Was Hortensia nicht mehr erzählen konnte“

Lesung mit Friederike Hofert

12. Sep­tem­ber 2026
18:00 Uhr
com­mune Ver­anstal­tungsraum, Ein­gang Roten­hof­str. 1, 66111 Saarbrücken

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Während des Spanis­chen Bürg­erin­nenkriegs sind sie ins Gefäng­nis des Fran­co-Regimes gekom­men: Hort­en­sia, hochschwanger und zum Tode verurteilt. Elvi­ra, deren einziges Ver­brechen es ist, dass ihr Brud­er auf der ‚falschen Seite‘ ste­ht. Tomasa, die zuse­hen musste, wie ihre gesamte Fam­i­lie ermordet wurde. Und Reme, Mut­ter von fünf Kindern und zu zwölf Jahren Knast verurteilt, weil sie eine repub­likanis­che Flagge genäht hat. Außer­halb ste­ht Pepi­ta, Hort­en­sias jün­gere Schwest­er, deren Besuche im Gefäng­nis allmäh­lich dazu führen, dass auch sie in die Geschicht­en und Schick­sale der anderen Frauen hineinge­zo­gen wird. Auch noch lange nach dem Ende des Bürg­erin­nenkriegs sitzen die Frauen im über­füll­ten Gefäng­nis fest – ohne zu wis­sen, ob sie verurteilt, freige­lassen oder hin­gerichtet werden.

 Dulce Chacón hat auf der Grund­lage zahlre­ich­er Inter­views mit über­leben­den Frauen aus den Gefäng­nis­sen der Fran­co-Dik­tatur in Spanien und deren Ange­höri­gen diesen ergreifend­en Roman über Frauen im Wider­stand und in den Fän­gen der Fran­co-Dik­tatur geschrieben. Der his­torisch genaue Roman erzählt fes­sel­nd die weib­liche Geschichte unter der Fran­co-Dik­tatur. Eine Geschichte, die es bish­er noch nicht zu lesen gab.

Wir haben die Über­set­zerin Friederike Hofert ein­ge­laden, aus dem Roman zu lesen. Friederike wurde für diese Über­set­zung aus­geze­ich­net mit dem Bücher­Frauen-Lit­er­atur­preis „Chris­tine“. Das Buch ist erschienen im Ver­lag w_orten & meer, 2024.

Die Autorin

Dulce Chacón kommt aus ein­er aris­tokratis­chen rechts-kon­ser­v­a­tiv­en Fam­i­lie. In ihrem Aufwach­sen hat sie nach eigen­er Aus­sage nur die Geschichte der Sieger*innen des Spanis­chen Bürger*innenkriegs und der Zeit danach gehört, war aber überzeugt davon, dass es auch andere Geschicht­en geben müsse. Sie wurde zu ein­er Vorkämpferin für die Rechte der Opfer der Fran­co-Dik­tatur und war aktiv gegen die spanis­che Beteili­gung am Irak-Krieg. Sie hat fünf Romane und fünf Gedicht­samm­lun­gen veröf­fentlicht. Was Hort­en­sia nicht mehr erzählen kon­nte wurde 2002 mit dem wichti­gen Azorín­preis für den besten spanis­chen Roman aus­geze­ich­net und 2011 von Ben­i­to Zam­bra­no ver­filmt. Dulce Chacón starb 2003 an Krebs.

Die Über­set­zerin

Friederike Hofert über­set­zt aus dem Englis­chen und Spanis­chen, forscht zum Zusam­men­hang von Macht und Lit­er­aturkon­takt und arbeit­et mit jed­er Über­set­zung daran, diesen zu unter­graben.
Für w_orten & meer über­set­zte Friederike Hofert 2022 bere­its den his­torischen Roman In der Tiefe der Wurzeln begin­nt ein Sin­gen von Tina Mak­ereti aus dem neuseeländis­chen Englisch. Ab 2024 erscheint außer­dem die von ihr über­set­zte Rei­he ver­bun­den sein.

Eine Ver­anstal­tung der Antifa Saar / Pro­jekt AK, Cri­Think! e. V. – Gesellschaft zur Förderung des kri­tis­chen Denkens und Han­delns, Hein­rich-Böll-Stiftung Saar