Recherche-Info: Neonazi — Clubhaus in Saarbrücken — Rußhütte

Naz­itr­e­ff­punkt: Saar­ländis­che Neon­azis aus dem Umfeld der soge­nan­nten „Ham­mer­skins“ nutzen seit Feb­ru­ar 2013 ein kleines Gebäude im Saar­brück­er Stadt­teil Rußhütte als Szen­e­tr­e­ff­punkt und Proberaum.

Mehrere Jahre waren saar­ländis­che Neon­azis aus dem Kam­er­ad­schafts- und Recht­srock­spek­trum auf der Suche nach Räum­lichkeit­en, in denen sie sich ein „Club­haus“ und Proberäume ein­richt­en kön­nen. Nach­dem sie bere­its in den ver­gan­genen Jahren an ver­schiede­nen Orten im Saar­land Lokalitäten anmi­eten und nutzen kon­nten, war die organ­isierte saar­ländis­che Neon­aziszene in den let­zten Jahren „obdach­los“. Davor nutzte etwa die „Kam­er­ad­schaft Saar­lautern“ im Jahr 2004 Räum­lichkeit­en im saar­ländis­chen Schwal­bach (bei Saar­louis), darüber­hin­aus existierte ein weit­er­er “Clu­braum” in Prim­stal. Die saar­ländis­che Naz­iband „Jungsturm“, die dem „Hammerskin“-Netzwerk zugerech­net wer­den kann, hat­te bis Mai 2011 ihren Prober­aum auf dem Gelände der ehe­ma­li­gen Beck­er-Brauerei in St.Ingbert, wo auch mehrere Recht­srock­konz­erte und (Geburt­stags-) Par­tys stattfanden. 

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Erfolgreicher Protest gegen Nazikundgebung in Saarbrücken

200 Antifaschist_innen ver­hin­dern Nazikundge­bung im Nauwieser Vier­tel – Nazis müssen geplanten Kundge­bung­sort aufgeben

Etwa 200 Antifaschist_innen stell­ten sich am heuti­gen Mon­tag, 29. Juli 2013, ein­er Naz­imah­nwache in der Saar­brück­er Innen­stadt ent­ge­gen. Der vom Lud­wigshafen­er Nazikad­er Chris­t­ian Hehl angemelde­ten Kundge­bung zur Freilas­sung des NS-Kriegsver­brech­ers Erich Priebke fol­gten weniger als 20 Nazis aus dem Saar­land und aus Rhein­land – Pfalz.
Die Nazi­wah­nwache kon­nte auf­grund des antifaschis­tis­chen Protests nicht wie geplant vor dem ital­ienis­chen Kon­sulat im Saar­brück­er Nauwieser Vier­tel stat­tfind­en, son­dern wurde von der Polizei vor die Europa Galerie ver­legt. Dort kon­nten sie anfangs nahezu ungestört ihre Mah­nwache abhal­ten. Nach Ankun­ft der Gegen­demon­stra­tion aus dem Nauwieser Vier­tel wurde die Nazikundge­bung laut­stark gestört, sodass die Nazis ihre Mah­nwache been­de­ten und den Rück­zug Rich­tung Saar­brück­er Haupt­bahn­hof antrat­en. Dabei grif­f­en sie trotz Polizeibegleitung auf Höhe der Saar­bahn­hal­testelle Gegendemonstrant_innen an.

Dazu führt Alexan­der Breser, Press­esprech­er der Antifa Saar / Pro­jekt AK, aus: „Die einge­set­zte Polizei war offen­sichtlich mit der Gesamt­si­t­u­a­tion über­fordert, konzen­tri­erte sich lediglich auf das Schikanieren von Gegendemonstrant_innen und war nicht in der Lage zu ver­hin­dern, dass Nazis Antifaschist_innen angreifen und ver­let­zen kon­nten.“

Im weit­eren Ver­lauf wur­den min­destens drei Antifaschist_innen ungerecht­fer­tigt vor­läu­fig festgenom­men. Die Polizei ver­frachtete die Nazis auf­grund der für sie unüber­sichtlichen Sit­u­a­tion am Saar­brück­er Haupt­bahn­hof in ihre Mannschaftswa­gen und ließ sie später in einem bere­it­gestell­ten Lin­ien­bus aus der Stadt fahren. Für die Antifaschist_innen endete der Tag mit ein­er Spon­tandemon­stra­tion durch die Saar­brück­er Fußgängerzone.

