Aufruf zur Demonstration: „Gegen den Deutschen Opfermythos – Kein Wehrmachtsdenkmal in Riegelsberg!“

Riegelsberg-Header

13. Feb­ru­ar 2016 — 14.00 Uhr
Tre­ff­punkt: S Bahn­hal­testelle Riegels­berg Süd
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Siebzig Jahre nach Ende des Zweit­en Weltkrieges hat der Gemein­der­at in Riegels­berg beschlossen, auf dem dor­ti­gen Fried­hof Gedenkplat­ten für die aus der Gemeinde stam­menden Gefal­l­enen der SS und der deutschen Wehrma­cht zu erricht­en. Die Ini­tia­toren sind dem recht­en Spek­trum zuzuord­nen und streben eine Ver­harm­lo­sung der Ver­brechen der Wehrma­cht und eine Wieder­bele­bung des nation­al­sozial­is­tis­chen Heldenge­denkens an. Die Mit­glieder des Gemein­der­ats erweisen sich größ­ten­teils als unfähig und unwillig, diesem Treiben einen Riegel vorzuschieben. Erst nach antifaschis­tis­ch­er Inter­ven­tion hat die Ini­tia­tiv­gruppe mit­tler­weile zurück­ge­zo­gen. Den­noch bleibt der Zwis­chen­fall ein Skan­dal. Wir rufen daher alle dazu auf, sich gegen den geplanten Bau zu wehren und an unser­er Demon­stra­tion am 13. Feb­ru­ar 2016 teilzunehmen.

Was ist bish­er geschehen?
Schon seit mehreren Jahren ver­sucht die „eingeschworene Truppe“1 der „Ini­tia­tiv­gruppe (IG) Hin­den­burgturm“ die Erin­nerung an die Ver­brechen der Wehrma­cht durch das Erricht­en eines neuen Denkmals für die Gefal­l­enen der Gemeinde Riegels­berg buch­stäblich ins rechte Licht zu rück­en.

Bere­its im März 2013 stießen Pläne der Gruppe, aus­gerech­net am 8. Mai 2015, dem Tag der Befreiung Deutsch­lands und der Welt von der Nazidik­tatur, im Innern des Hin­den­burgturmes Gedenkplat­ten für die Gefal­l­enen des Zweit­en Weltkrieges anbrin­gen zu lassen, auf Wider­stand. Hierzu dacht­en sich deren Mit­glieder eine mil­itärische Chore­o­gra­phie aus, bei der deutsche und franzö­sis­che Sol­dat­en mit Fack­eln und Fah­nen den Ein­gang zum Turm flankieren soll­ten, um die gefal­l­enen Wehrma­chtssol­dat­en aus der Gemeinde gemein­sam mit den gefal­l­enen Zivilper­so­n­en mil­itärisch zu ehren.2 Der Antrag für die mil­i­taris­tis­che Feier wurde, trotz eupho­risch­er Bewer­bung durch den SPD-Bürg­er­meis­ter Klaus Häusle, im Gemein­der­at let­z­tendlich abgelehnt.3 Stattdessen wurde ein neues Konzept zum Gedenken an die „Opfer“ des Zweit­en Weltkrieges erar­beit­et. Im Raum stand dabei auch die Diskus­sion um ein sog. „Friedens­fest“ am Hin­den­burgturm, bei der das Ende des Krieges vor 70 Jahren began­gen wer­den sollte. Diet­mar Braun, der Sprech­er der Ini­tia­tive, zeigte sich empört. Sein Bünd­nis wolle schließlich nur „unseren Vor­fahren […] wieder einen Namen geben.“4

Im Herb­st 2015 machte die IG Hin­den­burgturm aber­mals von sich reden. Nach der Schlappe im Ort­srat wollte sie nun auf dem Fried­hof der Gemeinde eine noch viel größere Gedenkstätte für die 471 gefal­l­enen Wehrma­chts- und SS-Ange­höri­gen entste­hen lassen. Zehn Gran­it-Tafeln mit den Namen der Toten soll­ten ein bere­its vorhan­denes Denkmal erweit­ern.5 Das Vorhaben stieß in den saar­ländis­chen Medi­en auf ein lautes Echo und wurde von einzel­nen His­torik­ern und antifaschis­tis­chen Grup­pen kri­tisiert. Für beson­deres Unver­ständ­nis sorgte hier­bei wiederum Diet­mar Braun, der in einem Radioin­t­er­view kein Prob­lem damit hat­te, durch eine Wort­wahl, die aus dem nation­al­sozial­is­tis­chen Sprachge­brauch schöpfte, zitiert zu wer­den. Außer­dem, so machte Braun deut­lich, wür­den es auch SS-Män­ner ver­di­enen, nach ihrem Tod geehrt zu wer­den, schließlich wür­den ja auch von Nazis ermordete Juden mit Stolper­steinen geehrt.6

