Seebrücke Kundgebung am 19.1.2019 in Lebach

Zur Kundge­bung unter dem Mot­to „Ankom­men statt Abschieben!“ fan­den sich am Sam­stag Nach­mit­tag ca. 150 Men­schen auf dem Bitsch­er Platz ein, darunter Anwohner*innen und Bewohner*innen des Lagers Lebach, um gegen die Internierung von Men­schen im AnkERzen­trum Lebach zu protestieren. Aufgerufen hat­te die Ini­tia­tive See­brücke Saar, ein Bünd­nis von ver­schien­de­nen Einzelper­so­n­en sowie der Linksju­gend [’sol­id] Saar, Grüne Jugend Saar, Con­n­Act Saar, Finit, Antifa Saar / Pro­jekt AK und die Linke Liste — SDS.

  • Für sichere Fluchtwege und sichere Häfen.
  • Für die Erkämp­fung sol­i­darisch­er Städte für Schutz­suchende.
  • Für die bedin­gungslose Teil­habe am öffentlichen Leben für Migrant*innen.

Aus dem Rede­beitrag der Antifa Saar / Pro­jekt AK:

… Immer­hin sprechen sie in den Zeitun­gen und Pressekon­feren­zen inzwis­chen auch mal von Gewalt, wenn Nazis Jagd auf Men­schen machen. Und sie sprechen schon sehr lange von Gewalt, wenn Antifaschist_innen sich diesen Nazis ent­ge­gen­stellen, während die Polizei sich zurückzieht. Aber was den Staat ange­ht, wollen sie von Gewalt nicht sprechen:
- Sie sprechen nicht von Gewalt, wenn diese Woche der Bun­destag Län­der wie Alge­rien und Marokko zu sicheren Herkun­ft­slän­dern erk­lärt – Län­der, in denen zum Beispiel Journalist_innen, Min­der­heit­en und Homo­sex­uelle eben kein sicheres Leben führen. Mit dieser Entschei­dung geben die Parteien von SPD bis AfD dem gewalt­samen Umgang mit schutz­suchen­den Men­schen eine geset­zliche Grund­lage.
- Sie sprechen nicht von der Gewalt der Polizei, die in Form von Hun­dertschaften in Flüchtling­sheime ein­tritt, die Haft­be­fehle her­aus­gibt.
— Sie sprechen nicht von der Gewalt, die in Form des Ver­fas­sungss­chutzes dem NSU jahre­lang taten­los zuge­se­hen hat.
— Sie sprechen nicht von der Gewalt des Staates, für den die Krim­i­nal­isierung der zivilen Seenotret­tung nur ein weit­eres Puz­zleteil der Abschot­tung ist. Allein im ver­gan­genen Jahr sind im Mit­telmeer mehr als 2000 Men­schen durch diese Form der Gewalt gestor­ben – nie­mand spricht hier von Gewalt.
Ihrer Vere­inzelung und ihrer Igno­ranz, ihrem „alle gegen alle“ set­zen wir unsere Sol­i­dar­ität ent­ge­gen. …”