Pressemitteilung: Burschenschaft Ghibellinia aus Saarbrücken offenbar in antisemitischen Übergriff in Heidelberg involviert

Wie die Antifaschis­tis­che Ini­tia­tive Hei­del­berg (AIHD/iL) in ein­er Presseerk­lärung mit­teilt, scheint auch ein Mit­glied der Saar­brück­er Burschen­schaft „Ghi­bellinia zu Prag“ in eine anti­semi­tis­che Gewalt­tat ver­wick­elt zu sein.

Mehrere Burschen­schafter sollen dem­nach am Abend des 28. August 2020 im Haus der „Nor­man­nia“ in Hei­del­berg ein Mit­glied der „Alten Leipziger Lands­man­nschaft Afra­nia“ als Juden beschimpft, mit Geld­münzen bewor­fen und mit Gürteln ver­prügelt haben. An dem Angriff seien neben Aktiv­en Stu­den­ten der „Nor­man­nia“ auch Mit­glieder der Burschen­schaften „Ghi­bellinia zu Prag in Saar­brück­en“ und „Ger­ma­nia Köln“ beteiligt gewe­sen.

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Tagung in Malstatt gegen die „autoritäre Revolte“

Knapp 40 Antifaschist*innen trafen sich am Son­ntag, dem 19. Novem­ber im Saar­brück­er Stadt­teil Mal­statt, um sich für die anste­hen­den gesellschaftlichen Kämpfe gegen den zunehmenden Recht­sruck ein­er­seits und die Ver­harm­lo­sung islamistis­ch­er Bewe­gun­gen ander­er­seits mit notwendi­gem Wis­sen auszurüsten. Als Ref­er­ent ein­ge­laden hat­ten wir den His­torik­er Volk­er Weiß, der mit seinem aktuellen Buch „Die autoritäre Revolte – die Neue Rechte und der Unter­gang des Abend­lan­des“ eine präzise Analyse der Neuen Recht­en vorgenom­men hat. In mehreren Beiträ­gen stellte er The­sen aus seinem Werk vor. Ver­tieft wurde ins­beson­dere die Rolle der Presse, die auf die Strate­gie der Metapoli­tik der Neuen Recht­en immer wieder here­in fällt. . Dabei wur­den auch Gegen­vorschläge zum medi­alen Umgang unter­bre­it­et. Deut­lich dargestellt wurde, anhand ein­er „Fam­i­lien­auf­stel­lung“ der Neuen Recht­en, dass diese so neu gar nicht ist. Von Weit­er­lesen

Hanns-Martin Schleyer und die deutsche Vernichtungspolitik in in Prag

Don­ner­stag, 21.09.2017
19.00 Uhr Filmhaus, Schau­platz
Mainz­er Straße 8, Saar­brück­en

Vor­trag und Diskus­sion mit Erich Später

Hanns-Martin Schleyer und die deutsche Vernichtungspolitik in Prag

Ver­anstal­terin­nen: Antifa Saar / Pro­jekt AK; Cri­Think! e.V., Hein­rich-Böll-Stiftung Saar, Linksju­gend sol­id Saar­land

Mit der Beset­zung Prags begann am 15. März 1939 eine sech­sjährige deutsche Ter­rorherrschaft über das „Reich­spro­tek­torat Böh­men und Mähren“. Es wurde dem deutschen Herrschafts­bere­ich eingegliedert, von deutschen Konz­er­nen und Banken aus­ge­plün­dert, das Eigen­tum sein­er 80.000 jüdis­chen Bürger*innen an deutsche Banken, Konz­erne, Gemein­den, Wohlfahrtsver­bände und Zehn­tausende Volksgenoss*innen verteilt. Erich Später schildert in seinem Buch den Prozess der Entrech­tung, Enteig­nung, Depor­ta­tion und Ermor­dung der tschechis­chen Juden. Beispiel­haft rekon­stru­iert er die Enteig­nung und Ermor­dung des jüdis­chen Ehep­aares Waign­er, dessen Prager Vil­la ein Objekt der Begierde hoher Nazi-Funk­tionäre wurde. Den Zuschlag für die „Judenvil­la“ erhielt schließlich der SS-Offizier Hanns-Mar­tin Schley­er. Die Geschichte der Vil­la Waign­er und hier erst­mals pub­lizierte Doku­mente über das Schick­sal der jüdis­chen Besitzer*innen sowie über die Nazikar­ri­eren der Bewohner*innen ihrer arisierten Vil­la machen die Erken­nt­nis unauswe­ich­lich: Ohne Män­ner wie Hanns-Mar­tin Schley­er wäre wed­er der Ver­nich­tungskrieg im Osten noch der Holo­caust möglich gewe­sen.

