Pressemitteilung: 150 Menschen nehmen an Kundgebung zur Erinnerung an Samuel Yeboah teil – Antifa Saar spricht von rechtem Terror-Netzwerk

150 Men­schen fol­gten heute dem Aufruf der Antifa Saar / Pro­jekt AK und weit­er­er Organ­i­sa­tio­nen zur Gedenkkundge­bung anlässlich des 29. Jahrestages der Ermor­dung Samuel Yeboahs. Dieser wurde durch einen ras­sis­tis­chen Bran­dan­schlag in Saar­louis-Fraulautern ermordet. Erst vor kurzem wur­den die Ermit­tlun­gen wieder aufgenom­men und erst jet­zt geht auch die Polizei von Tätern aus der Neon­azi-Szene aus.

Sara Jost, Press­esprecherin der Antifa Saar / Pro­jekt AK: „Wir sind mehr als ges­pan­nt, ob die Ermit­tlun­gen der saar­ländis­chen Polizei etwas Neues zu Tage fördern oder ob diese nur dazu führen den Fall endgültig wieder auf Eis zu leg­en. Es ste­ht zu befürcht­en, dass ver­heerende Ermit­tlungs­fehler oder gar Ver­strick­un­gen der damals einge­set­zten Beamten und struk­tureller Ras­sis­mus bei der Polizei ver­tuscht wer­den, wenn nun die eige­nen Kol­le­gen und Amt­snach­fol­ger ermit­teln.

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Pressemitteilung: Antifa Saar / Projekt AK veranstaltet Kundgebung zur Erinnerung an Samuel Yeboah

Am kom­menden Sam­stag, den 19.09.2020 ver­anstal­tet die Antifa Saar / Pro­jekt AK gemein­sam mit weit­eren Grup­pen in Saar­louis auf dem Kleinen Markt eine Kundge­bung zur Erin­nerung an Samuel Yeboah, der vor 29 Jahren durch einem ras­sis­tis­chen Bran­dan­schlag ermordet wurde. Beginn ist um 15.00 Uhr.

Seit der Ermor­dung Samuel Yeboahs im Jahr 1991 weisen Aktivist_innen aus antifaschis­tis­chen Grup­pen immer wieder auf den ras­sis­tis­chen Hin­ter­grund der Tat hin, der sich vor allem auch aus dem Kon­text der Tat ergibt. Die Ermit­tlun­gen wur­den jedoch nach nicht mal einem Jahr eingestellt.

Sowohl die Stadt Saar­louis als auch die Polizei leug­nen seit­dem, dass sich in Saar­louis eine mil­i­tante rechte Szene etabliert hat­te, deren Vertreter bere­its 1986 in einem Inter­view mit dem Stern ankündigten, auch Morde bege­hen zu wollen.

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Pressemitteilung: Burschenschaft Ghibellinia aus Saarbrücken offenbar in antisemitischen Übergriff in Heidelberg involviert

Wie die Antifaschis­tis­che Ini­tia­tive Hei­del­berg (AIHD/iL) in ein­er Presseerk­lärung mit­teilt, scheint auch ein Mit­glied der Saar­brück­er Burschen­schaft „Ghi­bellinia zu Prag“ in eine anti­semi­tis­che Gewalt­tat ver­wick­elt zu sein.

Mehrere Burschen­schafter sollen dem­nach am Abend des 28. August 2020 im Haus der „Nor­man­nia“ in Hei­del­berg ein Mit­glied der „Alten Leipziger Lands­man­nschaft Afra­nia“ als Juden beschimpft, mit Geld­münzen bewor­fen und mit Gürteln ver­prügelt haben. An dem Angriff seien neben Aktiv­en Stu­den­ten der „Nor­man­nia“ auch Mit­glieder der Burschen­schaften „Ghi­bellinia zu Prag in Saar­brück­en“ und „Ger­ma­nia Köln“ beteiligt gewe­sen.

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Pressemitteilung: Polizei setzt erneut Nazikonzert im Saarland durch

Am 22. Feb­ru­ar 2019 feierten rund 50 Nazis und Hooli­gans mit der Naz­iband „Kat­e­gorie C“ in Heili­gen­wald / Polizei erzwingt Durch­führung gegen den Willen des Ver­pächters.

Pressemit­teilung vom Abend des 22. Feb­ru­ar:

Im Schif­fweil­er Ort­steil Heili­gen­wald find­et zur Stunde ein Konz­ert der Recht­srock­band „Kat­e­gorie C“ statt. Rund 50 Neon­azis aus dem Saar­land, Rhein­land-Pfalz, Baden-Würt­tem­berg und Bay­ern feiern unter Polizeis­chutz in einem Ver­anstal­tungslokal in der Pestalozzis­traße zu der „Musik“ der Hooli­gan-Rock­er aus Bre­men. Dass – und vor allem wie – das kon­spir­a­tiv bewor­bene Konz­ert in dieser Form stat­tfind­en kann, ist ein poli­tis­ch­er Skan­dal.

