Antisemitismus ist in der AfD allgegenwärtig. Immer wieder attackiert die Partei unter Rückgriff auf antisemitische Stereotype prominente Vertreterinnen jüdischen Lebens, teilen führende AfD-Funktionärinnen antisemitische Verschwörungserzählungen oder relativieren die Verbrechen des Nationalsozialismus. Trotz der zahlreichen einschlägigen Skandale in ihrer noch jungen Parteiengeschichte wird dem Antisemitismus in der Analyse der AfD jedoch kaum Beachtung geschenkt.
In seinem Buch beschreibt Stefan Dietl den Antisemitismus als wesentliches Ideologieelement und Welterklärungsmodell der AfD. Dabei nimmt er die verschiedenen Erscheinungsformen des Judenhasses in der Partei ebenso unter die Lupe wie die Versuche der AfD, sich als Bollwerk gegen Antisemitismus und Fürsprecherin Israels zu inszenieren.
Hinweis: am Vortag spricht Stefan Dietl bei der Arbeitskammer zu Antisemitismus und Gewerkschaften
Veranstalter*innen: Antifa Saar / Projekt AK; CriThink! e.V.; Heinrich Böll Stftung Saar; Deutsch-Israelische Gesellschaft Saar; Junges Forum Saar.
Die Veranstalter behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die extrem rechten Parteien oder Organisationen angehören, der rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder sie von dieser auszuschließen.
Für den 7. Oktober 2025 hatte die Antifa Saar / Projekt AK gemeinsam mit weiteren saarländischen Initiativen gegen Antisemitismus und der Synagogengemeinde Saar zu einer Kundgebung in Saarbrücken aufgerufen. 200 Teilnehmende gedachten vor der Synagoge den Opfern des Terrors der Hamas, forderten die sofortige und bedingungslose Freilassung aller noch im Gaza-Streifen verschleppten Geiseln und brachten ihre Solidariät mit Israel zum Ausdruck. Wir dokumentieren hier die Rede der Antifa Saar / Prjekt AK.
Bild: Antifa Saar / Projekt AK
Liebe Freundinnen und Freunde Israels!
Nun ist es zwei Jahre her, dass die Hamas und mit ihr verbündete islamistische Terroristen den Staat Israel vom Gaza-Streifen aus überfallen haben und in ihrem tiefen Hass auf alles Jüdische 1.200 Menschen ermordeten und 240 Geiseln verschleppten. Auch wenn es uns alle jedes Mal aufs Neue schockiert und fassungslos macht ist es wichtig, dieses Grauen niemals zu vergessen und immer wieder klar zu benennen: Menschen, die auf dem Nova Festival das schöne Leben feiern wollten, wird aus nächster Nähe in den Kopf geschossen. 364 Menschen werden alleine dort ermordet. Frauen werden auf grausamste Art und Weise vergewaltigt, gequält, massakriert, ermordet. Wohnungen werden angezündet, in denen Kinder qualvoll verbrennen und ersticken. Menschen werden auf Ladeflächen von Pickups geworfen und in den Gaza-Streifen verschleppt. Es ist ein unfassbarer Horror, der unsere Vorstellungskraft, was Menschen einander anzutun in der Lage sind, übersteigt. Es ist das schlimmste Massaker an Jüdinnen und Juden seit der Shoa. Und dieses genozidale Vorhaben ist bestens belegt, auch durch Videoaufnahmen der Terroristen selbst.
So offensichtlich das Verbrechen und so klar Täter und Opfer sind: Eine öffentliche Anteilnahme und eine Solidarisierung mit den Angegriffenen blieb überwiegend aus. Stattdessen wurde der Angriff der islamistischen Terroristen und die unfassbare Grausamkeit öffentlich gefeiert. Jubelfeiern — nicht nur in Berlin — für die Hamas, auf denen Süßigkeiten verteilt wurden. Keine Demonstrationen gegen die Hamas, sondern Demonstrationen gegen Israel. Schuld sollen also wie immer die Jüdinnen und Juden sein.