Lesehinweis: Vice berichtet über Christian Wirth

172720Die Vice hat unsere Pressemit­teilung zur Mit­glied­schaft von Chris­t­ian Wirth (Kom­mis­arisch­er Vertreter der AfD im Saar­land) in der recht­en Burschen­schaft “Ghi­bel­li­na zu Prag in Saar­brück­en” aufge­grif­f­en und berichtet im Artikel “Die AfD-Einzelfälle der Woche: Ein rechter Burschen­schafter und ein Neon­azi-Sym­pa­thisant” über den Vor­fall.

Update — 14.04.16: In der Vice ist ein weit­er­er Artikel erschienen, in dem der Vor­fall Erwäh­nung find­et.

 

AfD macht Bock zum Gärtner: Kommissarischer Vertreter ist Mitglied in rechter Burschenschaft

Pressemitteilung:

Nach der Auflö­sung des saar­ländis­chen Lan­desver­ban­des der AfD hat der Bun­desvor­stand der Partei mit Chris­t­ian Wirth min­destens eine Per­son zur Vertre­tung bes­timmt, die Mit­glied in der recht­en Burschen­schaft „Ghi­bellinia zu Prag in Saar­brück­en“ ist.

172720
Nach­dem der Lan­desver­band der AfD erst let­zte Woche wegen Verbindun­gen zur recht­en Szene aufgelöst wurde, ist mit Chris­t­ian Wirth ein Mit­glied der schla­gen­den Burschen­schaft „Ghi­bellinia zu Prag in Saar­brück­en“ zu einem der drei kom­mis­sarischen Vertreter des Lan­desvor­standes bes­timmt wor­den. Die in Saar­brück­en-Schei­dt ansäs­sige Burschen­schaft „Ghi­bellinia zu Prag in Saar­brück­en“ ist in der Ver­gan­gen­heit nicht nur durch ihre unge­broch­ene Tra­di­tion zur nation­al­sozial­is­tis­chen Ver­nich­tungselite im Prag der 1930er Jahre aufge­fall­en, son­dern auch mehrfach durch ihre Kon­tak­te zur extremen Recht­en. So ver­suchte die Burschen­schaft im Win­terse­mes­ter 2012/2013 ein Mit­glied der Saar­ländis­chen Naziszene für die Verbindung anzuwer­ben. Weit­er­lesen

Germania” & “Ghibellinia” im Jahr 2014

In der Nacht auf den 5. März wurde das Verbindung­shaus der Saar­brück­er Burschen­schaft “Ger­ma­nia” von Antifaschist_innen mit Farbe ver­schön­ert.

Das Haus der "Germania" in vollem Wichs

Das Haus der “Ger­ma­nia” in vollem Wichs

Die “Ger­ma­nia” schreibt in ihrer „Stel­lung­nahme“, dass sie zu ihren sog. ”Werten” (Gott, Ehre, Frei­heit, Vater­land) ste­ht und, dass sie ‘’solch feige Attack­en” verurteilt. Neben ihren ”Werten” trägt die Burschen­schaft zu allem Über­fluss auch noch den Wahlspruch ”Deutsch ist die Saar” (Siehe dazu: Recherche-Info zur Ghi­bellinia). Weit­er­lesen

