Für den vergangenen Sonntag, den 25. November 2018 hatten wir gemeinsam mit der Heinrich Böll Stiftung Saar, der Gesellschaft zur Förderung des kritischen Denkens und Handelns CriThink! e.V. sowie der Gruppe ConnAct ins Saarbrücker Kino Achteinhalb eingeladen. Thema des Abends war der Münchener NSU-Prozess und die Verstrickungen bundesdeutscher Behörden mit den mordenden Nazis. Mit 100 BesucherInnen war der Saal gut gefüllt. Als Referenten konnten wir Fritz Burschel bereits zum vierten Mal zu diesem Thema in Saarbrücken begrüßen.
Archiv der Kategorie: Nazis
„Heimatgeschichten“ – Band 2 erschienen!
Mit dem zweiten Band der Schriftenreihe „Heimatgeschichten – Schlaglichter auf die extreme Rechte an der Saar“ wollen die Antifa Saar / Projekt AK zusammen mit dem Antifaschistischen AutorInnenkollektiv einen Blick auf die extreme Rechte im Saarland werfen und darüber hinaus aufzeigen, wie sich autoritäre und geschichtsverfälschende Sichtweisen auch in der Arbeit von Behörden und Historiker_innen ausdrücken.
Die zweite Ausgabe der „Heimatgeschichten“ beschäftigt sich selbstverständlich wieder mit den Aktivitäten „klassischer“ saarländischer Nazis, diesmal mit dem Fokus auf die Kameradschaftsszene. Jedoch geht der Blick weit darüber hinaus und stellt in einem Beitrag über die „Piusbruderschaft“ extrem rechte Umtriebe unter dem Deckmantel der Kirche ins Licht einer hoffentlich breiteren Öffentlichkeit. Auch Skandale innerhalb der saarländischen Polizei werden beleuchtet und der Blick darauf gerichtet, welche Kräfte die immer weitere Verschärfung der Repressionsgesetze maßgeblich vorantreiben.
Durchsuchung bei Hammerskin im April
Am 23. April wurde die Wohnung des Hammerskin Robert Kiefer in Püttlingen durchsucht. Kiefer hatte auf seinem Grundstück im französischen Volmunster einen SS-Gedenkstein aufgestellt (wir berichteten). Das Grundstück dient den Hammerskins regelmäßig auch als Konzertlocation. Die Durchsuchung wurde aufgrund eines Rechtshilfegesuch aus Sarreguemines durchgeführt. In Frankreich wird gegen Kiefer wegen Verherrlichung von Kriegsverbrechen und von Verbrechen gegen die Menschlichkeit ermittelt.
Presse zum Thema:
Saarbrücker Zeitung v. 12.01.18: Saarländer stellte SS-Gedenkstein im Bitscher Land auf
Saarbrücker Zeitung v. 12.07.18: Nazi-Gedenkstein: Justiz ermittelt gegen Saarländer
Antifa Saar / Projekt AK unterstützt den Appell des Saarländischen Flüchtlingsrates
Kein saarländisches AnkER-Zentrum
Ein Appell des Saarländischen Flüchtlingsrates e.V.
Willkommenskultur? Familienzusammenführung? Integration? Mit der AfD im Rücken haben heutzutage in der Flüchtlingspolitik Abschottung und Abschiebungen Konjunktur. Das beweist auch die Entscheidung des saarländischen Ministerpräsidenten Tobias Hans (CDU), das Flüchtlingslager Lebach zu einem so genannten AnkER-Zentrum aufzurüsten, ohne überhaupt den Koalitionspartner (SPD) zu informieren.
Lesehinweis: Die Marschrichtung der “Lebensschützer”
Am 21. Okto
ber 2017 war es wieder soweit: Selbst ernannte „Lebensschützer” unter Federführung der „Priesterbruderschaft St. Pius X.”, die auch im katholischen Rheinland verankert ist, ziehen durch Saarbrükcken. Jeanette Schweitzer, Rednerin der Abschlusskundgebung, wettert gegen „Auswüchse irrsinniger feministischer Gender- und Abtreibungslobby”. Schilder proklamieren „Stoppt Gender-ideologie” und „Deutschland treibt seine Zukunft ab” — was als implizite Referenz zum Bestseller Thilo Sarrazins gelesen werden kann.
Der Artikel ist in der Ausgabe 70 der Zeitschrift Lotta — Antifaschistische Zeitung aus NRW, Rheinland-Pfalz und Hessen erschienen.
Download als PDF: Lotta #70: Die Marschrichtung der “Lebensschützer”
Stadt Sulzbach und Polizei versöhnen sich mit Neonazis
Als „versöhnliche Geste“ (SR Aktuell vom 06.04.2018 / 21.45 Uhr) hätten die Stadt Sulzbach und die Polizei den knapp 100 Neonazis, die am Freitag, dem 6. April 2018, im Salzbrunnenhaus zu einer Propaganda-Veranstaltung eingeladen hatten, eine Verlängerung eingeräumt. Ohne diese Verlängerung hätte das Konzert mit der rechten Hooligan-Combo Kategorie C gar nicht erst stattfinden können. Denn die kamen – wegen eines Staus auf „des Führers Autobahn“ erst mit mehrstündiger Verspätung in Sulzbach an.

