Am Donnerstag, 1. Oktober 2015, fand in Saarbrücken der alljährliche Gebetszug „Marsch für das Leben“ statt. An dem gruseligen Aufmarsch, der aus dem Umfeld der in St. Arnual ansässigen, katholisch-fundamentalistischen „Priesterbruderschaft Pius X.“, organisiert wurde, nahmen rund 150 Menschen aller Altersklassen teil. Die Anhänger_innen der Piusbruderschaft, die in Saarbrücken zwei Schulen sowie ein Internat betreibt, trafen sich wie jedes Jahr Anfang Oktober vor der Schwangeren-Beratungsstelle von proFamilia in der Mainzer Straße in Saarbrücken, wo sie auf zahlreichen Plaketen gegen Schwangerschaftsabbrüche protestierten und für die abgetriebenen Föten beteten. Weiterlesen
Archiv der Kategorie: Nazis
Kurzmeldung: Autonome Antifa Freiburg enttarnt VS — Spitzel bei den Hammerskins
Die Autonome Antifa Freiburg hat ein Communiqué veröffentlicht, in dem sie ein verstorbenes Mitglied der rassistischen “Hammerskins Westmark” als Vertrauensperson des Inlandsgeheimdienstes “Verfassungsschutz” enttarnt.
Der Bericht bietet einen umfangreichen Einblick in die Strukturen südwestdeutscher Nazis insbesondere der “Hammerskins” und macht wieder einmal deutlich, wie tief der “Verfassungsschutz” in den Ausbau und Erhalt neonazistischer Vereinigungen involviert ist. Auch die saarländischen “Hammerskins” finden in dem Bericht Erwähnung.
Links:
Bericht auf Linksunten: Hammerskin Roland: Tod eines Spitzels
Autonome Antifa Freiburg
Flugblatt: Für einen konsequenten Antifaschismus
Nazis morden, der Staat schiebt ab — Für einen konsequenten Antifaschismus

Antifaschist_innen stellen sich in Heidenau (Sachsen) einem marodierenden Nazimob entgegen (23.8.2015) “Es ist schade, dass wir so auftreten müssen, aber es ist gut, dass wir es können”
1991 — 2015
Am 19. September 1991 wurde Samuel Kofi Yeboah, der aus Ghana in die Bundesrepublik geflüchtet war, bei einem rassistischen Brandanschlag auf das Flüchtlingswohnheim in Saarlouis-Fraulautern, in dem Samuel Yeboah lebte, ermordet. Der Mordanschlag ist bis heute nicht juristisch aufgeklärt, die Ermittlungen wurden nach wenigen Wochen ergebnislos eingestellt. Samuel Yeboah war eines der ersten, lange aber nicht das letzte Opfer rassistischer und neonazistischer Brand- und Mordanschläge nach der sogenannten Wiedervereinigung. In einem Klima zunehmender rassistischer Mobilmachung sowohl auf der Straße als auch in den Reihen der etablierten Politik kam es im wiedervereinigten Deutschland täglich zu Übergriffen und Anschlägen auf Asylsuchende, Geflüchtete und Menschen, die der rassistische Mob als „Ausländer“ brandmarkte. Orte wie Hoyerswerda (17.–23.9.1991), Rostock-Lichtenhagen (22.–26.8.1992), Mölln (23.11.1992) und Solingen (29.5.1993) sind bis heute untrennbar verknüpft mit den rassistischen Pogromen, Übergriffen und Morden der Nachwendezeit.
Wenn man sich heute, im Jahr 2015, die Bilder aus Tröglitz, Freital und Heidenau anschaut, meint man sich unweigerlich zurückversetzt in die frühen 1990er Jahre. Unterkünfte für Geflüchtete werden angezündet, und auf den Straßen und im Internet tobt sich eine widerliche Melange aus Neonazis und rassistischen Bürgern aus und hetzt gegen „Asylanten“, „Ausländer“ und „Lügenpresse“. Hat sich nichts geändert in den letzten 25 Jahren? Dabei war man doch so stolz auf das „Sommermärchen“ 2006, als die ganze Welt die Gastfreundlichkeit der Deutschen kennen und lieben lernte.
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Solidarität mit dem AkuBiZ in Pirna!