Von Adorno-Zitaten und der NPD

Die Burschen­schaft „Ghi­bellinia zu Prag in Saar­brück­en“ hat­te ihre Online-Aktiv­itäten nach diversen Skan­dalen (erin­nert sei z. B. an rechte Ref­er­enten, Geschicht­sre­vi­sion­is­mus, Kon­tak­te zu Mit­gliedern der saar­ländis­chen Kam­er­ad­schaftsszene, Witze über Verge­wal­ti­gun­gen, Aufrufe zum „Pogrom“ und zur „Neger­jagd“) für einige Zeit auf Face­book ver­lagert und ver­fügt nun über eine über­ar­beit­ete Web­site. Auf dieser präsen­tiert sich die Burschen­schaft als „lib­er­al-kon­ser­v­a­tive Stu­den­ten­verbindung der Mitte“, die gute „Ver­hält­nisse“ zur saar­ländis­chen Poli­tik und Uni­ver­sität des Saar­lan­des hat.

Nach­dem die Ghi­bellinia in den let­zten zwei Jahren in ein­er bre­it­eren Öffentlichkeit in die Kri­tik ger­at­en ist und mit einem Anse­hensver­lust zu kämpfen hat, gibt sich die Burschen­schaft nun gesprächs­bere­it gebenüber ihren „Kri­tik­ern“ und Men­schen mit „Vorurteilen“. Dazu zitiert die Ghi­bellinia nun aus­gerech­net Theodor W. Adorno, den Philosophen und Sozi­olo­gen und Begrün­der der kri­tis­chen The­o­rie, mit den Worten: „Das Hal­b­ver­standene und Hal­ber­fahrene ist nicht die Vorstufe der Bil­dung, son­dern ihr Tod­feind.“

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Ach ja, die schon wieder …

Die Burschen­schaft Ghi­bellinia fällt mal wieder durch ihre Affinität zur extremen Recht­en auf. Mit Josias Schmidt, der bei ihnen als Keil­gast geladen ist, wer­ben sie aktiv um ein Mit­glied der Saar­ländis­chen Naziszene.

Die Ghi­belli­nen oder hochof­fiziell die „Burschen­schaft Ghi­bellinia zu Prag in Saar­brück­en“ ist schon ein selt­samer Haufen. Von ferne betra­chtet ein stu­den­tis­ch­er Vere­in, der sich der Pflege bizarrer Rit­uale, dem Tra­gen albern­er Kostüme ver­schrieben hat und dessen Mit­glieder halb­tags dem Bier trinken und dem “Deutsch­sein” nachge­hen. So weit so trau­rig und eigentlich nicht der Rede wert, wären da nicht die ständi­gen ras­sis­tis­chen, sex­is­tis­chen und nation­alchau­vin­is­tis­chen Aus­fälle ihrer Mit­glieder und gäbe es nicht Über­schnei­dun­gen mit der offen auftre­tenden Naziszene.

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Ach ja, die schon wieder…

Die Bur­schen­schaft Ghi­bel­li­nia fällt mal wie­der durch ihre Affi­ni­tät zur extre­men Rech­ten auf. Mit Josias Schmidt, der bei ihnen als Keil­gast gela­den ist, wer­ben sie aktiv um ein Mit­glied der Saar­län­di­schen Nazi­szene.

Die Ghi­bel­li­nen oder hoch­of­fi­zi­ell die „Bur­schen­schaft Ghi­bel­li­nia zu Prag in Saar­brü­cken“ ist schon ein selt­sa­mer Hau­fen. Von ferne betrach­tet ein stu­den­ti­scher Ver­ein, der sich der Pflege bizar­rer Rit­uale, dem Tra­gen alber­ner Kos­tüme ver­schrie­ben hat und des­sen Mit­glie­der halb­tags dem Bier trin­ken und dem “Deutsch­sein” nach­ge­hen. So weit so trau­rig und eigent­lich nicht der Rede wert, wären da nicht die stän­di­gen ras­sis­ti­schen, sexis­ti­schen und natio­nal­chau­vi­nis­ti­schen Aus­fälle ihrer Mit­glie­der und gäbe es nicht Über­schnei­dun­gen mit der offen auf­tre­ten­den Naziszene.