Doch Israel als lebensnotwendiger Schutzraum für Jüdinnen und Juden hatte nach dem Massaker und der Kriegserklärung durch die Hamas vom 7. Oktober 2023 keine Wahl: Israel muss seine Bevölkerung schützen und Israel hat jedes Recht, sich zu verteidigen. Und dafür muss die Hamas vollständig zerschlagen werden. Denn der Plan der Hamas geht weit über die Massaker vom 7. Oktober hinaus. Dass der Gazastreifen über viele Jahre mit hunderten Kilometern militärischer Tunnelanlagen durchzogen wurde, dass die Hamas ihre terroristische Infrastruktur in, um und unter Krankenhäusern, Schulen und anderen zivilen Einrichtungen betreibt, all das ist Teil des dreckigen Plans dieser Bande von Menschenfeinden. Denn so zwingt die Hamas Israel, hässliche Bilder zu produzieren: Bilder von Angriffen, die sich angeblich gegen Krankenhäuser richteten. Bilder einer leidenden Zivilbevölkerung. Bilder der Zerstörung ganzer Stadtviertel. Dieses Leid ist Kalkül der Hamas. Und wenn diese Bilder in den Nachrichten und sozialen Medien gezeigt werden, wird oft verschwiegen: Die Ursache dieser Bilder ist, dass die Hamas die eigene Bevölkerung als Schutzschild missbraucht und den Tod und das Leiden der Menschen im Gazastreifen bewusst herbeiführt, um den weltweiten Hass gegen Israel und gegen Jüdinnen und Juden zu befeuern. Nichts anderes will die Hamas! Je größer das Leid im Gazastreifen, je mehr tote Kinder, desto besser für die Hamas.
Es ist die Hamas, der die Menschen egal sind! Es ist die Hamas, die keinen Frieden mit Israel will! Es ist die Hamas, die Israel vernichten will!
Dass ausgerechnet so viele Linke all das nicht wahrhaben wollen, macht uns als Antifaschist*innen wütend. Sei es das sogenannte “Bündnis solidarische Linke” hier in Saarbrücken, seien es die sogenannten Aktivist*innen der “Global Sumud Flotilla”. Die Schuld wird einfach umgekehrt, die Opfer des Massakers vom 7. Oktober 2023 zu Tätern gemacht: Der Vorwurf des Genozids wird nicht der Hamas gemacht, sondern Israel. Die Parole “Nie wieder!”, die sich auf die Shoa bezieht und untrennbar mit ihr verbunden ist, wird umgedeutet und nun gegen Jüdinnen und Juden gerichtet.
Dabei heißt “Nie wieder!” vor allem anderen: Nie wieder Shoa! Nie wieder dürfen Jüdinnen und Juden Opfer werden! Dafür stehen wir als Antifaschist*innen. Für dieses Versprechen steht Israel als Staat. Und deshalb stehen wir an der Seite Israels.
Nie wieder Faschismus! Nie wieder Shoa! Am Israel Chai!
Am 7. Oktober 2023 ermordeten Terroristen der Hamas und ihrer Verbündeten rund 1.200 Menschen in Israel. Gezielt, grausam und antisemitisch motiviert. Viele von ihnen wurden nur getötet, weil sie Jüdinnen und Juden waren. Hunderte Geiseln wurden verschleppt, Frauen vergewaltigt, ganze Familien ausgelöscht. Bis heute, zwei Jahre später, befinden sich noch rund 50 von ihnen in der Gewalt der Hamas. Ihre Familien leben seither im Ausnahmezustand. Ihre Freilassung ist überfällig. Wir sagen: Bring Them Home Now!
