Am 18. Oktober 2012 soll in Saarbrücken ein Platz nach dem saarländischen Antifaschisten Max Braun benannt werden, der im Zuge der Saarabstimmung 1935 gegen den Anschluss des Saarlandes an Deutschland kämpfte. Max Braun war in der politischen Landschaft des Saarlandes eine Ausnahmeerscheinung, da er für eine unbedingte Aussöhnung mit Frankreich eintrat und den deutschen Nationalismus und Militarismus verabscheute. Nachdem 90% der Saarländerinnen und Saarländer am 13. Januar 1935 nicht trotz, sondern wegen Hitler für den Anschluss des Saarlandes an Deutschland stimmte, floh Max Braun zunächst nach Frankreich, später nach England. Für Braun war die Solidarität mit der bedrohten jüdischen Minderheit ein Bestandteil seiner politischen und publizistischen Praxis. Weiterlesen
Vortrag: Revolte und Flucht: der „Arabische Frühling“ und die Festung Europa am 03.09.2012
Vortrag und Diskussion mit Judith Gleitze
Montag, 03.09.2012
19.00 Uhr
DAJC, Johannisstraße 13, Saarbrücken
Frühjahr 2011: In Tunesien, Algerien und Ägypten, später auch in Libyen bricht der so genannte Arabische Frühling los. Aufstände, Regierungsstürze, nicht zuletzt auch Fluchtbewegungen erschüttern die Region. Mit einer Mischung aus Verzweiflung und Hoffnung nutzen viele ihre Chance und versuchen über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen. Unter ihnen auch viele Flüchtlinge, die in Libyen gelebt haben oder dort inhaftiert waren. Wie in solchen Umbruchsituationen üblich, reagiert Kern-Europa mit verstärkter Abschottung der Außengrenzen: Bereits im Februar startet die FRONTEX-Mission „Hermes“ im Kanal von Sizilien, Italien schiebt verstärkt ab, mit der „Übergangsregierung“ Libyens wird — bereits lange vor dem Sieg über Gaddafi — die Fortsetzung der Verträge zur Migrationskontrolle vereinbart. Weiterlesen
„In antisemitischer Gesellschaft“
Vortrag und Diskussion mit Leo Elser (Redaktion Pólemos)
Freitag, 17. August
19.00 Uhr
Futterstraße 17–19, Saarbrücken
„Aber es gibt keine Antisemiten mehr“ – heißt es in der Dialektik der Aufklärung, denn sich Antisemit zu nennen, hat in der Politik zweifelsohne einen werbestrategischen Nachteil. Doch nur weil Raider heute auch Twix heißt, hat sich an der inneren Logik des antisemitischen Ressentiments deswegen noch nichts geändert. Was der positivistische Verstand nicht begreifen will, dass auf den veränderten Namen nicht notwendig der veränderte Gegenstand folgt; entgeht der Antisemitisforschung so wie den heutigen Antisemiten, die größtenteils davon überzeugt sind, keine zu sein.
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Terminhinweis: „Zur Rekonstruktion des Denkens“
Vortrag und Diskussion mit Rainer Bakony (Würzburg)
Futterstraße 15–17, 66111 Saarbrücken
26.07.2012, 19.00 Uhr
(Der Vortrag wird organisiert von dem Lesekreis zur Kritischen Theorie in Saarbrücken)
Ankündigungstext:
Kritik als die theoretische Vorwegnahme der Beseitigung von Herrschaft bedarf als ihrer Voraussetzung der Fähigkeit zur Erkenntnis und des Willens zum Urteil – beides Eigenschaften des Individuums, die schon lange außer Wert gesetzt sind und seit dem Siegeszug der Postmoderne als geradezu verächtlich abgetan werden. Es drängt sich die Frage auf nach der Natur der konstitutiven gesellschaftlichen Bedingungen, welche die elementaren Voraussetzungen ihrer Beseitigung objektiv verschwinden lassen, wie auch nach der Verfasstheit der Subjekte, die freudig wollend etwas derart exotisches wie Objektivität fortstoßen und die Notwendigkeit Urteile zu fällen als zu überwindende Zumutung entrüstet von sich weisen. Kurzum soll der Möglichkeit von Kritik im Stande der allgemeinen Unfreiheit nachgegangen werden.