 

Aktu­ells­tes Bei­spiel: Seit Beginn des Win­ter­se­mes­ters 2012/13 bewegt sich Josias Schmidt aus Neun­kir­chen im Umfeld der Ghi­bel­li­nia. Schmidt, der im ers­ten Semes­ter Jura an der Uni­ver­si­tät des Saar­lan­des stu­diert, ist Teil ein­er grö­ße­ren Nazi­cli­que aus Fried­richts­thal und Umge­bung (siehe Fotos am Ende des Bei­trags). Dies scheint die Har­mo­nie zwi­schen ihm und der Ghi­bel­li­nia aber nicht zu stö­ren, so war Schmidt „Keil­gast“ (d.h. Gast, der für die Bur­schen gewor­ben wer­den soll) auf dem Wald­fest der Ghi­bel­li­nia (siehe Foto wei­ter unten) und wurde/wird zu den Par­tys der Ghi­bel­li­nia ein­ge­la­den (Bsp.: „Semes­ter­an­tritts­kneipe WS 12/13“ im Haus der Bur­schen­schaft am 13.10.12; „Las Vegas Par­ty“ im Haus der Bur­schen­schaft am 17.11.12).
Es ist nicht wei­ter ver­wun­der­lich, dass eine For­mie­rung wie die Ghi­bel­li­nia sol­che Gestal­ten anzieht. Schon mehr­fach ist die Ghi­bel­li­nia durch das Ver­hal­ten ihrer Mit­glie­der aufge­fall­en:

- Aus ihrer Selbst­dar­stel­lung kann man erfah­ren, dass sie schon 1887 ihre letz­ten jüdi­schen Mit­glie­der aus­ge­schlos­sen haben und dass der Über­fall der Wehr­macht auf die Tsche­cho­slo­wa­kei „die Deut­schen (in Prag) von ein­er unge­heue­ren Bedrü­ckung“ „befre­ite“. Über ihr Mit­glied Hugo Jury, wel­cher sich bei Kriegs­ende sei­ner Ver­haf­tung und Ver­ur­tei­lung durch Selbst­mord ent­zog, wird hin­ge­gen nur etwas ver­druckst berich­tet, dass die­ser „gro­ßen poli­ti­schen Ein­fluss gew[ann]“, (1) wobei kaschiert wird, dass er die­sen Ein­fluss als NSDAP-Größe und Kriegs­ver­bre­cher erlangte.

- Auf Ein­la­dung der Ghi­bel­li­nia spra­chen mehr­fach extrem rechte Refe­ren­ten wie Rein­hard Gün­zel (ehe­ma­li­ger Bri­ga­de­ge­ne­ral, der wegen anti­se­mi­ti­scher Tira­den aus der Bun­des­wehr ent­las­sen wurde) oder etwa Rolf Schlie­rer (Bun­des­vor­sit­zen­der der REP’s). (2)

- Aus einem inter­nen Pro­to­koll der Ghi­bel­li­nia von 2011 kon­nte man ent­neh­men, dass sie zum „Pogrom“ auf­ru­fen, „Neger lyn­chen“ wol­len, eine Ent­schul­di­gung vom Jüdi­schen Welt­kon­gress for­dern oder vom her­bei­bom­ben der Abspal­tung Süd­ti­rols von Ita­lien träu­men (natür­lich alles nur Spaß). (3)

