Beitrag aber auch, wie angreifbar rechte Aktivisten sind, wenn sie öffentlich angegangen werden. Weiterlesen
Rechtes Terrornetzwerk um Burghard Bangert, auch bekannt als „Lügen-Gandalf“ aufgeflogen – enge Kontakte ins Saarland sind belegt
Vielen unserer Leser_innen dürfte Burghard Bangert als Lügen-Gandalf bekannt sein. Insbesondere zwischen November 2014 und Mai 2015 mussten ihn viele live ertragen, wenn er seine Auftritte im Rahmen von SageSa und im direkten Umfeld von Jacqueline Süßdorf hatte. Auch in den sozialen Netzwerken fiel er immer wieder auf mit übelster rassistischer und antisemitischer Hetze bis hin zu Mordaufrufen. Am Mittwoch, dem 25.01.2017 sahen sich die Behörden gezwungen auf die immer offeneren Ankündigungen zu reagieren und wurden fündig. Bei Hausdurchsuchungen in verschiedenen Bundesländern wurden zahlreiche Waffen gefunden und Hinweise auf ein rechtes Terrornetzwerk. Trotz außerordentlich guten Verbindungen von Bungart zur NPD Saar und ihrer Tarnorganisation SageSa, in deren Umfeld es auch immer wieder zu zahlreichen Aufrufen zum Terror kommt, blieben die Behörden im Saarland diesbezüglich untätig.
Pressemitteilung: Rechtes Terror-Netzwerk mit engen Kontakten zur Saar-NPD

Bangert im Kreise anderer Nazis von der inzwischen geschlossenen Kneipe “Jackys” in der Hochstraße.
Am Mittwoch, dem 25. Januar 2017 kam es in mehreren Bundesländern zu Hausdurchsuchungen bei Mitgliedern einer vermeintlichen rechten Terrorgruppe, die der Reichsbürgerbewegung zugerechnet wird. Als Kopf gilt der in Schwetzingen, bei Heidelberg wohnhafte selbsternannte Druide Burghard Bangert. Bei Bangert wurden laut Saarbrücker Zeitung neben Munition auch scharfe Waffen gefunden, darunter eine geladene Pumpgun. Zwischen Bangert und der extrem rechten Szene im Saarland kann eine enge Zusammenarbeit nachgewiesen werden.
Insbesondere zwischen November 2014 und Mai 2015 hielt sich Burghard Bangert häufig im Saarland auf und unterstützte die von dem NPD-Aktivisten Sascha Wagner ins Leben gerufene Tarnorganisation „Saarländer gegen Salafisten“ (SageSa), die noch immer versucht mit Kleinstkundgebungen auf sich aufmerksam zu machen (zuletzt anlässlich des Besuchs von Angela Merkel am 17. November 2016).
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Dokumentation: Burghard Bangert – Neo-Druide, Reichsbürger, Antisemit
Auf linksunten.indymedia.org ist am 26.01.2017 unter https://linksunten.indymedia.org/de/node/202088 ein Text des Antifaschistischen Axioms über Burghard Bangert erschienen, den wir an dieser Stelle dokumentieren: Weiterlesen
Gut besuchte Veranstaltung in Saarbrücken zum NSU-Prozess
Über 60 Besucher_innen kamen am vergangenen Sonntag, dem 4. Dezember 2016 zu unserer Veranstaltung „NSU-Prozess – Blick in den Abgrund“ ins kino achteinhalb. Fritz Burschel, Prozessbeobachter und Mitarbeiter bei dem antifaschistischen Projekt NSU-Watch gewährte auf Einladung der Antifa Saar / Projekt AK, der Peter Imandt – Gesellschaft, der Saarbrücker Gesellschaft für kritisches Denken und Handeln – CriThink! e.V. und der Heinrich Böll Stiftung Saar einen Einblick in die Abgründe des in München stattfindenden NSU-Prozesses. Er machte darauf aufmerksam, dass die (mediale) Fixierung auf die Person Beate Zschäpe die eigentlichen Skandale um die Zusammenarbeit der Behörden mit dem Nazi-Netzwerk NSU in den Hintergrund treten lässt. Nach seinem beeindruckenden Vortrag beantwortete er die zahlreichen Fragen und Diskussionsbeiträge des interessierten Publikums und machte auf das für Mai 2017 geplante Tribunal „NSU-Komplex auflösen“ in Köln aufmerksam.