Veranstaltungsreihe: Kritische Theorie der Gesellschaft

Postnazismus revisited – Das Nachleben des Nationalsozialismus im 21. Jahrhundert
Buchpräsentation & Diskussion mit dem Herausgeber Stephan Grigat
Dienstag, 22. Mai 2012
19 Uhr
Filmhaus Saarbrücken, Mainzerstraße 8, 66111 Saarbrücken
Die suspendierte Gattung – Zur Kritik der deutsch-europäischen Flüchtlingspolitik
Vortrag und Diskussion mit Danyal (Hamburg), Autor des Blogs Cosmoproletarian Solidarity
Donnerstag 21. Juni 2012
19 Uhr
DAJC Saarbrücken, Johannisstraße 13, Saarbrücken
„Nichts gelernt und nichts vergessen“ – Geschichte und Zukunft des Antizionismus in Deutschland
Vortrag und Diskussion mit Joachim Bruhn (Freiburg)
Freitag, 03. August
19 Uhr
Saarbrücken, Futterstraße 17–19
Kapital und Souveränität – Einführung in die materialistische Staatskritik
Tagesseminar mit Joachim Bruhn (Initiative Sozialistisches Forum)
Samstag, 04. August
Saarbrücken, Futterstraße 17–19
Anmeldungen an: info@crithink.de
Download Reader: Kapital und Souveränität — Einführung in die materialistische Staatskritik [PDF]
In antisemitischer Gesellschaft
Vortrag und Diskussion mit Leo Elser (Redaktion Pólemos)
Freitag, 17. August
Futterstraße 17–19, Saarbrücken
Kapital und Souveränität – Einführung in die materialistische Staatskritik
Tagesseminar mit Joachim Bruhn (Initiative Sozialistisches Forum)
Samstag, 04. August
Saarbrücken, Futterstraße 17–19
Um Anmeldung wird gebeten (Anmeldungen an: info@crithink.de)
Es gibt einen Reader, der als Grundlage des Seminares dienen soll. Dieser kann hier heruntergeladen werden.
Dass die Wirtschaft nach ewigen Gesetzen funktioniert, gilt als allgemein ausgemacht. Sie soll unser Schicksal sein, das wir nur akzeptieren können und dem wir uns fügen müssen. Als genau so ausgemacht gilt, dass die Politik im – Gegensatz zur Wirtschaft – das Reich unserer Freiheit sei. Wer sich einbringe, könne auch was gestalten. Und deswegen solle, wer sich beschwert, gefälligst auch sagen, wie er oder sie es besser machen würde. Und so scheint es nur selbstverständlich, dass wer etwas an der Wirtschaft auszusetzen hat, nach dem Staat ruft und dieser, wenn dann doch mal etwas an ihm ausgesetzt wird, wiederum auf die wirtschaftlichen Zwänge verweist.
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„Nichts gelernt und nichts vergessen“ – Geschichte und Zukunft des Antizionismus in Deutschland
Vortrag und Diskussion mit Joachim Bruhn (Freiburg), Co-Autor u.a. „Das Konzept Materialismus“ der Initiative Sozialistisches Forum (ça ira-Verlag)
Freitag, 03. August
19 Uhr
Futterstraße 17–19, Saarbrücken
Irgendwann zwischen der Wannsee-Konferenz und der Gründung Israels verliert der Hass auf die Juden jedwede Geschichte. Danach gab es keine Antisemiten mehr: weil alle es sind. Der Antisemitismus wird zum logischen wie zum historischen Apriori, zur Ontologie des gesellschaftlichen Seins der Deutschen. Was immer sich seitdem auch ereignet hat – es spiegelt den prinzipiellen Stillstand der Geschichte, den Bann, die Angstlust der erpreßten Versöhnung.
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Terminhinweis: Kundgebung am 8. Mai in Neunkirchen
Kundgebung
8. Mai 2012
Neunkirchen (Saar), Hammergraben
Nähere Informationen auf der Website der Gruppe LEA NK
Am 8. Mai findet in Neunkirchen am Hammergraben eine Kundgebung der neugegründeten antifaschistischen Gruppe “L’Equipe Antifasciste” aus Neunkirchen statt. Anlass ist der 67. Jahrestag der militärischen Befreiung vom Nationalsozialismus durch die Anti-Hitler-Koalition. Den Flyer findet ihr hier.
Dokumentation der Berichterstattung über die Sturmdivsion Saar und neonazistische Strukturen im Saarland
Durch die Veröffentlichung des Recherche-Infos über die “Sturmdivision Saar” aus Dillingen und der allgemeinen Berichterstattung über die Morde des “Nationalsozialistischer Untergrund” (NSU) widmete sich auch die regionale Berichterstattung den braunen Umtrieben im Saarland. So enstanden mehrere (Zeitungs-)Berichte, Interviews und Fernsehbeiträge, an denen auch Vertreter_innen der Antifa Saar / Projekt AK beteiligt waren.
Nach Medienberichten wird seit Oktober 2011 gegen die Sturmdivision Saar wegen des Verdachts auf Bildung einer kriminellen Vereinigung ermittelt und im Zuge der Ermittlungen wurden zahlreiche Wohnungen von Mitgliedern der “Sturmdivision Saar” durchsucht. Weiterlesen
Die suspendierte Gattung – Zur Kritik der deutsch-europäischen Flüchtlingspolitik
Vortrag und Diskussion mit Danyal (Hamburg), Autor des Blogs Cosmoproletarian Solidarity
Donnerstag 21. Juni 2012
19 Uhr
DAJC Saarbrücken, Johannisstraße 13, Saarbrücken
Mehr als 1.500 Exilsuchende starben im Jahr 2011 in jenem Gewässer, das den wesentlichen vom vollends verüberflüssigten Teil der kapitalisierten Gattung trennt. Den vielen anderen nimmt sich Frontex an, die Apparatur zur militärischen Abriegelung der europäischen Außengrenzen vor dem überflüssigen Leben, oder, wenn der eine oder die andere doch durchschlüpft, die Heimatfront aus regierungsamtlicher Schikane, kulturalistischer Betreuungsökonomie und nächtlichem Abschiebekommando. Weiterlesen