Der Skan­dal war per­fekt: Sowohl der Gemein­der­at als auch der Bürg­er­meis­ter erfüll­ten offen­sichtlich unkri­tisch die Denkmal­wün­sche ein­er geschicht­sre­vi­sion­is­tis­chen Gruppe, die erwiesen­er­maßen die Voll­streck­er des deutschen Ver­nich­tungskrieges ehren und diese zu Opfern verk­lären möchte. Es wäre nun an der Zeit gewe­sen, alle Pläne zur Errich­tung des Denkmals und zur Zusam­me­nar­beit mit Braun abzusagen. Doch wed­er Bürg­er­meis­ter Häusle, noch die SPD, geschweige denn die CDU-Frak­tion erkan­nten die Zeichen der Zeit, son­dern stimmten all diesen Vorkomm­nis­sen zum Trotz für eine Weit­er­ver­fol­gung der Pläne der Hin­den­burgtruppe. Lediglich die bewil­ligten 5000 Euro wan­derten in einen anderen Topf und soll­ten durch den Bürg­er­meis­ter für das Denkmal aus­gegeben wer­den, nach­dem sich dieser mit nicht näher bes­timmten, ominösen „Experten“ besprochen hätte.7

Sowohl der Bürg­er­meis­ter als auch die Mit­glieder des Gemein­der­ats waren sich auch im Nach­gang zu dieser Bla­m­age nicht zu schade, die Pläne pos­i­tiv zu kom­men­tieren. Klaus Häusle nahm sog­ar die Riegels­berg­er Sol­dat­en in Schutz. „Eine Unter­schei­dung zwis­chen Tätern und Opfern sei heute method­isch gar nicht mehr möglich und auch nicht sin­nvoll“, zitiert ihn der Saar­ländis­che Rund­funk. Außer­dem sei, als würde das die Täter von jed­er Schuld frei sprechen, das geplante Mah­n­mal „ein Mah­n­mal des Friedens“. Ing­bert Horn, Frak­tionsvor­sitzen­der in Riegels­berg erk­lärt fach­män­nisch „Die sind alle tot.“, wodurch ein „Ende der Schuld“ erre­icht sei. Die Täter seien nur „in Anführungsstrichen Täter“ und hät­ten somit ein Anrecht auf eine Gedenkstätte.8 Eine These, die zumin­d­est unter ern­stzunehmenden His­torik­ern dur­chaus für Kopf­schüt­teln sor­gen dürfte. Ganz abge­se­hen davon, dass es wohl auch dem gesun­den Men­schen­ver­stand nicht ganz ein­leucht­en will, wieso nun genau die Schuld eines Täters im Moment seines Todes erlöschen soll, bleibt diese Tat alle­mal ver­w­er­flich.

Kollek­tive Erin­nerung in Riegels­berg

Warum ist es so prob­lema­tisch, Ange­höri­gen der gefal­l­enen Sol­dat­en einen Ort zum Trauern zu erricht­en? Haben diese nicht auch einen geliebten Men­schen ver­loren und ver­di­enen daher einen Ort zur Trauer­be­wäl­ti­gung?
Zur Beant­wor­tung dieser Frage muss darauf hingewiesen wer­den, dass es in Riegels­berg nur hin­ter­gründig darum geht, ein Denkmal für trauernde Ange­hörige zu schaf­fen, son­dern einen Ort der kollek­tiv­en Erin­nerung. Das heißt, dass kein wirk­lich­es Inter­esse daran beste­ht, die Fam­i­lien mit ihren indi­vidu­ellen Erfahrun­gen einen Anlauf­punkt anzu­bi­eten, an dem sie um einen Gefal­l­enen trauern kön­nen, son­dern, die Geschichte des Zweit­en Weltkrieges umzudeuten und die gefal­l­enen Riegels­berg­er als Helden zu feiern.

