Aufruf zur Demonstration am 16.11. gegen den “Marsch für das Leben”

Wie jedes Jahr will auch diesen Novem­ber wieder die Pius­brud­er­schaft ihren klerikalfaschis­tis­chen Marsch durch Saar­brück­en abhal­ten. Wir rufen gemein­sam mit anderen Grup­pen und Ini­tia­tiv­en zu Gegen­protesten auf! Schließt euch zahlre­ich an!

Sam­stag, 16. Novem­ber, 15:30 Uhr
Landwehrplatz, Saar­brück­en

Aufruf­text:
Gegen den „Marsch für das Leben“! Schluss mit religiösem Fun­da­men­tal­is­mus! My body, my choice!

Auch in diesem Jahr will die extrem rechte „Priester­brud­er­schaft Pius X“ ihren soge­nan­nten „Marsch für das Leben“ ver­anstal­ten. Dieser ist der größte jährlich stat­tfind­ende faschis­tis­che Auf­marsch in Saar­brück­en, bei welchem neben Klerikalfaschist_innen auch Faschist_innen aller Couleur mit­marschieren. Das Spek­trum reicht hier von NPD-Kadern über Mit­glieder der “Iden­titären Bewe­gung” bis hin zur AfD. So ver­wun­dert es nicht, dass die Haup­tred­ner­in des Marsches, Jean­nette Schweitzer, seit 2019 Frak­tionsvor­sitzende der AfD im St. Ing­bert­er Stad­trat ist.
Hin­ter der antifem­i­nis­tis­chen Agi­ta­tion der Pius­brüder gegen Schwanger­schaftsab­brüche ste­ht eine geschlossen patri­ar­chale, homo- und trans­feindliche sowie christlich fun­da­men­tal­is­tis­che Ide­olo­gie, deren Ziel eine klerikal-faschis­tis­che, anti­mod­erne Gesellschaft­sor­d­nung mit­samt katholis­chem Gottesstaat ist. Dieser Ruf nach ein­er kul­turellen Kon­ter­rev­o­lu­tion wird abgerun­det durch Ver­schwörungs­denken, Anti­semitismus, Ras­sis­mus und völkisch-nation­al­is­tis­che Pro­pa­gan­da. Diese christlich-fun­da­men­tal­is­tis­che Sek­te betreibt durch den „Don Bosco Schul­vere­in e.V.“ auch zwei Schulen und ein Inter­nat im Saar­land, die es in den let­zten Jahren immer wieder durch Mis­shand­lungsvor­würfe in die über­re­gionale Presse schafften. So kön­nen die Pius­brüder mit Finanzierung durch die Lan­desregierung Kinder schon früh mit ihrer reak­tionären Ide­olo­gie indok­trinieren. Die besten­falls halb­herzi­gen Ver­suche der saar­ländis­chen Lan­despoli­tik, diese Indok­tri­na­tion von Kindern und den Auf­bau ein­er mit­te­lal­ter­lich anmu­ten­den Par­al­lelge­sellschaft zu ver­hin­dern, wer­den immer wieder kon­terkari­ert durch Ehrenbe­suche und Gruß­worte vom Spitzen­per­son­al der saar­ländis­chen Lan­despoli­tik.
Jedoch dür­fen wir nicht vergessen, dass die reak­tionäre Poli­tik der Pius­brüder die jet­zige Geset­zes­lage bei Schwanger­schaftsab­brüchen nur kon­se­quent umset­zen will mit dem Ziel diese weit­er zu ver­schlim­mern. Der deutsche Staat nimmt Frauen ihre Möglichkeit auf kör­per­liche Selb­st­bes­tim­mung, indem er sich den Zugriff auf und die Entschei­dung über ihren Kör­p­er vor­be­hält. Schwanger­schaftsab­brüche sind in Deutsch­land immer noch ille­gal, nur unter bes­timmten Bedin­gun­gen straf­frei. Die Bun­desre­pub­lik und die Große Koali­tion aus SPD und CDU sind im Jahr 2019 wed­er bere­it den Nazi-Para­graphen 218 endlich abzuschaf­fen, noch der Stig­ma­tisierung von Schwanger­schaftsab­brüchen durch die Ver­hin­derung der Ver­bre­itung neu­traler Infor­ma­tio­nen ent­ge­gen­zutreten. Die Entschei­dung über den Kör­p­er von Frauen muss in Frauen­hand sein!

Deshalb gehen wir am 16. Novem­ber auf die Straße und wer­den laut, vielfältig und kämpferisch den Pius­brüdern nicht die Stadt über­lassen. Wir tre­f­fen uns um 15:30 am Landwehrplatz!
Gegen den „Marsch für das Leben“! Schluss mit religiösem Fun­da­men­tal­is­mus! My body, my choice!