Die Bilder aus dem Gazastreifen erschüttern uns zutiefst. Unsagbares Leid trifft eine Zivilbevölkerung, die seit Jahren unter der Herrschaft der Hamas lebt, die bewusst zivile Einrichtungen wie Schulen, Krankenhäuser und Wohnhäuser zur Tarnung ihrer Terrorinfrastruktur nutzt. Israel steht vor der äußerst schwierigen Aufgabe, sich gegen diesen Terror zu verteidigen, ohne zwischen militärischen und zivilen Zielen klar unterscheiden zu können. So tragisch die humanitäre Lage ist: Die Hauptverantwortung für das Elend in Gaza liegt bei der Hamas, die die eigene Bevölkerung skrupellos instrumentalisiert.
Und der Terror gegen Israel endet nicht. 2024 und erneut 2025 griff der Iran, der ganz offiziell Israel vernichten will, direkt und über seine Verbündeten wie Hisbollah, die Huthi-Milizen und militante Gruppen im Irak und Syrien Israel mit Raketen und Drohnen an. Es ist die massivste militärische Bedrohung für den jüdischen Staat seit Jahrzehnten. Die Angriffe dauern an und machen deutlich: Israel steht unter dauerhaftem Beschuss und hat das Recht sich zu verteidigen.
Gleichzeitig erleben wir in Deutschland und weltweit eine antisemitische Eskalation historischen Ausmaßes. Allein im Jahr 2024 wurden laut der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) über 8.600 antisemitische Vorfälle dokumentiert. Das ist ein Anstieg um fast 77 % im Vergleich zum Vorjahr. Das bedeutet: An nahezu jedem Tag wurden über 23 antisemitische Taten oder Drohungen registriert. Betroffen waren unter anderem Schulen, Hochschulen, Synagogen und jüdische Geschäfte.
Viele Jüdinnen und Juden fühlen sich nicht mehr sicher, nicht mehr wahrgenommen, nicht mehr zugehörig. Sie erleben, wie antisemitischer Hass offen ausgesprochen wird, oft getarnt als „Israelkritik“ oder “Antizionismus”, aber längst weit darüber hinausgehend. Demonstrationen, auf denen zu Gewalt aufgerufen wird. Universitäten, an denen jüdische Studierende isoliert, bedroht und angegriffen werden. Angriffe auf jüdische Einrichtungen, Bedrohungen auf Schulhöfen, Hetze in sozialen Netzwerken, all das ist Realität.
Antisemitismus kommt aus vielen Richtungen: Von Rechts, von Links, aus islamistischen Milieus, aus der sogenannten Mitte. Es gibt keine „guten Gründe“ für Antisemitismus, auch nicht im Namen der Menschenrechte. Wer Israel das Existenzrecht abspricht, rechtfertigt Gewalt. Wer jüdisches Leben hier angreift, muss bekämpft werden.
Deshalb rufen wir zur Kundgebung am 7. Oktober 2025 um 19 Uhr auf dem Platz vor der Synagoge in Saarbrücken auf. Wir stehen an der Seite Israels, an der Seite der demokratischen Bewegungen für eine Zukunft ohne Krieg und Terror in der Region, an der Seite der Geiseln und ihrer Angehörigen, und an der Seite von Jüdinnen und Juden. Im Saarland, in Deutschland und weltweit.
Wir sagen:
Die Geiseln müssen sofort freigelassen werden – Bring Them Home Now!
Israel hat das Recht, seine Bevölkerung vor Terror, Raketenangriffen und Vernichtungsdrohungen zu schützen.
Die Existenz Israels als jüdischer und demokratischer Staat ist nicht verhandelbar. Wer Frieden will, muss dieses Recht anerkennen.
Für eine friedliche Zukunft im Nahen Osten in Würde, Sicherheit, politischer Selbstbestimmung und gegenseitiger Anerkennung für alle Menschen. Antisemitismus, von rechts, von links, islamistisch oder aus der sogenannten Mitte, muss bekämpft werden.
Nie wieder darf kein leeres Versprechen bleiben. Nie wieder ist jetzt.