Zunächst ist festzuhal­ten, dass auf dem Fried­hof der Gemeinde bere­its ein solch­es Denkmal existiert. Ein großer Fin­d­ling prangt dort, der an die „Opfer“ bei­der Weltkriege gedenkt. Davor erstreckt sich ein weites Gräber­feld mit über 100 stil­isierten eis­er­nen Kreuzen. Nicht nur Wehrma­cht­sange­hörige, die eine Befreiung durch die US-Trup­pen ver­hin­dern woll­ten, son­dern auch Ange­hörige des Volkssturms und sog­ar bei Bombe­nan­grif­f­en getötete Riegels­berg­er Anwohn­er sind dort beige­set­zt. Es ist anzunehmen, dass die Beiset­zung von zivilen Opfern neben Mil­itärs mit Absicht erfol­gte, damit bei­de als „Ange­hörige ein­er Blutsge­mein­schaft“ zele­bri­ert wer­den kon­nten.9 Sowohl der Fron­tkämpfer als auch die Deutsche Fam­i­lie wer­den somit als gle­ich­w­er­tige Mit­glieder eines „Volk­skör­pers“, also ein­er biol­o­gisch-ras­sis­chen Ein­heit ver­standen, die im Tod vere­int die sel­ben Inter­essen ver­fol­gten und vere­int im Kampf gegen den sel­ben Geg­n­er star­ben.10 An die ca. 60 auf dem Wald­fried­hof in Mas­sen­gräbern beige­set­zten Zwangsarbeiter_innen, die aus ihrer Heimat ver­schleppt und zu Sklave­nar­beit gezwun­gen wur­den, erin­nert lediglich ein durch zwei große Heck­en halb ver­bor­gen­er Stein. Im NS-Sprachge­brauch wer­den diese als „Ostar­beit­er“ beze­ich­net und erfahren wed­er das Gedenken, noch die Aufmerk­samkeit, die den Wehrma­chtssol­dat­en regelmäßig zuteil wird.11 Durch das Set­zen des Fin­d­lings wur­den die Wehrma­chtssol­dat­en gemein­sam mit den von ihnen ver­schleppten Zwangsar­beit­ern zu Opfern erk­lärt.

Auch der Hin­den­burgturm spielt im Zusam­men­hang mit der saar­ländis­chen kollek­tiv­en Erin­nerung eine wichtige Rolle. 1934 erbaut, war dieser nicht bloß ein Ort der Trauer für die Gefal­l­enen des Ersten Weltkrieges, son­dern ein offenes Beken­nt­nis zu Nazideutsch­land und eine Artiku­la­tion des Wun­sches nach Anschluss an das­selbe.12 Angelegt als eine ziem­lich genaue Kopie eines Turmes, der das sym­bol­is­che Zen­trum des Nazi­denkmals „Reich­sehren­mal Tan­nen­berg“ schmück­te, ist der Hin­den­burgturm keine unpoli­tis­che Aus­sicht­splat­tform.13 Das Orig­i­nal wurde 1927 bei Olstynek (Polen, ehe­mals Hohen­stein) von Reich­spräsi­dent Paul von Hin­den­burg als Samm­lung­sort für kün­ftige mil­i­taris­tis­che Massen­ver­anstal­tun­gen eingewei­ht und sollte es ab 1934 auf Anweisung Hitlers als Grab­mal des sog. „Helden von Tan­nen­berg“ dienen. Hierzu wurde der gesamte Bau umfan­gre­ich umgestal­tet, wobei der bere­its genan­nte Turm als „Hin­den­burggruft“ dienen sollte. In das neugewei­hte „Reich­sehren­mal“ wur­den die sterblichen Über­reste Hin­den­burgs und sein­er Frau Gertrud zusam­men mit den zuvor im Hof bestat­teten Sol­dat­en umge­bet­tet. In der Ein­gang­shalle wurde eine gewaltige Por­phyrstat­ue Hin­den­burgs aufgestellt. Somit sollte eine Vere­ini­gung des Feld­her­rn mit seinen Trup­pen demon­stri­ert wer­den, die treu und opfer­bere­it das Vater­land vor den rus­sis­chen Inva­soren beschützt hät­ten.

