Zur aktuellen Berichterstattung: Saarländische „Hammerskins“ seit Jahren in Grenzregion aktiv

Ein Gedenkstein für eine SS-Divi­sion, den saar­ländis­che Neon­azis auf einem Grund­stück im gren­z­na­hen franzö­sis­chen Ort Eschviller aufgestellt hat­ten, sorgt in Frankre­ich wie auch im Saar­land für einiges Auf­se­hen. Am ver­gan­genen Don­ner­stag wurde die Nazi-Stele von der Gen­darmerie beschlagnahmt und ein Ermit­tlungsver­fahren wegen Störung der öffentlichen Ord­nung ein­geleit­et.

Stein zu Ehren der nation­al­sozial­is­tis­chen Mörder­ban­den der SS auf dem Grund­stück der “Ham­mer­skins” im gren­z­na­hen franzö­sis­chen Eschviller

Die Antifa Saar / Pro­jekt AK weist seit Jahren darauf hin, dass das abgele­gene Grund­stück bei Eschviller ein zen­traler Bestandteil der Infra­struk­tur der saar­ländis­chen Naziszene ist. Seit 2008 ist das Gelände mit Hüt­ten und Konz­ert­bühne im Besitz saar­ländis­ch­er Neon­azis und war in den ver­gan­genen zehn Jahren regelmäßig Aus­tra­gung­sort für Neon­azi-Konz­erte, Par­tys und Szene-Ver­anstal­tun­gen. Besitzer des Grund­stücks ist der Püt­tlinger Robert Kiefer. Kiefer gilt als ein­er der führen­den und aktivsten Neon­azis im Saar­land; er ist Mit­glied der elitären Nazi-Skin­head-Vere­ini­gung „Ham­mer­skin Nation“, Schlagzeuger der Nazi-Band „Wolfs­front“ sowie Grün­dungs- und aktives Mit­glied der kon­spir­a­tiv agieren­den „Kam­er­ad­schaft 13. Jan­u­ar“. Robert Kiefer und die saar­ländis­chen „Ham­mer­skins“ betreiben darüber hin­aus seit 2015 in ein­er ehe­ma­li­gen Pizze­ria in der Siemensstraße 5 in Dillin­gen die „Hate­bar“. Dieses Club­haus fungiert eben­falls als Tre­ff­punkt, Ver­anstal­tung­sort und Konz­ert­bühne für die extreme Rechte im Saar­land und darüber hin­aus.

Hate­bar” der “Ham­mer­skins” im saar­ländis­chen Dillin­gen, Siemensstraße 5

Dazu Alexan­der Breser, stel­lv. Press­esprech­er der Antifa Saar / Pro­jekt AK: „Dass saar­ländis­che Neon­azis ganz offen ihre Bewun­derung für nation­al­sozial­is­tis­che Mörder­ban­den feiern und zur Schau stellen, ist nun wirk­lich nichts Neues. Neu ist allerd­ings, dass die franzö­sis­che Polizei jet­zt zum ersten Mal in 10 Jahren dage­gen vorge­ht – bei den Nazikonz­erten auf dem Grund­stück, die jew­eils hun­derte Neon­azis aus ganz Deutsch­land nach Eschviller lock­ten, beschränk­te sie sich darauf, den Verkehr zu regeln. Nach dem Gedenkstein ist es nun auch an der Zeit, den Nazis ihre Tre­ff­punk­te zu nehmen.“

Weit­ere Infor­ma­tio­nen zu den “Ham­mer­skins” sind unter anderem hier zu find­en:

Hoff­nungsvoll zer­strit­ten — Die extreme Rechte im Saar­land: Ein aktueller Überblick
Hier find­en sich Infor­ma­tio­nen über die “Ham­mer­skins” und die “Kam­er­ad­schaft 13. Jan­u­ar” in den Abschnit­ten Die Unsicht­baren und Zuhause im Hass am Ende des Artikels.
Hör mal, wer da häm­mert — Ham­mer­skins im Saar­land und angren­zen­den Frankre­ich
Recherche-Info: Neon­azi-Club­haus in Saar­brück­en-Rußhütte
Ham­mer­skin Roland: Tod eines Spitzels (aus­führliche Recherche der Autonomen Antifa Freiburg sowie Zusam­men­fas­sung im Antifaschis­tis­chen Infoblatt)