Sara Jost, Pressesprecherin der Antifa Saar / Projekt AK hierzu:
„Das schlägt dem Fass nun endgültig den Boden aus. Sollte es sich bewahrheiten, dass die Stadt Sulzbach und die Polizei den versammelten Neonazis aus der halben Republik mit einer Verlängerung der Veranstaltungserlaubnis nun entgegengekommen ist und somit diese auf dem Silbertablett servierte Chance vertan hat, den Auftritt dieser Band doch noch auf den letzten Drücker zu verhindern, dann kann man an die Verantwortlichen eigentlich nur noch die Frage richten: Wer hat Euch denn ins Gehirn geschissen?“ Weiterlesen
Protest gegen den Trauermarsch der Nazikameradschaft „Nationaler Widerstand Zweibrücken“ am 14. März 2018
Jedes Jahr im März demonstrieren in Zweibrücken Nazis mit einem Fackelzug und grässlicher Musik durch die Zweibrücker Innenstadt und gedenken dabei ihren Opfern durch den alliierten Beschuss der Stadt im 2. Weltkrieg. Dieses Jahr hatte die antifaschistische Gruppe „Solidarische Rose“ mit dem Bündnis „Gemeinsam gegen Rechts“ zum Gegenprotest aufgerufen. Etwa 150 Menschen kamen zu deren Kundgebung auf dem Hallplatz, während sich 26 Nazis auf dem Alexanderplatz versammelten. Nach einer Weile gingen viele Kundgebungsteinehmer_innen vom Hallplatz in Richtung Alexanderplatz, um ihren Protest auch in Sicht- und Hörweite der Nazis lautstark fortzusetzen. Während die Polizei dies mit Schalgstockeinsatz zu verhindern versuchte, löste das Ordnungsamt Weiterlesen
Pressemitteilung zum „Nationalen Widerstand Zweibrücken“
Die Antifa Saar / Projekt AK hat eine Recherche über die Nazikameradschaft „Nationaler Widerstand Zweibrücken“ (NWZ) veröffentlicht. Außerdem ist es gelungen, die vom NWZ in der Vergangenheit für die Verbreitung ihrer menschenverachtender Propaganda genutzte Internetdomain (www.nationaler-widerstand-zweibrücken.org) zu übernehmen. Statt Naziparolen sind dort nun Informationen über Aktivitäten und Personen der Zweibrücker Naziszene zu finden.

Am 10.03.2018 (nach der Veröffentlichung unseres Recherche-Infos unter www.nationaler-widerstand-zweibrücken.org) präsentierte der NWZ sich mit diesem Transparent in Homburg und machte damit selbst auf unsere Recherche aufmerksam. 😀
(Bildquelle: Kai Schwerdt)
Recherche-Info: „Der Nationale Widerstand Zweibrücken“
Filmvorführung “Blut muss fließen” in Saarbrücken
Montag, 05.03.18
20 Uhr
Kino 8 1/2
Nauwieserstr. 19, Saarbrücken
Der Sänger grölt Gewaltparolen, die Arme gehen hoch zum Hitlergruß: Der Journalist Thomas Kuban ermöglicht Einblicke in eine Szene, in die sich kaum ein Außenstehender wagt.
Eine Rechtsrockszene, die auch im Saarland feste Strukturen besitzt. Seit Jahren ist ein abgelegenes Grundstück im grenznahen französischen Ort Eschviller ein zentraler Bestandteil der Infrastruktur der saarländischen Naziszene. Seit 2008 ist das Gelände mit Hütten und Konzertbühne im Besitz saarländischer Neonazis und war in den vergangenen zehn Jahren regelmäßig Austragungsort für Neonazi-Konzerte, Partys und Szene-Veranstaltungen. Besitzer des Grundstücks ist ein Püttlinger Neonazi. Dieser gilt als einer der führenden und aktivsten Neonazis im Saarland; er ist Mitglied der elitären Nazi-Skinhead-Vereinigung „Hammerskin Nation“, Schlagzeuger der Nazi-Band „Wolfsfront“ sowie Gründungs- und aktives Mitglied der konspirativ agierenden „Kameradschaft 13. Januar“. Die saarländischen „Hammerskins“ betreiben darüber hinaus seit 2015 in einer ehemaligen Pizzeria in der Siemensstraße 5 in Dillingen die „Hatebar“. Dieses Clubhaus fungiert ebenfalls als Treffpunkt, Veranstaltungsort und Konzertbühne für die extreme Rechte im Saarland und darüber hinaus.

