Knapp 40 Antifaschist*innen trafen sich am Sonntag, dem 19. November im Saarbrücker Stadtteil Malstatt, um sich für die anstehenden gesellschaftlichen Kämpfe gegen den zunehmenden Rechtsruck einerseits und die Verharmlosung islamistischer Bewegungen andererseits mit notwendigem Wissen auszurüsten. Als Referent eingeladen hatten wir den Historiker Volker Weiß, der mit seinem aktuellen Buch „Die autoritäre Revolte – die Neue Rechte und der Untergang des Abendlandes“ eine präzise Analyse der Neuen Rechten vorgenommen hat. In mehreren Beiträgen stellte er Thesen aus seinem Werk vor. Vertieft wurde insbesondere die Rolle der Presse, die auf die Strategie der Metapolitik der Neuen Rechten immer wieder herein fällt. . Dabei wurden auch Gegenvorschläge zum medialen Umgang unterbreitet. Deutlich dargestellt wurde, anhand einer „Familienaufstellung“ der Neuen Rechten, dass diese so neu gar nicht ist. Von Weiterlesen
Archiv der Kategorie: Veranstaltungen
Vortrag: Was ist eigentlich Kapitalismus? Mit Lothar Galow-Bergemann
Warum kann die Politik die Krise nicht stoppen? — oder: Was ist eigentlich Kapitalismus?
Freitag, 8. Dezember 2017, 19 Uhr
P‑Werk, Blickweilerstr. 11, 66440 Blieskastel

Veranstaltungsreihe “40 Jahre Deutscher Herbst”
40 Jahre Deutscher Herbst – ein Beitrag zur kritischen Aufarbeitung!
Hanns-Martin Schleyer und die deutsche Vernichtungspolitik in Prag
Donnerstag, 21.09.2017
19.00 Uhr Filmhaus, Schauplatz
Mainzer Straße 8, Saarbrücken
Vortrag und Diskussion mit Erich Später
„Die RAF und der Staat Israel“
Donnerstag 28.09.2017
19.00 Uhr Filmhaus, Schauplatz
Mainzer Straße 8, Saarbrücken
Vortrag und Diskussion mit Martin Jander
Antisemitismus in der deutschen Linken
Donnerstag 2. November
19.00 Uhr Kino Achteinhalb
Nauwieser Straße 19, Saarbrücken
Vortrag und Diskussion mit Martin Kloke
In diesem September und Oktober jährt sich der sogenannte „Deutsche Herbst“ zum 40. Mal. Dies nehmen wir zum Anlass, um einen kritischen Blick auf seine Aufarbeitung innerhalb der Linken und innerhalb der Mehrheitsgesellschaft zu werfen. Weiterlesen
Antisemitismus in der deutschen Linken
Antisemitismus in der deutschen Linken
Veranstalterinnen: Antifa Saar / Projekt AK; CriThink! e.V.; Heinrich-Böll-Stiftung Saar, Linksjugend Solid Saarland, Deutsch-Israelische-Gesellschaft AG Saar
„Linker Antisemitismus ist unmöglich“ – für diese These legte sich der Schriftsteller Gerhard Zwerenz noch 1976 ohne Wenn und Aber ins Zeug. Zehn Jahre später mochte der streitbare Schriftsteller seine Augen nicht mehr davor verschließen, dass linksradikale und grün-alternative Aktivist*innen den Staat Israel mit geradezu libidinösem Eifer zu dämonisieren und zu delegitimieren versuchten: „Die Kinder der Täter neiden den Kindern der Opfer die weiße Weste“ – so erklärte sich der späte Zwerenz die krude Mischung aus antiimperialistischen Gewissheiten und antisemitischen Ressentiments ausgerechnet in linksdeutschen Milieus. Wissen wir heute mehr über die Hintergründe antizionistischer Obsessionen, von denen sich weite Teile der 68er-Generation haben anstecken lassen? Lässt sich der Antisemitismusverdacht nicht doch auf die kleine militante Subkultur linksradikaler „Stadtguerillas“ beschränken (so Wolfgang Kraushaar), die mit ihren Aktionen die deutsche Linke von ihrem „Judenknax“ (Dieter Kunzelmann) befreien wollte? Waren und sind gelegentliche Anschläge auf jüdische bzw. israelische Ziele womöglich nichts anderes als die „ultimative Provokation“ einer selbsternannten „postsurrealistischen Avantgarde“ (so Aribert Reimann)? Beruht die Aufregung um die „Bombe im jüdischen Gemeindehaus“ auf einem gigantischen Missverständnis, das es endlich aufzulösen gilt?
Diesen und anderen Fragen werden wir bei dieser Veranstaltung gemeinsam mit dem Referenten nachgehen.
