Aufruf: Kundgebung | Sonntag, 19. Juni 2016 | 14 Uhr | Völklinger Hütte

Völk­lin­gen: Ver­drän­gen, Leug­nen, Rein­waschen

vr-gedenksteinWeltkul­turerbe Völk­linger Hütte: Ort der Aus­beu­tung und NS-Kriegswirtschaft

Die Völk­linger Hütte, die nach ihrer Stil­l­le­gung 1986 viele Jahre vor sich hin ros­tete, hat sich in den ver­gan­genen Jahren als Zen­trum saar­ländis­ch­er „Indus­triekul­tur“ zu ein­er der wichtig­sten touris­tis­chen Sehenswürdigkeit­en des Saar­lan­des entwick­elt. Mehrere hun­dert­tausend Besucher_innen lock­en die ver­schiede­nen Ausstel­lun­gen, Musik-Fes­ti­vals und das Fer­ro­drom jährlich in die alten Anla­gen der Völk­linger Stahl­pro­duk­tion, die eine imposante Kulisse für Pop-Art, Eth­no-Kitsch und mod­erne Musik bieten. Auch zur Funk­tion­sweise der alten Anlage kön­nen die Besucher_innen so manch­es ler­nen, speziell für Kinder wird die zugrunde liegende Tech­nik, Chemie und Physik im Fer­ro­drom erleb­bar gemacht. Die Völk­linger Hütte, 1994 von der UNESCO zum Weltkul­turerbe erk­lärt, gilt im Saar­land als Parade­beispiel für den erfol­gre­ichen Struk­tur­wan­del, weg von der Schw­erindus­trie hin zu einem mod­er­nen Dien­stleis­tungs- und Touris­mus­stan­dort. Doch der schöne Schein hat so manchen Makel. Weit­er­lesen

Vortragsveranstaltungen im Rahmen der Kampagne HASSHATKONSEQUENZEN:

vr-gedenksteinAm 19. Sep­tem­ber 2016 jährt sich zum 25. Mal der Todestag von Samuel Kofi Yeboah. Er fiel bere­its 1991 einem ras­sis­tis­chen Bran­dan­schlag in Saar­louis zum Opfer. Damals wie heute dominierten in Deutsch­land Forderun­gen der Recht­en die Öffentliche Debat­te. Wir wollen Tat­en wie den Mord an Samuel Yeboah in ihrem gesellschaftlichen Kon­text betra­cht­en und aufzeigen, wohin uns der Mob führt, der aktuell auf den Straßen und in den Par­la­menten gegen Flüchtlinge het­zt. Wenn die saar­ländis­che Zivilge­sellschaft men­schen­feindliche Entwick­lun­gen nicht tolerieren will, muss sie sich mit den hier began­genen Akten recht­en Ter­rors auseinan­der­set­zen. Mit der Kam­pagne „HASSHATKONSEQUENZEN“ wollen wir aufzeigen, welche Akte rechter und reak­tionär­er Gewalt im Saar­land verübt wur­den. Unser Ziel ist ein würdi­ges Gedenken an die Opfer rechter Gewalt zu etablieren. Wir wollen zur kri­tis­chen Auseinan­der­set­zung anre­gen. Allerd­ings wollen wir dabei nicht ste­hen­bleiben. Daher möcht­en wir mit euch die aktuelle poli­tis­che Lage disku­tieren und Möglichkeit­en zur Ein­mis­chung aufzeigen. Wie kön­nen wir im Kleinen und im Großen auf aktuelle Entwick­lun­gen Ein­fluss nehmen? Wie kann prak­tis­che Hil­fe für Geflüchtete ausse­hen? Wie kön­nen wir der wach­senden Bedro­hung von Rechts begeg­nen?

Die Ref­er­entIn­nen wer­den in einem kurzen Vor­trag einen Abriss zu reak­tionär­er Gewalt im Saar­land geben und die Kam­pagne „Hass hat Kon­se­quen­zen“ als Beispiel der Inter­ven­tion vorstellen. Danach beste­ht die Möglichkeit sich auszu­tauschen.