- Im Nach­gang ein­er 2009 im Corp­shaus des „Corps Fran­ko­nia Prag zu Saar­brü­cken“ began­ge­nen Ver­ge­wal­ti­gung an ein­er Stu­den­tin, für die zwei Corps­mit­glie­der 2011 zu mehr­jäh­ri­gen Haft­stra­fen ver­ur­teilt wur­den, (4,5) kam wie­derum eine ganze Rei­he Inter­nas aus dem Innen­le­ben die­ser wider­li­chen Ver­eine ans Licht. Bei­spiels­weise, dass es auch einen sexu­el­len Über­griff eines Ghi­bel­li­nen auf eine Frau am Rande ein­er Ver­an­stal­tung der Ger­ma­nia gege­ben hat, wel­cher dann mit Alko­hol­ver­bot und einem kurz­zei­ti­gen Kos­tüm­tra­ge­ver­bot sank­tio­niert wurde. Dass es hier­bei nicht um die Sank­tio­nie­rung der Tat oder die Reflek­tion der Ereig­nisse, son­dern pri­mär um die Ver­tu­schung der Über­griffe ging, lässt sich gut anhand ein­er Mail der Fran­ko­nia an die Ghi­bel­li­nia zei­gen. In die­ser beschwe­ren sich diese, dass Domi­ni­que Rossi von der Ghi­bel­li­nia Witze über die Ver­ge­wal­ti­gung macht, was für sie ein Pro­blem dar­stellt, denn „Wenn sich die Ereig­nisse, wel­che vor zwei Jah­ren auf unserm Corp­shaus pas­sier­ten, unter den jun­gen Stu­den­ten her­um­spre­chen, kön­nen wir zu sper­ren. Es wäre der Unter­gang unse­res Corps und wir müss­ten sus­pen­die­ren.“ (6)

- Dominique-Chris­t­ian Rossi, wel­cher mitt­ler­weile zu den „Alten Her­ren“ der Ghi­bel­li­nia gehört, hat nach eige­nen Anga­ben auch schon für die rechte Wochen­zei­tung „Junge Frei­heit“ geschrieben.6 Zusam­men mit dem spä­te­ren „Lan­des­ju­gend­spre­cher“ der saar­län­di­schen NPD Tim Stahn und Gün­ther Gabriel, der spä­ter in den Vor­stand der NPD wech­selte, war er 1998–99 in Vor­stands­äm­tern des „Bun­des Freier Bür­ger“ einem Pro­jekt der sog. „Neuen Rech­ten“ orga­ni­siert. (7)

- Da fällt es schon fast nicht mehr ins Gewicht, wenn die vor­mals von Roland The­is, dem CDU-Gen­er­alsekretär im Saar­land, als “hono­rige Män­ner” bezeich­ne­ten Ghi­bel­li­nen von ihren eige­nen Mit­glie­dern instru­iert wer­den müs­sen gefäl­ligst die Füße still zu hal­ten, wenn es sich schon nicht ver­mei­den lässt, dass bedau­er­li­cher­weise eine Tür­kin anwe­send ist: „Ach klei­ner Hin­weis. Mor­gen kommt auch ein alter Mer­zi­ger Fre­und von mir. Mit sei­ner tür­ki­schen Lebens­ge­fähr­tin:-= Könn­test Du die Jungs um Con­tennance bit­ten:-))“ (6)

So zeigt sich wie­der und wie­der, dass sich die Ghi­bel­li­nia trotz gegen­tei­li­ger Bekun­dun­gen nach wie vor am rech­ten Rand bewegt und neben ein­er ideo­lo­gi­schen auch eine per­so­nelle Nähe zur Nazi­szene hat.

Antifa Saar / Pro­jekt AK im Novem­ber 2012

Josias Schmidt beim „Wald­fest“ der Bur­schen­schaft Ghi­bel­li­nia:

(v.l.n.r.): Prof. Dr. Rein­hard Latza (Geschäfts­füh­rer der „Medi­zi­ni­sches Ver­sor­gungs­zen­trum Labor Saar GmbH“), Unbe­kannt, Josias Schmidt, Timm Bren­ner (Fecht­wart der Ghi­bel­li­nia), Mat­thias Immes­ber­ger, Unbe­kannt, Kevin Wal­lus (Schrift­wart der Ghi­bel­li­nia) und Felix Wey­er (Spre­cher der Ghi­bellinia).