Der Ver­pächter der Lokalität wurde über den Hin­ter­grund der Ver­anstal­tung bewusst getäuscht: angekündigt wurde eine „kleine Feier mit Gitarre“. Nach­dem der wahre Charak­ter am gestri­gen Don­ner­stag bekan­nt wurde, wollte der Ver­pächter seine Räume nicht länger zur Ver­fü­gung stellen. Die Neunkircher Polizei sowie der polizeiliche Staatss­chutz set­zten ihn jedoch mit falschen Behaup­tun­gen unter Druck und drängten ihn zur Schlüs­selüber­gabe an die Nazis.

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Pressemitteilung zum „Nationalen Widerstand Zweibrücken“

Die Antifa Saar / Pro­jekt AK hat eine Recherche über die Nazikam­er­ad­schaft „Nationaler Wider­stand Zweibrück­en“ (NWZ) veröf­fentlicht. Außer­dem ist es gelun­gen, die vom NWZ in der Ver­gan­gen­heit für die Ver­bre­itung ihrer men­schen­ver­ach­t­en­der Pro­pa­gan­da genutzte Inter­net­do­main (www.nationaler-widerstand-zweibrücken.org) zu übernehmen. Statt Nazi­parolen sind dort nun Infor­ma­tio­nen über Aktiv­itäten und Per­so­n­en der Zweibrück­er Naziszene zu find­en.

Am 10.03.2018 (nach der Veröf­fentlichung unseres Recherche-Infos unter www.nationaler-widerstand-zweibrücken.org) präsen­tierte der NWZ sich mit diesem Trans­par­ent in Hom­burg und machte damit selb­st auf unsere Recherche aufmerk­sam. 😀
(Bildquelle: Kai Schw­erdt)

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Zur aktuellen Berichterstattung: Saarländische „Hammerskins“ seit Jahren in Grenzregion aktiv

Ein Gedenkstein für eine SS-Divi­sion, den saar­ländis­che Neon­azis auf einem Grund­stück im gren­z­na­hen franzö­sis­chen Ort Eschviller aufgestellt hat­ten, sorgt in Frankre­ich wie auch im Saar­land für einiges Auf­se­hen. Am ver­gan­genen Don­ner­stag wurde die Nazi-Stele von der Gen­darmerie beschlagnahmt und ein Ermit­tlungsver­fahren wegen Störung der öffentlichen Ord­nung ein­geleit­et. Weit­er­lesen

Erfolgreicher Protest gegen Nazikundgebung in Saarbrücken

200 Antifaschist_innen ver­hin­dern Nazikundge­bung im Nauwieser Vier­tel – Nazis müssen geplanten Kundge­bung­sort aufgeben

Etwa 200 Antifaschist_innen stell­ten sich am heuti­gen Mon­tag, 29. Juli 2013, ein­er Naz­imah­nwache in der Saar­brück­er Innen­stadt ent­ge­gen. Der vom Lud­wigshafen­er Nazikad­er Chris­t­ian Hehl angemelde­ten Kundge­bung zur Freilas­sung des NS-Kriegsver­brech­ers Erich Priebke fol­gten weniger als 20 Nazis aus dem Saar­land und aus Rhein­land – Pfalz.
Die Nazi­wah­nwache kon­nte auf­grund des antifaschis­tis­chen Protests nicht wie geplant vor dem ital­ienis­chen Kon­sulat im Saar­brück­er Nauwieser Vier­tel stat­tfind­en, son­dern wurde von der Polizei vor die Europa Galerie ver­legt. Dort kon­nten sie anfangs nahezu ungestört ihre Mah­nwache abhal­ten. Nach Ankun­ft der Gegen­demon­stra­tion aus dem Nauwieser Vier­tel wurde die Nazikundge­bung laut­stark gestört, sodass die Nazis ihre Mah­nwache been­de­ten und den Rück­zug Rich­tung Saar­brück­er Haupt­bahn­hof antrat­en. Dabei grif­f­en sie trotz Polizeibegleitung auf Höhe der Saar­bahn­hal­testelle Gegendemonstrant_innen an.

Dazu führt Alexan­der Breser, Press­esprech­er der Antifa Saar / Pro­jekt AK, aus: „Die einge­set­zte Polizei war offen­sichtlich mit der Gesamt­si­t­u­a­tion über­fordert, konzen­tri­erte sich lediglich auf das Schikanieren von Gegendemonstrant_innen und war nicht in der Lage zu ver­hin­dern, dass Nazis Antifaschist_innen angreifen und ver­let­zen kon­nten.“

Im weit­eren Ver­lauf wur­den min­destens drei Antifaschist_innen ungerecht­fer­tigt vor­läu­fig festgenom­men. Die Polizei ver­frachtete die Nazis auf­grund der für sie unüber­sichtlichen Sit­u­a­tion am Saar­brück­er Haupt­bahn­hof in ihre Mannschaftswa­gen und ließ sie später in einem bere­it­gestell­ten Lin­ien­bus aus der Stadt fahren. Für die Antifaschist_innen endete der Tag mit ein­er Spon­tandemon­stra­tion durch die Saar­brück­er Fußgänger­zone.