SIGA gehören an: Deutsch-Israelische Gesellschaft Saar, Junges Forum Saar, Antifa Saar/Projekt AK, ConnAct Saar, Linksjugend [‘solid] Saar, Heinrich-Böll-Stiftung Saar
Hamza Howidy stammt aus dem Gazastreifen. Er ist Friedensaktivist und wurde als solcher mehrfach von der Hamas verhaftet und gefoltert. Im August 2023, kurz vor dem Massaker der Hamas am 7. Oktober, floh er aus dem Gazastreifen – über Ägypten, Griechenland nach Deutschland. Die Hamas kritisiert er weiter, ebenso wie die Rolle des Iran und die der globalen Linken. Als Aktivist, der sich gegen Antisemitismus und Islamismus einsetzt, wird er auch in Europa bedroht. Denn der lange Arm der Hamas und ihrer Helfershelfer reicht weit über Gaza hinaus. Und dennoch will er nicht aufhören. Hamza Howidy berichtet aus erster Hand, was es bedeutet, im Gazastreifen unter knapp 20 Jahren Hamasherrschaft aufzuwachsen. Deutschland möchte ihn abschieben. Diese Stimme darf nicht verstummen.
Lebach, Saarlouis und jetzt St. Wendel. Am Samstag, den 31.05.2025, soll der dritte Aufmarsch extrem rechter Akteur:innen unter dem Motto “Gemeinsam für Deutschland” stattfinden. Das werden wir nicht unbeantwortet lassen! Wir stellen uns dem rechten Vormarsch entgegen!
Extrem rechte Kräfte aus dem offen rechtsradikalen Flügel der Pandemieleugner:innenbewegung sowie neonazistische Kräfte versuchen durch die bundesweite Kampagne “Gemeinsam für Deutschland” mit zeitgleichen Demonstrationen im gesamten Bundesgebiet den Kampf um die Straßen auf eine neue Stufe zu heben. Die extrem rechte Demonstrationskampagne wurde von Dennis Prakenings und Sascha Dominikowski aus Schleswig-Holstein initiiert. Nach außen demonstrieren sie für “flächendeckende Grenzkontrollen”, “gegen die finanzielle Unterstützung der Ukraine” oder “für den Schutz der Bevölkerung”. Hinter diesen vermeintlich “gemäßigten” Parolen, auf die auch Teile der saarländischen Presse hereinfallen, steckt die alte braune Pest” Wie sie wirklich wollen, ist klar: eine deutschnationale, rassistische und queerfeindliche Agenda durchsetzen und die faschistischen Kräfte stärken” Ziel der Kampagne ist vor allem die Vernetzung extrem rechter Akteur:innen und eine neonazistische Raumnahme. Ihre Demonstrationen sind also keine harmlosen Spaziergänge, sondern eine Mobilisierung von Neonazis, AfD-Anhänger:innen und rechtsradikalen Pandemieleugner:innen.
Je nach Bundesland haben die Aufmärsche unterschiedliche Erscheinungen: Während in manchen Städten der Charakter der Demonstrationen offen militant neonazistisch geprägt war, orientierte sich die saarländische Demonstration eher an der antisemitischen und deutschnationalen Pandemieleugner:innen- und Querfront- Friedensbewegung. Hier laufen Esoteriker:innen, Verschwörungsgläubige und vermeintliche Friedensfreund:innen Seite an Seite mit den Altkadern des saarländischen Neonazismus, wie auch mit neuen möchtegern-Kadern der sich bundesweit entwickelnden neonazistischen Jugendbewegung.