Alexan­der Breser zieht ein pos­i­tives Faz­it: „Dass es uns inner­halb sehr kurz­er Zeit gelun­gen ist so viele Men­schen auf die Straße zu brin­gen und die Nazikundge­bung nicht wie geplant stat­tfind­en zu lassen, ist als Erfolg zu bew­erten. Dafür danken wir allen engagierten Antifaschist_innen, die heute mit uns auf die Straße gegan­gen sind. Wir wer­den auch weit­er­hin unseren Wider­stand auf die Straße tra­gen, wenn Nazis in Saar­brück­en ver­suchen aktiv zu wer­den.“

Presseartikel:
Saar­brück­er Zeitung vom 30.07.2013: Krawall bei rechter Kundge­bung [PDF]
SR — Online vom 29.07.2013: Zusam­men­stöße mit Neon­azis in Saar­brück­en [PDF]
SR 3 vom 29.07.2013: Demo gegen Nazi-Mah­nwache [MP3]
Aktueller Bericht vom 29.07.2013: Proteste gegen Nazikundge­bung in Saar­brück­en [Youtube]

Weit­ere Bilder: http://www.flickr.com/photos/bundphotography/sets/72157634848755574/

29.07.2013: Nazimahnwache vor italienischem Konsulat in Saarbrücken verhindern!

Nazis aus dem süd­west­deutschen Raum pla­nen für Mon­tag, den 29. Juli 2013, um 13.00 Uhr eine Mah­nwache unter dem Mot­to „Frei­heit für Erich Priebke“ vor dem ital­ienis­chen Kon­sulat in der Saar­brück­er Johan­nis­straße. Tre­ff­punkt der Nazis ist bis 12.30 Uhr der Saar­brück­er Haupt­bahn­hof. Weit­er­lesen

Artikel zur NPD Westpfalz

In der aktuellen Lot­ta #52 wurde ein Artikel über die NPD Westp­falz vor der Bun­destagswahl veröf­fentlicht. Neben per­son­ellen Änderun­gen, geht es auch um alte Kon­flik­te zwis­chen dem völkischen und dem sub­kul­turell-kam­er­ad­schaftlichen Flügel.


Durch Klick­en auf das Bild öffnet sich der Artikel als .pdf-Datei.

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Der faschistische Agitator” — Übersetzung einer Rede des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan

Unser Genosse M. hat die Rede des türkischen Min­is­ter­präsi­den­ten Recep Tayyip Erdo­gan, die er am 7. Juni 2013 vor zahlre­ichen Anhänger_innen in Istan­bul gehal­ten hat, ins Deutsche über­set­zt. Wir doku­men­tieren hier das Video (Unter­ti­tel müssen evtl. eingeschal­tet wer­den), damit sich jede_r ein Bild von der Rhetorik Erdo­gans und sein­er Anhänger machen kann.

Doku­men­ta­tion des Wort­lautes der Rede (und der Parolen der Menge) im pdf-Format

Auf dem YouTube-Chan­nel spon­taneitaet find­en sich noch weit­ere unter­titelte Videos zur Thematik.

Der faschistische Agitator” — Übersetzung einer Rede des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan

Unser Genosse M. hat die Rede des türkischen Min­is­ter­präsi­den­ten Recep Tayyip Erdo­gan, die er am 7. Juni 2013 vor zahlre­ichen Anhänger_innen in Istan­bul gehal­ten hat, ins Deutsche über­set­zt. Wir doku­men­tieren hier das Video (Unter­ti­tel müssen evtl. eingeschal­tet wer­den), damit sich jede_r ein Bild von der Rhetorik Erdo­gans und sein­er Anhänger machen kann.

Doku­men­ta­tion des Wort­lautes der Rede (und der Parolen der Menge) im pdf-Format

Auf dem YouTube-Chan­nel spon­taneitaet find­en sich noch weit­ere unter­titelte Videos zur Thematik.

Antifaschist von Neonazis ermordet

Clé­ment Méric, ein 18 Jahre alter Antifaschist, wurde am Mittwoch, dem 05. Juni 2013 in Paris von drei Neon­azis zu Tode geprügelt. Er war Mit­glied der Action Antifas­ciste Paris-Ban­lieue, die Neon­azis stam­men aus dem Umfeld der Jeune Nation­al­iste Révo­lu­tion­naire (JNR). Der Über­griff fand am frühen Abend am Paris­er Bahn­hof Hauss­mann — Saint-Lazare statt. Der Mord an Clé­ment ist der furcht­bare und trau­rige Höhep­unkt von Naz­iüber­grif­f­en, die seit den Protesten gegen die Ehe für alle in Frankre­ich stattfinden.