Bish­erige Ter­mine:

  • Fre­itag – 10. Juni 2016, 19:00: Blieskas­tel / P‑Werk (Blick­weil­er­str. 11, 66440 Blieskas­tel)
  • Sam­stag – 18. Juni 2016, 19:00: Saar­brücken / Galerie im Filmhaus (Mainz­er Str. 8, 66111 Saar­brücken)
  • Fre­itag – 8. Juli, 19:00: Saar­louis / juz Utopia (Lis­dor­fer Str. 16a, 66740 Saar­louis)
  • Mittwoch – 20. Juli, 19:00 Uhr: Dillin­gen / Falken­büro (Stumm­straße 36, Dillin­gen)

Pressemitteilung: Antifa Saar richtet virtuellen Gedenkstein für Samuel Yeboah ein

vr-gedenksteinNach­dem die Stadt Saar­louis sich seit 25 Jahren weigert, des durch einen ras­sis­tis­chen Anschlag ermorde­ten Samuel Yeboah zu gedenken, hat die Antifa Saar / Pro­jekt AK seit dem 28.04.2016 unter der Adresse www.samuel-yeboah.de einen virtuellen Gedenkstein ein­gerichtet, der zum einen ein würde­volles Andenken an Samuel Yeboah darstellen soll und zum anderen Inter­essierten Infor­ma­tio­nen zum Mord anbi­eten möchte.

Am 19. Sep­tem­ber 2016 jährt sich zum 25. Mal der Todestag von Samuel Kofi Yeboah. Der poli­tis­che Flüchtling aus Ghana wurde 1991 durch einen ras­sis­tis­chen Bran­dan­schlag auf eine Flüchtling­sun­terkun­ft in Saar­louis-Fraulautern ermordet. Die Täter wur­den nie ermit­telt.

Bis heute erken­nt die Stadt Saar­louis Yeboah nicht als Opfer rechter Gewalt an und lässt es nicht zu, dass an einem zen­tralen Platz in der Stadt an ihn erin­nert wird. Die Stadt geht sog­ar aktiv gegen ein Gedenken vor: Eine während ein­er Demon­stra­tion anlässlich des 10. Todestages 2001 ange­brachte Gedenk­tafel wurde auf direk­te Ver­an­las­sung des Ober­bürg­er­meis­ters Hans-Joachim Fontaine (CDU) ent­fer­nt.

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Bericht zur Gedenkveranstaltung für Samuel Yeboah

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Am Sam­stag, dem 19. Sep­tem­ber fand in Saar­louis eine Gedenkver­anstal­tung für Samuel Kofi Yeboah, der vor 24 Jahren Opfer eines Bran­dan­schlages in Saar­louis-Fraulautern wurde, statt. Aufgerufen zur Demon­stra­tion hat­te der Linksju­gend [’sol­id]- Kreisver­band Saar­louis, der mit dem Ver­weis, dass die Stadt Saar­louis nach 24 Jahren ein angemessenes Gedenken an das Opfer immer noch ver­mis­sen lässt, Samuel Yeboah und allen anderen Opfer ras­sis­tis­ch­er Gewalt gedenken wollte.

Unter den 70 Teilnehmer_innen befan­den sich zahlre­iche autonome Antifaschist_innen.
Vom Park­platz gegenüber des JuZ Utopia ging es durch die Fußgänger­zone in Rich­tung Rathaus. Da par­al­lel in Saar­louis der „Tag des Handw­erks“ stat­tfand, war die Saar­louis­er Innen­stadt gut besucht, wodurch die Demon­stra­tion große Aufmerk­samkeit auf sich zog. Wir kon­nten durch diesen Umstand mehrere hun­dert Fly­er unter die Leute brin­gen und viele Pas­san­ten kon­tak­tieren. Dabei stießen wir neben den üblichen Pöbeleien auch auf viel Zus­pruch und kon­nten unsere Kri­tik im direk­ten Gespräch ver­mit­teln.
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Kurzmeldung: Antifa Saar / Projekt AK bei Gedenkkongress 2015 in Leipzig