Noch im März folgten in Lebach dem Aufruf 400 Personen, in Saarlouis waren es im April nur noch 300. Als Organisatorin der saarländischen Aufmärsche tritt Monika Trodler vom AfD-Stammtisch “Freunde Hochwald” auf. Diese organisiert auch die Kundgebungen von “Selbstdenker Kell/Hermeskeil”, wie im letzten Monat in Trier. Auf diesen Demonstrationen sind laut Organisatorin die Pride-Fahne verboten, Fahnen des Deutschen Reiches jedoch gerne gesehen, was sich junge Neonazis nicht nehmen lassen wollten und diese vor Ort stolz präsentierten. Die Themen der ekelhaften Redebeiträge bei der Demonstration in Saarlouis reichten von rechten Propagandafloskeln wie “Mut und Wahrheit” sowie dem vermeintlichen Kampf für “Meinungsfreiheit”, über Coronaimpfungen bis zur Hetze gegen trans Personen und Sexualaufklärung.
Wie schon Lebach und Saarlouis ist auch St. Wendel nicht zufällig gewählt. Während der Corona-Pandemie war St. Wendel einer der Orte, wo die sogenannte Wuerdenker-Bewegung schon früh auf sehr fruchtbaren Boden traf. Neben der Involvierung nicht unwesentlicher Teile des städtischen Kleinbürger:innentums machte sich hier vor allem auch die Dichte der esoterisch oder anthroposophisch geprägten Bevölkerung im gesamten Landkreis bemerkbar. Die auf den Kundgebungen gehaltenen Reden waren teils offen antijüdisch, wie diejenige des sarländischen Verschwörungsideologen und offenen Antisemiten Traugott Ickeroth. Auch der revanchistische und deutschnationale Hetzer Thorsten Schulte, welcher sich als “kritischer Journalist” ausgibt, konnte vor mehreren hundert Menschen davon faseln, dass Deutschland fremdbestimmt sei und “Selbstbestimmung für die Deutschen” fordern. Auch hier hüllten sich die altbekannte Hetze von Nazis und deutschen Revanchisten in ein lächelndes “bürgerliches” Gewand, um die Bevölkerung zu verhetzen. An diese Erfolge will die Demonstration in St. Wendel anknüpfen. Dies gilt es zu verhindern durch entschlossenen antifaschistischen Widerstand!
Jeder Meter extrem rechter Raumnahme ist eine ekute Gefahr für die Betroffenen von deutschem Nationalismus, Rassismus, Antisemitismus, Frauen- und Queerfeindlichkeit!
Dort wo sich Faschist:innen sicher fühlen, werden sie den rechten Terror entfachen, wenn man sie nicht stoppt. Dies zeigen auch zwei jüngere Beispiele aus St. Wendel: In der Silvesternacht 2017/18 wurden linke Jugendliche unter “Sieg Heil”-Rufen mit Böllern beworfen und teils zusammengeschlagen. Im April diesen Jahres gab es einen Brandanschlag in der Innenstadt, bei dem selbst die Polizei “ein rassistisches Motiv nicht ausschließt”. In Solidarität mit den Betroffenen rechten Terrors müssen wir den rechten Vormarsch stoppen. Deshalb müssen wir uns diesem Aufmarsch entgegenstellen!
Kommt zur antifaschistischen Demonstration am 31.05. in St. Wendel und organisiert den antifaschistischen Widerstand gegen die faschistische Pest — in St. Wendel und überall!
Unter dem Motto “Solidarität mit Israel am 7. Oktober!” versammelten sich mehrere hundert Menschen, um ein deutliches Zeichen gegen Judenhass zu setzen. Die Kundgebung in Saarbrücken am 7. Oktober 2024 war ein eindrucksvolles Zeichen gegen Antisemitismus und für Solidarität mit Israel. Im Mittelpunkt der Kundgebung standen Reden, die die aktuellen Herausforderungen und die Notwendigkeit eines entschiedenen Vorgehens gegen Antisemitismus thematisierten. Neben der Situation in Israel wurde auch der Antisemitismus in der deutschen Gesellschaft und in der deutschen Linken thematisiert und kritisiert.