Josias Schmidt am 14.03.2009 auf einem Nazi­auf­marsch des „Natio­na­len Wider­stands Zwei­brü­cken“ anläss­lich der Bom­bar­die­rung Zwei­brü­ckens im Zwei­ten Welt­krieg:


Josias Schmidt und David „Dave“ Schulz auf ein­er Nazi­party in Tier­bach­tal:


David Schulz sitzt im Moment in Stutt­gart in Unter­su­chungs­haft. Ihm wird vor­ge­wor­fen, am Rande ein­er Nazi­party die 2011 im baden-würthem­ber­gis­chen Win­ter­bach statt­ge­fun­den hat, zusam­men mit ande­ren Nazis an der ver­such­ten Ver­bren­nung von fünf Men­schen betei­ligt gewe­sen zu sein.(8)

Fuß­no­ten:
(1): http://antifa-saar.org/images/Paulmann_Geschichte.pdf
(2): http://www.dielinke-saar.de/fileadmin/Pdf-Dateien/Burschenschaft.pdf
(3): http://www.fr-online.de/die-neue-rechte/nach-enthuellung-fdp-distanziert-sich-von-burschenschaft,10834438,10897724.html
(4): “Nach Auf­fas­sung des Ober­staats­an­wal­tes sei erwie­sen, dass die bei­den eine 25-jährige Bekan­nte nach einem Besuch in der Saar­brü­cker Disko Kufa im Wohn­heim ein­er stu­den­ti­schen Ver­bin­dung ver­ge­wal­tigt haben. Ob K.O.-Tropfen im Spiel waren, war nicht zu bewei­sen. Die Frau fand sich nach der durch­fei­er­ten Nacht in ein­er Blut­la­che. Eine Freun­din brachte sie in ein Kran­ken­haus.” — Wegen Ver­ge­wal­ti­gung sol­len zwei 27-Jährige lange ins Gefäng­nis — Saar­brü­cker Zei­tung vom 17.02.2011
(5): Haft­stra­fen wegen Ver­ge­wal­ti­gung ein­er 25-Jähri­gen im Wohn­heim — Saar­brü­cker Zei­tung vom 23.02.2011
(6): https://linksunten.indymedia.org/de/node/54552
(7): Anga­ben des Bun­des­wahl­lei­ter 30.04.1999
(8): „Im April 2011 hat­ten einige Fre­unde, deren Fami­lien tür­ki­scher und ita­lie­ni­scher Her­kunft sind, auf einem Gar­ten­grund­stück gegrillt. Gleich­zei­tig waren auf ein­er benach­bar­ten Streu­obst­wiese 70 Ange­hö­rige der rechts­ex­tre­men Szene zu ein­er Geburts­tags­feier zusam­men­ge­kom­men. In der Nacht rie­fen einige zur Hetz­jagd auf die »Kana­ken« auf. Die Ange­grif­fe­nen wur­den geschla­gen und getre­ten, man­che stürz­ten beim Ver­such zu ent­kom­men und erlit­ten schwere Ver­let­zun­gen. Fünf der Gejag­ten ver­schanz­ten sich vor­über­ge­hend in ein­er Holz­hütte des Gar­ten­grund­stücks, die jedoch von den Rechts­ex­tre­men bere­its in Brand gesteckt wurde. Auf­zeich­nun­gen des Not­rufs doku­men­tier­ten vor Gericht die Todes­angst der Ein­ge­schlos­se­nen, die erst im letz­ten Moment die Flucht wag­ten und sich aus der ­nie­der­bren­nen­den Hütte ret­te­ten.“ — Brand­stif­ter als Bie­der­män­ner — Jun­gle World vom 15.11.2012

Frankfurter Rundschau: “Nach Enthüllung: FDP distanziert sich von Burschenschaft”

Frank­furter Rund­schau vom 26. Sep­tem­ber 2011

Nach Enthül­lung: FDP dis­tanziert sich von Burschen­schaft

Von Felix Hel­big

 

Der Alther­ren­vor­stand der Saar­brück­er Ghi­bellinia hat nach den Enthül­lun­gen der Frank­furter Rund­schau über ras­sis­tis­ches Gedankengut in der Burschen­schaft seinen Rück­tritt ein­gere­icht. CDU und FDP dis­tanzieren sich nun deut­lich von der Verbindung.