Tannenberg_eingang_und_kreuz

Das Tan­nen­bergdenkmal

Hindenburgturm-Riegelsberg

Der­Hin­den­burgturm in Riegels­berg

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bei Betra­cht­en des Riegels­berg­er Hin­den­burgturms, der im sel­ben Jahr errichtet wurde, sind die Ähn­lichkeit­en offen­sichtlich. Nicht nur die äußere Form, son­dern auch die Stat­ue in der Mitte des Turmes und die äußere Gestal­tung mit dem auf­fäl­lig ange­bracht­en Kreuz zeigen, dass hier ver­sucht wurde, ein Gegen­stück zum Tan­nen­bergdenkmal zu erricht­en.
Es wäre an dieser Stelle zu ein­fach, anzunehmen, dass die Wahl der Vor­lage beliebig gewe­sen sei. 1934, ein Jahr vor der Saarab­stim­mung, woll­ten die Riegels­berg­er mit dem Bau ein­er Kopie eines der wichtig­sten NS-Denkmäler ihr Beken­nt­nis für Nazideutsch­land zu Stein wer­den lassen. In einem deutschna­tionalen Fes­takt mit über 1000 Teil­nehmenden wurde am 17.6.1934 der Grund­stein für den wei­thin sicht­baren Hin­den­burgturm gelegt und am 2.12.1934 eingewei­ht.14 Der Anschluss an das Reich im Jahr 1935 wurde umso eupho­risch­er mit der Ver­bren­nung der Saarge­bi­ets­fahne vor dem Rat­shaus gefeiert, während Riegels­berg­er, die für die Beibehal­tung des Sta­tus Quo stimmten, öffentlich ver­höh­nt wur­den.15 In den Jahren von 1935 bis 1945 wurde der Turm regelmäßig genutzt, um dort nation­al­sozial­is­tis­che Kundge­bun­gen und Aufmärsche zu feiern. Dies war kein Miss­brauch der Stätte, son­dern lag ganz und gar in der Absicht der Erbauer.16 Nicht nur deshalb wur­den sowohl das Stand­bild als auch die Namen­splaket­ten im Zuge der Ent­mil­i­tarisierung aus dem Turm ent­fer­nt.17
In Anbe­tra­cht der Geschichte des Turmes ist es skan­dalös, dass dieser über Jahre hin­weg nicht nur im Zen­trum der Bemühun­gen der IG Hin­den­burgturm stand, son­dern seine Restau­rierung und Nutzung im Ort auch regelmäßig Gegen­stand der örtlichen Kom­mu­nalpoli­tik war. 1997 wurde das inzwis­chen stark ver­fal­l­ene Denkmal unter Aufwen­dung von fast 300.000 Mark sog­ar run­dum saniert und auch für Feste und Feiern genutzt.18
All diese Denkmäler wer­den heute in plat­tester Manier umgedeutet als Denkmäler des Friedens, ohne die Auseinan­der­set­zung mit der Geschichte der Denkmäler über­haupt zu suchen.

Deutsche Täter sind keine Opfer!

Nach all den Jahren, in denen Deutsch­land als Verur­sach­er zweier Weltkriege, in denen der Vorstoß der Deutschen in Osteu­ropa als beispiel­los­er Ver­nich­tungskrieg und die sys­tem­a­tis­che Ver­nich­tung von über 6 Mil­lio­nen Juden als nie dagewe­senes Men­schheitsver­brechen zählten, sind revi­sion­is­tis­che Ein­stel­lun­gen heute wieder salon­fähig gewor­den. Nicht länger bleibt es ein Betä­ti­gungs­feld der Recht­en, anerkan­nte Geschichts­bilder in ihrem Sinne umzudeuten, son­dern längst hat sich auch der Main­stream der Ver­bre­itung der­sel­ben angenom­men.
Das Buch „Die Schlafwan­dler – Wie Europa in den Ersten Weltkrieg zog“ von Christo­pher Clark feierte 2014 in Deutsch­land mit über 200.000 Exem­plaren für ein his­torisches Sach­buch einen beachtlichen Erfolg. Alle For­men kri­tisch-his­torisch­er Analyse ignori­erend wärmt Christo­pher Clark darin die längst wider­legte These auf, dass für den Ersten Weltkrieg die übri­gen Großmächte genau­so ver­ant­wortlich seien wie Deutsch­land und somit in diesen Krieg mehr oder weniger „hineingeschlit­tert“ seien.19 Davon, dass die deutsche Gen­er­al­ität und der Deutsche Kaiser Wil­helm II. diesen Krieg maßge­blich befeuerten, ist sowohl in Clarks als auch in anderen Darstel­lun­gen, die zeit­gle­ich einen ähn­lichen Erfolg feiern und in die selbe Kerbe schla­gen, wenig bis nichts zu lesen.20