Alexan­der Breser zieht ein pos­i­tives Faz­it: „Dass es uns inner­halb sehr kurz­er Zeit gelun­gen ist so viele Men­schen auf die Straße zu brin­gen und die Nazikundge­bung nicht wie geplant stat­tfind­en zu lassen, ist als Erfolg zu bew­erten. Dafür danken wir allen engagierten Antifaschist_innen, die heute mit uns auf die Straße gegan­gen sind. Wir wer­den auch weit­er­hin unseren Wider­stand auf die Straße tra­gen, wenn Nazis in Saar­brück­en ver­suchen aktiv zu wer­den.“

Presseartikel:
Saar­brück­er Zeitung vom 30.07.2013: Krawall bei rechter Kundge­bung [PDF]
SR — Online vom 29.07.2013: Zusam­men­stöße mit Neon­azis in Saar­brück­en [PDF]
SR 3 vom 29.07.2013: Demo gegen Nazi-Mah­nwache [MP3]
Aktueller Bericht vom 29.07.2013: Proteste gegen Nazikundge­bung in Saar­brück­en [Youtube]

Weit­ere Bilder: http://www.flickr.com/photos/bundphotography/sets/72157634848755574/

Nachtrag: Skandalöser Prozess gegen Antifaschisten endet mit Einstellung

Heute mor­gen fand am Amts­gericht in Saar­brück­en ein Prozess wegen „Land­friedens­bruch“ gegen mehrere Antifaschis­ten aus dem Umfeld des selb­stver­wal­teten Jugendzen­trums Neunkirchen statt. Vorge­wor­fen wurde ihnen am 13. Jan­u­ar 2008 den, zu diesem Zeit­punkt in Neunkirchen ansäs­si­gen, Naziladen „First Class Streetwear“ mit Steinen und Farbe ange­grif­f­en zu haben. Der heutige Prozess wurde von unge­fähr 60 Antifaschist_innen begleit­et, die Sol­i­dar­ität mit den Angeklagten zeigten. Weit­er­lesen

Pressemitteilung: Verfassungsschutz und Polizei an der Saar verharmlosen die rechte Szene

Ver­fas­sungss­chutz und Polizei an der Saar ver­harm­losen die rechte Szene — die Opfer neon­azis­tis­ch­er Gewalt wen­den sich aus berechtigtem Mis­strauen erst gar nicht an diese Behör­den

Auf­grund der all­ge­meinen Empörung über die neon­azis­tis­chen Mord­tat­en des soge­nan­nten „Nation­al­sozial­is­tis­chen Unter­grunds“ kom­men in der Berichter­stat­tung der saar­ländis­chen Medi­en nun auch wieder gehäuft Vertreter des saar­ländis­chen „Ver­fas­sungss­chutzes“ zu Wort. Dabei wird weit­er dreist die rechte Szene an der Saar ver­harm­lost und zahlre­iche von ihr aus­ge­hende Tat­en ent­poli­tisiert und bagatel­lisiert. Die Antifa Saar / Pro­jekt AK beze­ich­net dies als Strate­gie der Ver­harm­lo­sung.

So äußerte beispiel­sweise ein Vertreter des saar­ländis­chen „Ver­fas­sungss­chutzes“ bezüglich der per­ma­nen­ten Über­griffe durch Neon­azis auf Ander­s­denk­ende im Raum Püt­tlin­gen in der Saar­brück­er Zeitung vom 26./27. Novem­ber diesen Jahres, dass „die dor­ti­gen Kon­flik­te (…) jedoch nicht als poli­tisch (…), son­dern als lokale Machtkämpfe“ einzuord­nen seien. Weit­er­lesen

Pressemitteilung: Neonazis prügeln Demo-Teilnehmer ins Krankenhaus

Saar­louis / Dillin­gen, den 28.09.2011
Nach Demon­stra­tion gegen Ras­sis­mus in Saar­louis — Neon­azis prügeln Demo-Teil­nehmer ins Kranken­haus

Wie erst jet­zt bekan­nt wurde, wur­den am ver­gan­genen Sam­stag min­destens zwei Men­schen Opfer neon­azis­tis­ch­er Attack­en in Saar­louis und Dillin­gen. Bei den Tätern han­delt es sich um Mit­glieder der Nazi-Kam­er­ad­schaft „Stur­m­di­vi­sion Saar“, die ihren Schw­er­punkt im saar­ländis­chen Dillin­gen hat. Bere­its während der Auf­tak­tkundge­bung der Demon­stra­tion anlässlich des 20. Todestages von Samuel Yeboah am Sam­stag Nach­mit­tag ver­sucht­en Mit­glieder dieser Kam­er­ad­schaft am Rande zu provozieren. Nach Infor­ma­tio­nen der Antifa Saar / Pro­jekt AK kam es auch schon im Vor­feld der Demon­stra­tion durch diese Gruppe zu einem Angriff auf einen anreisenden Teil­nehmer in Saar­louis. Weit­er­lesen