Für die Antifa Saar / Projekt AK war die Kundgebung ein wichtiges Signal der Geschlossenheit und Solidarität, nicht nur mit der jüdischen Gemeinde, sondern mit allen, die sich gegen Antisemitismus engagieren. Ziel war es, ein Bewusstsein für die wachsende Bedrohung durch Antisemitismus zu schaffen und Menschen zu motivieren, sich zu organisieren und aktiv gegen Vorurteile und Hass einzutreten. Angesichts der jüngsten Ereignisse, darunter antisemitische Vorfälle und Demonstrationen in ganz Deutschland, die vielerorts von vermeintlich linken Gruppen organisiert oder zumindest unterstützt wurden, war die Durchführung der Kundgebung für die Antifa Saar besonders dringlich.
Die Antifa Saar / Projekt AK bedankt sich bei den Mitorganisator:innen und allen Teilnehmenden, die ihre Unterstützung für den Schutz jüdischen Lebens und des Staates Israel zum Ausdruck gebracht haben.
Die Antifa Saar / Projekt AK ruft gemeinsam mit dem Bündnis gegen Antisemitismus zu einer Kundgebung am 7. Oktober 2024 um 18 Uhr auf dem Landwehrplatz in Saarbrücken auf.
Die Hamas will alle Jüdinnen und Juden töten und den Staat Israel vernichten. Dies steht in Ihrer Charta und dies zeigte sie bei ihrem Massaker am 7.10.2023 durch die Ermordung von 1.200 Menschen in Israel. Sie wurden vor allem deswegen ermordet, weil sie als Jüdinnen und Juden in Israel lebten. Am 07.10. fand auch ein massenhafter Mord an Frauen statt, die außerdem massiver sexualisierter Gewalt ausgesetzt waren. Besonders brutal richtete sich der Terror auch gegen arabisch-muslimische Israelis, die als Verräter:innen an der islamischen Sache galten. Die Hamas machte auch vor Arbeitsmigrant:innen und weiteren Teilen der israelischen Gesellschaft keinen Halt. Der Hass auf Jüdinnen und Juden geht bei der Hamas so weit, dass sie für ihr Ziel große Teile der Bevölkerung in Gaza opfern würde. Sie benutzt diese systematisch als Schutzschild für ihre militärischen Anlagen in Krankenhäusern, Wohnblocks und Kindergärten. Und noch immer befinden sich mehr als hundert Geiseln in der Gewalt der Hamas und ihrer Verbündeten. Für ihren eliminatorischen Antisemitismus wird die Hamas von einem breiten Bündnis verständnisvoll unterstützt: von vielen – aber nicht allen – Palästinenser:innen, von Linken, von Rechten, von Friedensbewegten und von islamischen Staaten wie dem Iran, der Türkei und Katar. Von dort fließen Gelder und Waffen an die Hamas, die Hisbollah im Libanon und die Huthi-Milizen im Jemen. Unter dem Deckmantel der „Palästina-Solidarität“ und der „Israel-Kritik“ haben sich offene und versteckte Freund:innen der Hamas in Saarbrücken und weltweit daran gemacht, den islamistischen Terror zum „Widerstand“ umzudeuten und Israel mit altbekannten antisemitischen Völkermord-Vorwürfen zu überziehen. Auch wird der Staat Israel als Zufluchtsort von Jüdinnen und Juden, von rechts über die Mitte der Gesellschaft bis nach linksaußen dämonisiert und mit doppelten Standards betrachtet. So wird eine gesellschaftliche Stimmung erzeugt, in der sich Antisemit:innen sicher fühlen und auch in Deutschland sichtbares jüdisches Leben ständigen Angriffen ausgesetzt ist. Unsere Kundgebung am 07. Oktober 2024 in Saarbrücken soll ein deutliches Zeichen der Solidarität mit Israel und Jüdinnen und Juden weltweit setzen.
Wir sagen: Die Existenz Israels als jüdischer Staat ist unverhandelbar! Israel hat das Recht sich zu verteidigen und seine Feinde zu bekämpfen! Der globale Antisemitismus muss bekämpft werden!