In der Nacht zum 19.07.2015 wurden mehrere Scheiben des Büros unserer Genoss*innen und Freund*innen des Alternativen Kultur- und Bildungszentrums (AkuBiZ) in Pirna mit Pflastersteinen eingeworfen. Seit mehreren Jahren stehen wir mit dem Verein aus Sachsen in Kontakt So haben wir schon gemeinsam Bildungsreisen nach Paris, Verdun und zuletzt zum 70. Jahrestag der Landung der Alliierten in der Normandie unternommen.
Zudem haben wir in Saarbrücken und Trier Veranstaltungen durchgeführt zur sogenannten Extremismusklausel und der Ablehnung des „sächsischen Demokratiepreises“ durch das AkuBiZ. 2011 übernahm das AkuBiZ die Patenschaft für den Gedenkstein für den 1991 in Saarlouis durch einen
rassistisch motivierten Brandanschlag ermordeten Samuel Yeboah.
Zu dem Anschlag auf ihr Büro äußern sich die Genoss*nnen wie folgt:
„Hintergrund dieses Angriffes ist vermutlich die rassistisch geführte und einseitige Diskussion um T‑Shirts, die am letzten Wochenende auf unserem antirassistischen Fußball-Cup getragen wurden. Wenn Politiker*innen und etablierte Medien, die Darstellungen und Argumentationen rassistischer Internetseiten unreflektiert wiedergeben, erzeugen sie damit eine Stimmung, die solche Angriffe begünstigt. Die ganze letzte Woche gab es Morddrohungen und Beleidigungen gegen Teilnehmende des Turniers und uns. Viele Veröffentlichungen haben sich den T‑Shirts gewidmet, kaum eine den vorgenannten Vorfällen. All dies hat mit einer Stimmung zu tun, die sich in den vergangenen Monaten gegen Geflüchtete und deren Unterstützer*innen entlädt. Dabei wird nicht nur der Ton rauer, sondern es nehmen ganz konkret auch Übergriffe zu.
Bei dem bekannten Gewaltpotential der Rechten können wir insofern froh sein, dass sich dieser Angriff in einer Sachbeschädigung und nicht in Gewalt gegen Personen ausdrückt.“
Solidarische Grüße aus dem Saarland nach Pirna! Lasst Euch nicht unterkriegen!
Als kleine Geste der Solidarität sammeln wir in den nächsten zehn Tagen Spenden für das AkuBiZ. Ihr könnt eure Spenden bei uns am Infotisch abgeben. Selbstverständlich könnt Ihr auch direkt an das AkuBiZ spenden: http://www.akubiz.de/
Szene auf dem Höhepunkt? – Rechte Aktivitäten im März 2015
Im März fanden zahlreiche Veranstaltungen der extremen Rechten von NPD bis zu Kameradschaften im Saarland statt. Auf den ersten Blick könnte man deshalb annehmen, dass die rechte Szene deutlich erstarkt ist. Dies ist zumindest teilweise der Fall, denn so viele öffentliche Aktionen fanden seit Jahren nicht statt. Allerdings trügt der Schein, denn bei näherem Hinsehen wird deutlich, dass die Taktiken der Nazis vielfach nicht aufgegangen sind. Der Versuch breite Teile der saarländischen Nazi-Hooliganszene hinter „SaGeSa“ zu scharren, scheiterte schon im letzten Jahr an Streitigkeiten rund um die Rolle der NPD bei „SaGeSa“. Die Versuche der NPD Saar über „SaGeSa“ an den Aktionen von „SaarGIDA“ teilzunehmen scheiterten ebenfalls.
Frank Franz und die Saar-NPD
In dem Magazin “der rechte rand” ist in der Ausgabe 152 (Januar/Februar) ein Artikel über den politischen Werdegang von Frank Franz innerhalb der saarländischen NPD erschienen. Das Magazin ist an unserem Info– und Büchertisch erhältlich oder direkt beziehbar unter http://www.der-rechte-rand.de/.
Download des Artikels: DRR 152: Frank Franz und die Saar — NPD
Übergriffe häufen sich – Rechte Mobilisierungen motivieren Neonazis
Übergriffe häufen sich – Rechte Mobilisierungen motivieren Neonazis
Homophober Übergriff im Kaufland in Merzig – Personal und Kunden schauen weg!