 

Als Reak­tion auf den Mord fan­den europaweit Gedenkmärsche, Sol­i­dar­itäts- und Protestkundge­bun­gen statt.

Ni oubli, Ni pardon!

Kein Vergeben, Kein Vergessen!

 

Antifaschis­tis­che Demon­stra­tion in Paris nach dem Mord an Clément:

 

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Kurzmeldung: Antifaschist von Neonazis ermordet

Clé­ment Méric, ein 18 Jahre alter Antifaschist, wurde am Mittwoch, dem 05. Juni 2013 in Paris von drei Neon­azis zu Tode geprügelt. Weit­er­lesen

Bericht von der Demonstration am 13. April 2013 in München

Am Sam­stag, dem 13. April 2013 fand in München, anlässlich der bevorste­hen­den Eröff­nung des Prozess­es gegen einige wenige Mit­glieder und Unter­stützer des Nation­al­sozial­is­tis­chen Unter­grunds (NSU) eine große anti­ras­sis­tis­che Demo statt. (Aufruf kann hier nachge­le­sen wer­den). Dass es auf­grund des fehler­haften Vorge­hens des Gerichts bei der Ver­gabe von Plätzen an Medienvertreter_innen zu ein­er Ver­schiebung des Prozess­es kom­men sollte, kon­nte zu diesem Zeit­punkt noch nie­mand ahnen.

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Veranstaltung: Im Schatten des Weltkriegs

Im Schat­ten des Weltkriegs
Mas­sen­ge­walt der Ustaša gegen Ser­ben, Juden und Roma in Kroa­t­ien 1941–45
Buchvorstel­lung mit Alexan­der Korb

Don­ner­stag, 6. Juni,19.30
Buchhand­lung St.Johann
Kronenstr.6, Sa
arbrück­en

Im Schat­ten 20130606_Korb_sidedes Zweit­en Weltkriegs ver­suchte die kroat­is­che Ustaša-Bewe­gung, gewalt­sam einen eth­nisch homo­ge­nen Nation­al­staat zu schaf­fen. Die Zer­schla­gung Jugoslaw­iens durch die Wehrma­cht ver­set­zte die Ustaša in die Lage, ein Ter­ror­regime zu etablieren, das sich vornehm­lich gegen Ser­ben, Juden und Roma richtete. Damit ent­fes­selte die Ustaša einen Bürg­erkrieg, dem etwa 500.000 Men­schen zum Opfer fielen.

Alexan­der Korb fragt nach den Motiv­en, Inter­essen und Hand­lungsspiel­räu­men der Ustaša, nach dem Ver­lauf des Gewal­tein­satzes und nach dem Zusam­men­spiel von Bürg­erkriegs­dy­namiken und Bru­tal­isierung. Dabei beschreibt er eine kom­plexe Spi­rale der Gewalt, an der kroat­is­che, ser­bis­che, deutsche und ital­ienis­che Akteure beteiligt waren. Seine Studie erschließt auf ein­drück­liche Weise die Vielschichtigkeit des Geschehens, beschreibt die sit­u­a­tive Gewalt­logik und gibt damit der Holo­caust- wie Gewalt­forschung entschei­dende neue Anstöße.

»Im Schat­ten des Weltkriegs« wurde bere­its mehrfach ausgezeichnet:

  •     Fraenkel Prize in Con­tem­po­rary His­to­ry der Wiener Library, London
  •     Irma Rosen­berg Förder­preis des Insti­tuts für Zeit­geschichte, Wien
  •     Andrej-Mitro­vic-Preis der Michael-Zikic-Stiftung, Bonn
  •     Her­bert-Stein­er-Preis des Doku­men­ta­tion­sarchivs des öster­re­ichis­chen Widerstandes
  • Inter­na­tion­al Con­fer­ence of Labour and Social His­to­ry (ITH)

Eine Ver­anstal­tung in Zusam­me­nar­beit mit der Hein­rich-Böll-Stiftung Saar und Cri­Think! e.V. — Gesellschaft zur Förderung des kri­tis­chen Denkens und Handelns