Hanns-Martin Schleyer und die deutsche Vernichtungspolitik in in Prag
Vortrag und Diskussion mit Erich Später
Hanns-Martin Schleyer und die deutsche Vernichtungspolitik in Prag
Veranstalterinnen: Antifa Saar / Projekt AK; CriThink! e.V., Heinrich-Böll-Stiftung Saar, Linksjugend solid Saarland
Mit der Besetzung Prags begann am 15. März 1939 eine sechsjährige deutsche Terrorherrschaft über das „Reichsprotektorat Böhmen und Mähren“. Es wurde dem deutschen Herrschaftsbereich eingegliedert, von deutschen Konzernen und Banken ausgeplündert, das Eigentum seiner 80.000 jüdischen Bürger*innen an deutsche Banken, Konzerne, Gemeinden, Wohlfahrtsverbände und Zehntausende Volksgenoss*innen verteilt. Erich Später schildert in seinem Buch den Prozess der Entrechtung, Enteignung, Deportation und Ermordung der tschechischen Juden. Beispielhaft rekonstruiert er die Enteignung und Ermordung des jüdischen Ehepaares Waigner, dessen Prager Villa ein Objekt der Begierde hoher Nazi-Funktionäre wurde. Den Zuschlag für die „Judenvilla“ erhielt schließlich der SS-Offizier Hanns-Martin Schleyer. Die Geschichte der Villa Waigner und hier erstmals publizierte Dokumente über das Schicksal der jüdischen Besitzer*innen sowie über die Nazikarrieren der Bewohner*innen ihrer arisierten Villa machen die Erkenntnis unausweichlich: Ohne Männer wie Hanns-Martin Schleyer wäre weder der Vernichtungskrieg im Osten noch der Holocaust möglich gewesen.
„Die RAF und der Staat Israel“
Vortrag und Diskussion mit Martin Jander
„Die RAF und der Staat Israel“
Veranstalterinnen: Antifa Saar / Projekt AK; CriThink! e.V.; Heinrich-Böll-Stiftung Saar, Linksjugend solid Saarland, Deutsch-Israelische-Gesellschaft AG Saar
„Deutscher Herbst“: Terrorismus und Antisemitismus
In der Bundesrepublik Deutschland ist bis heute der Terror von RAF, Bewegung 2. Juni und Revolutionären Zellen nicht wirklich gut begriffen. Die öffentliche Auseinandersetzung zum 40. Jahrestag des „Deutschen Herbstes“ wird dies erneut demonstrieren. Die angeblichen blinden Flecken der RAF-Aufarbeitung – Mord oder Selbstmord in Stammheim, Anwält*innen als Helfer*innen der Terrorist*innen, die Stasi als Helferin des Terrors u. a. m. – sind so gut wie abschließend eklärt. Dass sich der Terror der RAF nicht gegen die Bundesrepublik Deutschland, sondern wesentlich gegen Israel und die USA wendete, wird in den meisten Analysen aber nur unzureichend behandelt. Der Historiker und Journalist Martin Jander skizziert in seinem Vortrag eine kurze Geschichte des Terrorismus von Links, seiner wesentlichen Ziele und der Mängel der bisherigen Geschichtsschreibung. Die gravierenden blinden Flecken in der Aufarbeitung der Geschichte von RAF und Co. bilden die antisemitische Dimension in den Kooperationen von RAF, RZ und anderen und ihre Beteiligung am Krieg von PLO/PFLP zur Vernichtung Israels.
NSU: Blick in den Abgrund — Vortrag & Prozessbericht mit Friedrich Burschel
Sonntag, 4. Dezember 2016
18.00 Uhr
kino achteinhalb, Nauwieser Str. 19
66111 Saarbrücken
Antidemokratische Inlandsgeheimdienste, unkontrolliertes V‑Mann-Unwesen, Nazi-Terror-Szene, rassistische Ermittlungen und Staatsversagen: Zwingende Konsequenzen aus dem NSU-Komplex Seit vielen Monaten tritt der Münchener NSU-Prozess auf der Stelle. Auch nach den medial geradezu hysterisch gehypten und dann so dreisten und banalen Aussagen der beiden Hauptangeklagten kurz vor dem Jahresende 2015, nach über 60 unverschämt auftretenden Zeug_innen aus der deutschen Nazi-Szene und ständigen Ausfällen von Prozesstagen bleibt es auch nach über 280 Prozesstagen schwierig, das Verfahren vor dem Oberlandesgericht (OLG) München einzuschätzen, mit dem Geschehen außerhalb des Gerichtssaals in Beziehung zu setzen und ein Ende mit einem Urteil abzusehen. Bizarre Ungleichzeitigkeiten des Innen und Außen des Prozesses charakterisieren die aktuelle Entwicklung: beantwortet jedoch sind die allerwenigsten Fragen vom Beginn des Prozesses, geklärt kaum eine der zahllosen, haarsträubenden Ungereimtheiten, die die Diskussion bestimmen. Gesellschaftliche und politische Konsequenzen spielen im Alltag vor Gericht und in den (unterdessen ZWÖLF) Parlamentarischen Untersuchungsausschüssen so gut wie keine Rolle. Im Gegenteil, die Zuspitzung „Dem Inlandsgeheimdienst konnte nichts besseres passieren als der NSU“ ist so gültig wie schon kurz nach dem Aufliegen des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU). Bei immer neuen entpolitisierten „Sex & Crime“-Schlagzeilen im NSU-Kontext punkten Medien in der kurzlebigen Aufmerksamkeitsökonomie ohne die wesentlichen Fragen zu stellen.