Am Freitag, dem 4. Februar 2015, kam es in dem Discounter Kaufland in der saarländischen Kreisstadt Merzig zu einem Angriff auf ein junges Paar. Die beiden Männer wurden durch Mitglieder der neonazistischen Kameradschaft „Sturmdivision Saar“ zuerst beleidigt und dann verfolgt, geschubst und massiv bedroht. Die Neonazis, die aufgrund der Schriftzüge an ihren Jacken eindeutig der Sturmdivision Saar zugeordnet werden konnten, beschimpften das junge Paar unter anderem als „widernatürlich“ und dass sie „vergast gehören“. Weder die Kund_innen im Kaufland noch das Personal griffen ein oder holten Hilfe. Schließlich konnten die Angegriffenen zu ihrem PKW gelangen und flüchten.
Im Internet recherchierten sie dann nach der „Sturmdivision Saar“ und stießen dabei auf Weiterlesen
Aufruf: Gegen den politischen Aschermittwoch der NPD!
Immer wieder dieselbe Scheiße!
Update 17.02.2015:
Kundgebung am Bahnhof Schafbrücke — 17.00 Uhr!
Update 16.02.2015:
Gemeinsamer Zugtreffpunkt: 16:00 Uhr Hauptbahnhof Saarbrücken
Am kommenden Mittwoch, den 18.2.2015, will die saarländische NPD mal wieder ihren politischen Aschermittwoch in der Festhalle Schafbrücke abhalten.
Naziveranstaltungen in dieser Halle waren in den vergangenen Jahren immer wieder Ziel antifaschistischer Intervention. Bereits zum politischen Aschermittwoch 2009 blockierten mehrere Hundert Antifaschist_innen über Stunden eine Zufahrtsstraße zur Halle. An diesem Tag erregte der ehemalige NPD-Bundesvorsitzende Udo Pastörs bundesweite Aufmerksamkeit, als er in seiner Rede in der Festhalle Schafbrücke Ausländer als „Samenkanonen“ und die BRD als „Judenrepublik“ bezeichnete, was ihm im Nachgang eine Verurteilung wegen Volksverhetzung einbrachte.
Auch dieses mal sind die geladenen Gäste alles andere als Unbekannte. Mit dem Berliner Landesvorsitzenden Sebastian Schmidtke soll einer der Hauptstadt-Protagonisten der NPD, welcher aus dem Umfeld der freien Kameradschaft stammt, am Mittwoch sprechen. Das zur musikalischen Begleitung eingeladene Nazi-Duo „A3stus“ fiel zuletzt u.a. bei einer Aktion vor einer Flüchtlingsunterkunft in Berlin-Hellersdorf auf.
Prozess gegen „Fahnenstangen-Nazi“ von der Priebke-Mahnwache
Prozess gegen „Fahnenstangen-Nazi“ von der Priebke-Mahnwache
Am Dienstag, dem 3. Februar 2015 wurde in Saarbrücken der Neonazi Harald Hörner zu einer Geldstrafe verurteilt.
Hintergrund der Verhandlung war der Angriff des Saarlouisers auf eine Frau während der Mahnwache für den deutschen Kriegsverbrecher Erich Priebke am 29. Juli 2013
NPD — Strukturen und Gegenwehr an der Saar
Für das Antifaschistische Infoblatt (AIB) haben wir für die Ausgabe 105 (Winter 2014) einen Artikel verfasst, in dem die NPD als stärkster Akteur der extremen Rechten im Saarland beleuchtet wird und antifaschistische Gegenaktivitäten dargestellt werden.
Anmerkung: Leider hat sich in den Artikel ein Fehler eingeschlichen. Markus Mang ist nicht in den Stadtrat von Völklingen eingezogen, sondern Frank Franz (4,0 %). Mang hat den Einzug in den Stadtrat von Saarlouis mit 1,5 % verpasst. Darüber hinaus erreichte auch Thorsten Kreis für die NPD ein Mandat im Ortsrat Völklingen.
Das Antifaschistische Infoblatt ist bei dem Info- und Büchertisch der Antifa Saar erhältlich oder direkt beziehbar unter http://www.antifainfoblatt.de/.
Download: NPD-Strukturen und Gegenwehr an der Saar [PDF]


