Veranstaltungen im Oktober — November

Irakische Juden ver­lassen den Flughafen Lod (Israel) auf ihrem Weg zum ma’abara-Tran­sit­lager (1951).

Mittwoch / 30.10.2019 / 20.00 Uhr
Vere­inte Natio­nen gegen Israel – Wie die Uno den jüdis­chen Staat dele­git­imiert
Vor­trag von Alex Feuer­herdt
Fest­saal des Rathaus­es / Rathaus­platz 1 / 66111 Saar­brück­en

Don­ner­stag / 21.11.2019 / 20:00 Uhr
Der Exo­dus der Juden aus der ara­bis­chen Welt & dem Iran:
Diskri­m­inierung, Flucht & Vertrei­bung
Vor­trag von Dr. Stephan Gri­gat
Fest­saal des Rathaus­es / Rathaus­platz 1 / 66111 Saar­brück­en

Die Ver­anstal­tun­gen find­en statt im Rah­men­pro­gramm der Ausstel­lung:
1948. Die Ausstel­lung” — Zur Grün­dung des Staates Israel
Zu sehen vom 28.10. 2019 – 21.11.2019 im Rathaus Saar­brück­en / Hauber­riss­er Saal

Alex Feuer­herdt:
„Vere­inte Natio­nen gegen Israel – Wie die UNO den jüdischen Staat dele­git­imiert“


Kein anderes Land ste­ht bei den Vere­in­ten Natio­nen der­art am Pranger wie Israel. Die Unesco und der UN-Men­schen­recht­srat beispiel­sweise haben den jüdis­chen Staat in ihren Res­o­lu­tio­nen häu­figer verurteilt als alle anderen Län­der dieser Welt zusam­men. Auch die Gen­er­alver­samm­lung der Uno beschäftigt sich in ihren Diskus­sio­nen weitaus öfter mit der einzi­gen Demokratie im Nahen Osten als etwa mit Syrien, Nord­ko­rea oder dem Iran. Die UN-Frauen­recht­skom­mis­sion hat Israel unlängst als einziges Land für die Ver­let­zung von Frauen­recht­en kri­tisiert, für die Welt­ge­sund­heit­sor­gan­i­sa­tion (WHO) schädigt weltweit nie­mand die Gesund­heit von Men­schen und die Umwelt so stark wie der jüdis­che Staat. Und das sind nur einige wenige Beispiele von vie­len. Ein Beschluss wie der UN-Teilungs­plan von 1947, der die Grund­lage für die Prokla­ma­tion des Staates Israel bildete, wäre heute schlicht undenkbar.
Wie kommt es, dass sich der jüdis­che Staat der­art im Visi­er der Vere­in­ten Natio­nen und ihrer Untere­in­rich­tun­gen befind­et? Liegt das tat­säch­lich an Israel selb­st – oder gibt es dafür wom­öglich ganz andere Gründe? Wie ist die Uno heute über­haupt aufgestellt und worin unter­schei­det sie sich von früheren Jahren? Welch­es Ver­ständ­nis von den Men­schen­recht­en herrscht bei ihr und ihren Mit­gliedern vor?
Alex Feuer­herdt ist freier Pub­lizist und lebt in Köln. Er schreibt für ver­schiedene Print- und Online-Medi­en zu den The­men Israel, Nahost, Anti­semitismus und Fußball, unter anderem für die Jüdis­che All­ge­meine, n‑tv.de, die Jun­gle World und die Medi­en­beobach­tungsstelle Naher Osten in Wien. Außer­dem ist er Betreiber des Blogs Lizas Welt. Gemein­sam mit Flo­ri­an Markl hat Feuer­herdt ein Buch zum The­ma der Ver­anstal­tung geschrieben, das im Mai 2018 im Ver­lag Hen­trich & Hen­trich erschienen ist: Vere­inte Natio­nen gegen Israel – Wie die Uno den jüdis­chen Staat dele­git­imiert.

Stephan Gri­gat:
Der Exo­dus der Juden aus der ara­bis­chen Welt und dem Iran:
Diskri­m­inierung, Flucht und Vertrei­bung”

Würde es mit recht­en Din­gen zuge­hen, wäre bei jed­er Diskus­sion über den Kon­flikt Israels mit seinen ara­bis­chen Nach­barn stets auch von der Flucht und Vertrei­bung nahezu aller Juden aus der ara­bis­chen Welt und aus dem Iran die Rede, die außer­halb Israels kaum im Bewusst­sein sind. Die ger­ade auf Deutsch erschienene Studie des franzö­sis­chen His­torik­ers Georges Ben­sous­san über Die Juden der ara­bis­chen Welt ruft die Flucht von etwa 900.000 Juden aus den ara­bis­chen Län­dern in Erin­nerung und zeigt, dass die Radikalisierung der ara­bisch-islamis­chen Juden­feind­schaft vor der israelis­chen Staats­grün­dung ein­set­zte und in vie­len Aspek­ten eine Reak­tion auf die par­tielle Autoe­manzi­pa­tion der Juden in den ara­bis­chen Gesellschaften war.
Der Vor­trag wird die Sit­u­a­tion der Juden in den ara­bis­chen Gesellschaften und dem Iran skizzieren, die Bedeu­tung der ara­bisch-jüdis­chen Flüchtlinge für Israel the­ma­tisieren und der Frage nachge­hen, warum das Schick­sal der jüdis­chen Flüchtlinge aus den ara­bis­chen Län­dern und dem Iran bish­er kaum the­ma­tisiert wurde.
Stephan Gri­gat ist Lehrbeauf­tragter an der Uni Wien, Dozent für Poli­tik­wis­senschaft an der Uni Pas­sau, Per­ma­nent Fel­low am Moses Mendelssohn Zen­trum der Uni Pots­dam und Research Fel­low am Her­zl Insti­tute for the Study of Zion­ism and His­to­ry der Uni Haifa. Er ist Autor von Die Ein­samkeit Israels und Her­aus­ge­ber von AfD & FPÖ sowie Iran – Israel – Deutsch­land. Zulet­zt hat er die Ein­leitung zu Georges Ben­sous­sans Buch Die Juden der ara­bis­chen Welt geschrieben, das bei Hen­trich & Hen­trich erschienen ist.

 

 

Eine Koop­er­a­tionsver­anstal­tung Antifa Saar / Pro­jekt AK mit der der Hein­rich-Böll Stiftung Saar, der Deutsch-Israelis­chen Gesellschaft e.V. – Arbeits­ge­mein­schaft Saar, Cri­think e.V.  – Gesellschaft zur Förderung des kri­tis­chen Denken und Han­delns, und Con­n­Act Saar.