gedenkkongress_bannerVom 11. bis 13. Sep­tem­ber 2015 fand in Leipzig der erste „Gedenkkongress“ statt. Ver­schiedene Ini­tia­tiv­en, die sich teil­weise schon seit vie­len Jahren mit Erin­nerungsar­beit für Opfer neon­azis­tis­ch­er und ras­sis­tis­ch­er Gewalt beschäfti­gen, haben unter dem Mot­to „NSU-Gedenken im Kon­text bish­eriger Gedenk- und Erin­nerungspoli­tik nicht­staatlich­er Grup­pen an rechte Morde und Gewalt­tat­en“ nach Leipzig geladen, um einen Aus­tausch der ver­schiede­nen lokalen Ini­tia­tiv­en zu ini­ti­ieren und die Frage zu disku­tieren, wie nicht­staatlich­es Gedenken und Erin­nern ger­ade auch nach den Erfahrun­gen mit dem „NSU-Kom­plex“ ausse­hen kann. Vertreter_innen der Antifa Saar / Pro­jekt AK informierten im Rah­men der Eröff­nungsver­anstal­tung am Fre­itag über rund 20 Jahre Gedenkar­beit zum Mord an Samuel Yeboah am 19.9.1991 in Saar­louis. Die vielfälti­gen Ver­anstal­tun­gen des Woch­enen­des boten einiges an Kri­tik, aber auch zahlre­iche Ideen und pos­i­tive Rück­mel­dun­gen für zukün­ftige Pro­jek­te. Der inhaltliche Input wie auch die angestoßene Ver­net­zung mit anderen Grup­pen, die zu ein­er ähn­lichen The­matik arbeit­en, wer­den sicher­lich ihren Wider­hall im näch­sten Jahr find­en, wenn sich der ras­sis­tis­che Mord an Samuel Yeboah zum 25. Mal jährt.

Web­seite des Kongress: www.gedenkkongress.de

Presse­berichte zum Kongress:
Jun­gle World, 17.9.2015
Neues Deutsch­land, 14.9.2015

Gedenken an Samuel Kofi Yeboah

Pressemit­teilung [PDF]

Am heuti­gen Sam­stag, den 19.9.2015, fand in Saar­louis eine Gedenkdemon­stra­tion für den vor 24 Jahren durch einen ras­sis­tis­chen Bran­dan­schlag in Saar­louis-Fraulautern ermorde­ten Samuel Yeboah statt. An der unter anderem von der Linksju­gend Saar organ­isierten Aktion beteiligten sich ca. 70 Antifaschist_innen.

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Der Demon­stra­tionszug zog von der Lis­dor­fer Straße durch die Fußgänger­zone zum Saar­louis­er Rathaus, wo in Anlehnung an die Zahl der Opfer ras­sis­tis­ch­er Gewalt in der wiedervere­inigten BRD 189 Schweige­sekun­den ein­gelegt wur­den.
Ein Sprech­er der Organisator_innen erin­nerte vor Ort daran, dass der anlässlich des 10. Jahrestages ange­brachte Gedenkstein durch die zuständi­gen Behör­den umge­hend ent­fer­nt wurde.

Nach Auflö­sung der Demon­stra­tion begaben sich noch ca. 35 Men­schen zum Tatort in der Saar­louis­er Straße in Fraulautern, wo bis heute nichts mehr an das Geschehen erin­nert. Während ein­er kurzen Gedenkz­er­e­monie, an der auch Anwohner_innen teil­nah­men, wur­den Blu­men niedergelegt und Kerzen aufgestellt, sowie ein Plakat mit dem Kon­ter­fei Samuel Yeboahs platziert.

Ein Sprech­er der Antifa Saar / Pro­jekt AK wies in ein­er Rede darauf hin, dass der Bran­dan­schlag im Kon­text mit den Pogromen in Hoy­er­swer­da (17.–23.9.1991) betra­chtet wer­den müsse und erschreck­ende Par­al­le­len zu den heuti­gen Ereignis­sen, beispiel­sweise im säch­sis­chen Hei­de­nau und saar­ländis­chen Weiskirchen, wo ein ras­sis­tis­ch­er Über­griff durch die zuständi­gen Behör­den zuerst ver­schwiegen und dann herun­terge­spielt wurde, zu erken­nen sind. Ein ander­er Red­ner berichtete von einem Gedenkkongress in Leipzig, am ver­gan­genen Woch­enende mit teil­weise 200 Teilnehmer_innen, auf dem die Antifa Saar / Pro­jekt AK auch über den Mord an Samuel Yeboah und den Umgang damit seit­ens Behör­den und zivilge­sellschaftlich­er Grup­pen referierte.