Am 7. Oktober 2023 überfiel die islamistische Terrorgruppe Hamas vom südlichen Gazastreifen aus den Staat Israel und verletzte, tötete, massakrierte, vergewaltigte oder verschleppte tausende Jüdinnen und Juden. Das Gemetzel an Besucher:innen eines Musikfestivals zeigte exemplarisch die Feindschaft des islamistischen Terrors gegen jede Freiheit und jede Freude im Leben. Israel befindet sich in einem Mehrfronten-Krieg: Im Süden kämpfen die israelischen Verteidigungsstreitkräfte gegen die Hamas und ihre Terror-Infrastruktur im Gaza-Streifen. Im Norden wird Israel regelmäßig von libanesischem Staatsgebiet aus von der aus dem Iran gesteuerten Hisbollah angegriffen. Aus dem Jemen beteiligt sich die islamistische Terrorgruppe Huthi, ebenfalls hochgerüstet und unterstützt durch den Iran, am Kampf gegen Israel. In der Nacht des 14. April hat nun das iranische Mullah-Regime Israel direkt mit mehr als 300 Drohnen und Raketen angegriffen. Seit Jahrzehnten verfolgt der Iran ganz offen das Ziel, Israel von der Landkarte zu tilgen und die dort lebenden Jüdinnen und Juden auszulöschen. Das klerikal-faschistische Regime in Teheran will nicht nur die Vernichtung Israels, sondern unterdrückt auch die eigene Bevölkerung und insbesondere die Frauen im Iran auf grausamste Art. Die Antifa Saar / Projekt AK kämpft gegen jeden Antisemitismus und steht unerschütterlich an der Seite Israels im Kampf gegen jede islamistische oder sonstige Bedrohung seiner Existenz. Deshalb unterstützen wir den Aufruf der Synagogengemeinde Saar, der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Saar und des Jungen Forum Saar zu einer Kundgebung am 16. April 2024.
An diesem Wochenende soll im Saarbrücker Brockenhaus ein Kongress der verschwörungsideologischen und antisemitischen Esoterik-Szene stattfinden. Wir haben die Verantwortlichen des Brockenhaus gestern über den Charakter dieser Veranstaltung informiert.
Werbung für eine antisemitische Propagandaveranstaltung im wissenschaftlichen Gewand
Hier unser offener Brief dazu:
An Restaurant Brockenhaus Geschäftsführung und Team - Am Halberg 1 66121 Saarbrücken
Saarbrücken, den 22.06.2022
Offener Brief
Betreff: Kongress der verschwörungsideologischen und antisemitischen Esoterikszene in Ihrem Restaurant
Sehr geehrte Geschäftsführung und Team des „Brockenhaus Saarbrücken“,
mit Entsetzen mussten wir feststellen, dass am Samstag, dem 25.06.2022 in Ihrem Hause der sogenannte „Kongress der vereinten Wissenschaften“ stattfinden soll.
Dabei handelt es sich nicht – wie der Kongresstitel irreführend vermuten lässt – um eine interdisziplinäre Zusammenkunft einigermaßen seriöser Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.
Vielmehr propagiert der Veranstalter, der esoterischer Kleinverlag „Hesper“ unter Leitung von Sabine Glocker aus Saarbrücken, dort Fehlinformationen aus dem medizinischen Bereich sowie allerlei Verschwörungsideologien. Dabei handelt es sich keineswegs um harmlose Skurrilitäten oder bloße Spinnereien, sondern um teils lebensgefährdende Heilversprechen und knallharte antisemitische Propaganda.
Der angekündigte Referent und selbsternannte Wunderheiler Andreas Kalcker empfiehlt beispielswiese die Verwendung von Chlorbleiche zur Behandlung von u.a. Autismus, Arthritis, Krebs und Corona-Infektionen. In Argentinien gibt es deshalb gegen ihn auch Ermittlungsverfahren wegen Verbrechen gegen die öffentliche Gesundheit, da es im Zusammenhang mit seinen pseudomedizinischen Behandlungsempfehlungen zu Todesfällen kam und Kalcker an der Spitze eines Rings von Chlordioxidhändlern gestanden haben soll.