Aktuelle Dokumentation zum NSU
https://www.nsu-watch.info/
Informationen zum NSU-Tribunal in Köln
http://nsu-tribunal.de/
Erfolgreiches antifaschistisches Vortrags- und Tagungswochenende in Saarbrücken-Malstatt
Ein erfolgreiches antifaschistisches Vortrags- und Tagungswochenende fand am 2. und 3. Dezember im Saarbrücker Stadtteil Malstatt statt. Über 50 Teilnehmer_innen aus dem Saarland und dem restlichen Bundesgebiet folgten der Einladung der Antifa Saar / Projekt AK, CriThink e.V. und der Rosa-Luxemburg Stiftung Berlin. Freitags referierte der Historiker und konkret-Autor Erich Später über die autonome saarländische Republik von 1947 bis 1955 und die saarlandspezifischen politischen Verhältnisse, die sich daraus und durch ihr Scheitern für Antifaschist_innen ergeben.
Samstags referierte Natascha Strobel aus Österreich über die Identitäre Bewegung in Frankreich, Österreich und der Bundesrepublik Deutschland. Andreas Kemper stellte wesentliche inhaltliche und organisatorische Merkmale der AfD vor.In der gemeinsamen Diskussion wurden diese Einschätzungen kritisch hinterfragt und mögliche Gegenstrategien erörtert.
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NSU: Blick in den Abgrund — Vortrag & Prozessbericht mit Friedrich Burschel
Sonntag, 4. Dezember 2016
18.00 Uhr
kino achteinhalb, Nauwieser Str. 19
66111 Saarbrücken
Antidemokratische Inlandsgeheimdienste, unkontrolliertes V‑Mann-Unwesen, Nazi-Terror-Szene, rassistische Ermittlungen und Staatsversagen: Zwingende Konsequenzen aus dem NSU-Komplex Seit vielen Monaten tritt der Münchener NSU-Prozess auf der Stelle. Auch nach den medial geradezu hysterisch gehypten und dann so dreisten und banalen Aussagen der beiden Hauptangeklagten kurz vor dem Jahresende 2015, nach über 60 unverschämt auftretenden Zeug_innen aus der deutschen Nazi-Szene und ständigen Ausfällen von Prozesstagen bleibt es auch nach über 280 Prozesstagen schwierig, das Verfahren vor dem Oberlandesgericht (OLG) München einzuschätzen, mit dem Geschehen außerhalb des Gerichtssaals in Beziehung zu setzen und ein Ende mit einem Urteil abzusehen. Bizarre Ungleichzeitigkeiten des Innen und Außen des Prozesses charakterisieren die aktuelle Entwicklung: beantwortet jedoch sind die allerwenigsten Fragen vom Beginn des Prozesses, geklärt kaum eine der zahllosen, haarsträubenden Ungereimtheiten, die die Diskussion bestimmen. Gesellschaftliche und politische Konsequenzen spielen im Alltag vor Gericht und in den (unterdessen ZWÖLF) Parlamentarischen Untersuchungsausschüssen so gut wie keine Rolle. Im Gegenteil, die Zuspitzung „Dem Inlandsgeheimdienst konnte nichts besseres passieren als der NSU“ ist so gültig wie schon kurz nach dem Aufliegen des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU). Bei immer neuen entpolitisierten „Sex & Crime“-Schlagzeilen im NSU-Kontext punkten Medien in der kurzlebigen Aufmerksamkeitsökonomie ohne die wesentlichen Fragen zu stellen.
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