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Bericht: Antifaschistische Kundgebung in Völklingen
70 Teilnehmer_innen bei antifaschistischer Kundgebung vor dem Weltkulturerbe in Völklingen
Am Sonntag folgten anlässlich des letzten Tages der Ausstellung „Die Röchlings und die Völklinger Hütte“ 70 Personen dem Aufruf der Antifa Saar / Projekt AK und Kooperationspartner_innen der Kampagne „HASS HAT KONSEQUENZEN“ zu einer anti-faschistischen Kundgebung vor der Völklinger Hütte. Die Teilnehmer_innen forderten ein Ende der posthumen Verehrung des verurteilten Kriegsverbrechers und überzeugten Nationalsozialisten Hermann Röchling und seines Clans.
Ein Redner der Antifa Saar / Projekt AK forderte, im Saarland müsse endlich ein gesellschaftlicher Sinneswandel einsetzen, Schluss gemacht werden mit der Reinwaschung von NS-Tätern wie den Röchlings und stattdessen ein würdiges Gedenken an die Opfer nationalsozialistischer Vernichtungspolitik und rechten Terrors stattfinden. Gerade vor dem Hintergrund des Wiedererstarkens menschenfeindlicher Ideologien in der Gesellschaft, müsse daran erinnert werden, was diese in letzter Konsequenz bedeuten.
Hubert Kesternich, Autor eines Buches über die Völklinger Hütte und die Röchlings, sowie Günther Danniger sprachen für die „Bürgerinitiative gegen das Vergessen und die Gleichgültigkeit“ und für das „Völklinger Aktionsbündnis Stolpersteine / Frieden“. Kesternich wies darauf hin, dass die Röchlings nicht nur Nationalsozialisten und Vertraute Hitlers waren, sondern auch Ausbeuter, Lohndrücker und Unterdrücker der in ihren Werken tätigen Arbeiter_innen. Weiterer Redner war Erich Später, Historiker und Geschäftsführer der Heinrich Böll Stiftung Saar, der auf die Mitgliedschaft Meinrad Maria Grewenigs, Generaldirektor der Völklinger Hütte, in der „klerikal-faschistischen Vereinigung Ritter des Heiligen Grabes zu Jerusalem“ hinwies. Grewenig war in der Diskussion um die Umbenennung der „Hermann Röchling Höhe“ vehement für eine Beibehaltung des Namens zur Ehrung des nationalsozialistischen Kriegsverbrechers Hermann Röchling eingetreten.
Über 100 Gäste bei Antifa-Veranstaltung zu SageSa und Saargida
Am vergangenen Sonntag, dem 13.12.2015 referierten Vertreter der Antifa Saar / Projekt AK auf der Veranstaltung „SAARGIDA & SAGESA – extrem irre, relativ gefährlich“ im Kino Achteinhalb in Saarbrücken. Zu der Veranstaltung aufgerufen hatten neben der Antifa Saar / Projekt AK auch die Heinrich Böll-Stiftung Saar, die Peter Imandt Gesellschaft und die VVN-BdA.
Mit über 100 Gästen war der Veranstaltungssaal bis auf den letzten Platz gefüllt. Selbst die zusätzlich herbei geschafften Stühle reichten nicht aus, so dass einige Personen leider keinen Sitzplatz mehr ergattern konnten. Weiterlesen
Vortrag und Diskussion “SAARGIDA & SaGeSa. Extrem irre — relativ gefährlich”
Sonntag, 13. Dezember 2015
18 Uhr
kino achteinhalb, Nauwieser Str. 19, 66111 Saarbrücken
Im Oktober des vergangenen Jahres gingen sie in Köln und Dresden zum ersten Mal auf die Straße. Die “Hooligans gegen Salafisten” (HoGeSa) und die “Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes” (PEGIDA). In Köln überraschte die angeblich nicht vorhersehbare Gewaltbereitschaft einer bereits im Niedergang geglaubten Begleiterscheinung der Fußballfankultur. In Dresden überraschte die stetig bis in den fünfstelligen Bereich hineinwachsende Zahl der Teilnehmer_innen. Ableger der beiden Gruppierungen begannen im November 2014 auch im Saarland mit dem Versuch, auf dieser Welle mitzuschwimmen. Weiterlesen