Die Antifa Saar / Pro­jekt AK spricht sich für einen kon­se­quenten Antifaschis­mus aus und ruft dazu auf, Pogrome zu ver­hin­dern, bevor sie entste­hen.

ANTIFA SAAR / PROJEKT AK

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Dokumentation: Gedenken an Samuel Kofi Yeboah – Saarlouiser Straße umbenannt

Dokumentation des Berichts von “PK Saar” auf linksunten.indymedia.org

Umbenennung der Saarlouiser Straße in Samuel-Yeboah-StraßeSaar­louis. Am heuti­gen Fre­itag, 19. Sep­tem­ber, wurde die Saar­louis­er Straße im Stadt­teil Fraulautern von mehreren Aktivis­ten in Samuel-Yeboah-Straße umbe­nan­nt. Die Bewohner­in­nen und Bewohn­er der Straße wur­den mit einem Brief über die Änderung ihrer Anschrift informiert. Anlass ist der Todestag von Samuael Kofi Yeboah. Am Tag genau vor 23 Jahren starb der damals 27jährige Ghanaer bei einem Bran­dan­schlag auf ein Asyl­be­wer­ber­heim in der Saar­louis­er Straße. Zeit­gle­ich zur Straßenum­be­nen­nung erin­nerte eine Anti­ras­simus­gruppe in der Saar­brück­er Bahn­hof­s­traße mit einem Info­s­tand an die Ereignisse der Todesnacht. Unbekan­nte set­zten in der Nacht vom 18. auf 19. Sep­tem­ber 1991 das Trep­pen­haus des Heims mit Ben­zin in Brand und versper­rten so den Bewohn­ern den Fluchtweg. Yeboah kon­nte nur noch tot in seinem Zim­mer gebor­gen wer­den, zwei weit­ere Flüchtlinge aus Nige­ria wur­den ver­let­zt.

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Dokumentation des Redebeitrages der Antifa Saar auf der Demonstration am 24.09.2011

Rede­beitrag der Antifa Saar Pro­jekt / AK anlässlich der Demon­stra­tion „20. Todestag von Samuel Yeboah – Demon­stra­tion gegen Ras­sis­mus und deutschen Nation­al­is­mus am 24.09.2011“ in Saar­louis.

[Rede­beitrag als PDF]

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Pressemitteilung: Neonazis prügeln Demo-Teilnehmer ins Krankenhaus

Saar­louis / Dillin­gen, den 28.09.2011
Nach Demon­stra­tion gegen Ras­sis­mus in Saar­louis — Neon­azis prügeln Demo-Teil­nehmer ins Kranken­haus

Wie erst jet­zt bekan­nt wurde, wur­den am ver­gan­genen Sam­stag min­destens zwei Men­schen Opfer neon­azis­tis­ch­er Attack­en in Saar­louis und Dillin­gen. Bei den Tätern han­delt es sich um Mit­glieder der Nazi-Kam­er­ad­schaft „Stur­m­di­vi­sion Saar“, die ihren Schw­er­punkt im saar­ländis­chen Dillin­gen hat. Bere­its während der Auf­tak­tkundge­bung der Demon­stra­tion anlässlich des 20. Todestages von Samuel Yeboah am Sam­stag Nach­mit­tag ver­sucht­en Mit­glieder dieser Kam­er­ad­schaft am Rande zu provozieren. Nach Infor­ma­tio­nen der Antifa Saar / Pro­jekt AK kam es auch schon im Vor­feld der Demon­stra­tion durch diese Gruppe zu einem Angriff auf einen anreisenden Teil­nehmer in Saar­louis. Weit­er­lesen

Bericht: 200 Teilnehmer_innen bei Demonstration in Gedenken an Samuel Yeboah in Saarlouis

In Gedenken an den vor 20 Jahren durch einen ras­sis­tis­chen Bran­dan­schlag ermorde­ten Flüchtling Samuel Yeboah fand am ver­gan­genen Sam­stag eine Demon­stra­tion gegen Ras­sis­mus und deutschen Nation­al­is­mus in der Saar­louis­er Alt­stadt statt. Die rund 200 Teilnehmer_innen macht­en fast drei Stun­den auf das nach wie vor fehlende öffentliche Gedenken an die Tat und den gesellschaftlichen Kon­text, in dem diese entste­hen kon­nte, aufmerk­sam. Weit­er­lesen