 

Die Enthül­lun­gen über ras­sis­tis­ches Gedankengut in der Saar­brück­er Burschen­schaft Ghi­bellinia schla­gen weit­er hohe Wellen. Neben der Saar-CDU dis­tanziert sich auch die FDP deut­lich von der schla­gen­den Verbindung. „Die Lib­eralen pfle­gen in kein­er Weise eine beson­dere Nähe zur Ghi­bellinia“, sagte der stel­lvertre­tende FDP-Lan­deschef Sebas­t­ian Greiber der Frank­furter Rund­schau. Zwar habe er im ver­gan­genen Jahr auf ein­er Festver­anstal­tung zum 130-jähri­gen Beste­hen der Burschen­schaft ein Gruß­wort gehal­ten. „Der Satz ‘Die Flamme der Burschen­schaft möge in unserem wun­der­schö­nen Saar­land ewig bren­nen’ ist dort aber nie gefall­en“, sagte Greiber. Vielmehr habe er die ver­sam­melten Burschen mit einem Zitat des franzö­sis­chen Sozial­is­ten Jean Jau­rés dazu aufgerufen, ihre Tra­di­tion „nicht nur rück­wärts gewandt zu ver­ste­hen, son­dern im Heute zu leben.“

 Vor der Zer­reißprobe

Hin­ter­grund ist ein internes Papi­er der Burschen, das die Frank­furter Rund­schau und die Berlin­er Zeitung veröf­fentlicht hat­te. Darin bericht­en die Ghi­bellinia-Aktiv­en über ver­meintliche Pogrome, bei denen sie „Neger gelyncht“ hät­ten, und laden zur „Neger­jagd“ in Afri­ka ein. Bei Ver­anstal­tun­gen der Burschen­schaft waren in der Ver­gan­gen­heit wieder­holt Spitzen­poli­tik­er von der Saar aufge­treten. „Von solchen Ein­las­sun­gen kann man sich gar nicht genug dis­tanzieren“, sagte Greiber. Bei seinem Auftritt habe es aber kein­er­lei Anze­ichen für entsprechen­des Gedankengut in der Ghi­bellinia gegeben. Vielmehr seien dort zahlre­iche hon­orige Per­sön­lichkeit­en aufge­treten. „Wenn das Papi­er den Tat­sachen entspricht, werde ich dort bes­timmt nicht mehr auftreten“, so Greiber. Ähn­lich hat­te sich auch der CDU Gen­er­alsekretär Roland The­is geäußert, der von „abstoßen­dem und wider­lichem Gedankengut“ sprach.

Vor ein­er Zer­reißprobe ste­ht nach den Enthül­lun­gen indessen die Burschen­schaft. Wie die FR erfuhr, hat der Alther­ren­vor­stand der Ghi­bellinia seinen Rück­tritt ein­gere­icht, er äußerte sich dem­nach „entset­zt“ und „zutief­st ent­täuscht“ über die „unsäglichen“ Ein­las­sun­gen der jün­geren Aktiv­en. Gegen den Ver­fass­er des Papiers, das als Pro­tokoll eines Gen­er­al­con­vents der Burschen­schaft ver­schickt wor­den war, müsse vorge­gan­gen werden.Bei den Aktiv­en sieht man die Veröf­fentlichung des Papiers der­weil als Super­gau. Die Ver­bre­itung könne den Fortbe­stand der Ghi­bellinia „ern­sthaft in Gefahr“ brin­gen. Gle­ichzeit­ig heißt es intern weit­er, die Mehrheit der Aktiv­en würde das Pro­tokoll als witzig anse­hen. Es gebe keinen Grund, gegen den Ver­fass­er vorzuge­hen.

 

http://www.fr-online.de/die-neue-rechte/nach-enthuellung-fdp-distanziert-sich-von-burschenschaft,10834438,10897724.html