Als weiterer Redner soll Holger Reißner auftreten. Er verbreitet Falschinformationen über Corona-Impfstoffe und empfiehlt ebenfalls Chlorbleiche als Heilmittel. Als Redner trat er auch bereits bei Kundgebungen der sogenannten „Querdenker“ auf.
Dritter in dem fragwürdigen Bunde ist Harald Kautz. Er referiert gerne über sogenannte Chemtrails und geheime Biowaffen, mit denen die Mächtigen der Welt die Bevölkerung beherrschen würden. Er hat das Vorwort zu dem Buch „Illuminati – der Kult, der die Welt gekapert hat“ verfasst. Dabei handelt es sich um ein zweifelsfrei antisemitisches Werk. Frank Jacob gibt ebenfalls an, eine Verschwörung aufgedeckt zu haben. So sei der Irak-Krieg geführt worden, damit das US-amerikanische Militär sich ein sich dort befindliches „looking glass“ habe aneignen können, mit dessen Hilfe in die Zukunft geschaut und diese somit auch verändert werden könne.
Bei Traugott Ickeroth, angekündigt als Moderator des Kongresses, handelt es sich um einen der bekanntesten Verschwörungsideologen aus dem saarländischen Raum. Er verfügt über mehrere Zehntausende Follower bei telegram und referiert unter anderem über außerirdische Echsenmenschen, die die Regierung und das gesellschaftliche Leben unterwandern würden. Er vertritt die von der extremen Rechten in Umlauf gebrachte „Umvolkungsthese“ und behauptet auf seiner Website unverhohlen, es gebe einen Angriff auf Deutschland, der von „jüdischen Interessen“ gelenkt sei.
Wir gehen davon aus, dass Sie als Geschäftsführung und Team des Brockenhaus nicht über die Inhalte dieser antisemitischen – als wissenschaftlichen Kongress getarnten – Veranstaltung im Bilde waren und nun umgehend Schritte einleiten werden, um zu verhindern, dass der gute Name Ihres Hauses in Zukunft mit derartigen Propagandaveranstaltungen in Verbindung gebracht wird.
Wir gehen weiterhin davon aus, dass es nicht stimmt, dass es sich bei Ihnen selbst um Anhänger dieser Ideologien handelt, wie in einschlägigen telegram-Gruppen mehrfach behauptet wurde.
Vielmehr hoffen wir, dass Sie selbst darüber erschrecken, wer sich da bei Ihnen eingemietet hat und Sie aufgrund arglistiger Täuschung von Ihrem Hausrecht Gebrauch machen werden, den Kongress absagen und damit Ihren Teil dazu beitragen, dass an diesem Wochenende Antisemiten und anderen Verschwörungsideologen in der Landeshauptstadt KEINFORUM geboten wird.
Diesen Brief werden wir in den kommenden Stunden öffentlich machen und würden uns sehr freuen, ihn mit dem Zusatz versehen zu können, dass Sie als Geschäftsführung umgehend mit der Kündigung des Mietvertrags reagiert haben.
Mit freundlichen Grüßen Antifa Saar / Projekt AK
Am Abend des 24.01.2022 versuchten erneut 30 Personen aus der Szene der Corona-Leugnenden, eine Kundgebung vor dem Saarbrücker Rathaus abzuhalten. Mit dabei waren abermals bekannte Nazis, wie beispielsweise Jacqueline Süßdorf. Antifaschistischer Gegenprotest störte die Versammlung erfolgreich und vertrieb die Verschwörungsgläubigen aus der Saarbrücker Innenstadt, bis sich die Versammlung schließlich auflöste.
Erfolgreicher antifaschistischer Protest gegen Schwurbler und Nazis vor dem Saarbrücker Rathaus.Weiterlesen →