Nicht nur die Bücher­re­gale, son­dern auch die ein­schlägi­gen TV-For­mate der Öffentlich-Rechtlichen quellen über vor Ver­söh­nungskitsch. Der mehrfach aus­geze­ich­nete Mehrteil­er „Unsere Müt­ter, unsere Väter“ zeich­net ein bizarres Bild des Zweit­en Weltkrieges, in dem die deutschen Pro­tag­o­nis­ten mit ihren jüdis­chen Fre­un­den feiern, während pol­nis­che Par­ti­sa­nen blutrün­stige Juden­has­s­er verkör­pern und die Rote Armee als raubend-verge­walti­gende Truppe durch Europa poltert.21 Statt den Film als revi­sion­is­tis­ches Mach­w­erk zu ver­dammen und abzuset­zen, reg­nete es vom Stern bis zur Frank­furter All­ge­meinen Zeitung nur Lob.22 Die Pro­duk­tion aus dem Jahre 2013 ist nur die Spitze ein­er ganzen Rei­he von Fernse­hfil­men, die die Geschichte Deutsch­lands ein­seit­ig aus der Sicht der deutschen Bevölkerung erzählt, dabei die Ver­brechen der Deutschen rel­a­tiviert oder gar aus­blendet und diese im Gegen­teil zum Opfer des von ihnen verur­sacht­en Krieges verkehrt.

Ob nun „Tadel­lös­er und Wolff“ (1975) im Sepi­a­ton die „gute alte Zeit“ im Leben eines bürg­er­lichen Ros­tock­ers zeich­net, der sich und seinen Prinzip­i­en trotz Nazi­ide­olo­gie und Bombe­nan­grif­f­en treu bleibt, „Dres­den“ (2006) action­re­ich die Lei­den der Dres­d­ner Bevölkerung und die Zer­störung der Stadt zeigt oder „Die Flucht (2007) rührselig die Geschichte der aus Ost­preußen ver­triebe­nen deutschen Bevölkerung erzählt, bleibt die Botschaft stets die Gle­iche: Nicht alle Deutschen waren Nazis, auch sie mussten lei­den, auch die anderen waren schlecht, Krieg ist irgend­wie schlimm und früher war den­noch alles bess­er. Die deutsche Bevölkerung wird zu Opfern ein­er kleinen Clique weniger Ver­rück­ter, näm­lich der Nazis verk­lärt, die das Deutsche Volk manip­uliert hät­ten. Daran schließen sich zahlre­iche andere Mythen an: Die Deutschen hät­ten von Auschwitz nichts gewusst, hät­ten eine gle­ichgültige Hal­tung gegenüber dem NS-Regime bewahrt, waren vielle­icht sog­ar unpoli­tisch und unbeteiligt. Durch diese Argu­men­ta­tion wer­den die Deutschen kollek­tiv zu Opfern eines Krieges, den sie nie gewollt hät­ten.

Mit der his­torischen Real­ität hat das wenig zu tun. Die Deutschen kon­nten während der NS-Zeit mit­nicht­en als Unbeteiligte gel­ten. Nicht nur, dass diese Vorstel­lung mit der völkischen Ide­olo­gie der Nation­al­sozial­is­ten über­haupt nicht zu vere­in­baren ist, es ist auch beachtlich, wie wenig Wider­spruch Adolf Hitler seit­ens der Zivil­bevölkerung erfuhr. Dies hängt vor allem damit zusam­men, dass die Deutschen im Zweit­en Weltkrieg vom nation­al­sozial­is­tis­chen Ver­nich­tungskrieg dur­chaus prof­i­tierten. Der His­torik­er Götz Aly weist in seinem Werk „Hitlers Volksstaat“ darauf hin, dass sich Hitler die Zus­tim­mung der Deutschen dadurch erkaufte, dass er sie während des Krieges opti­mal ver­sorgte. Dies gelang ihm nur, weil während des erbar­mungs­los geführten Ver­nich­tungskrieges im Osten, genü­gend Haus­rat von ermorde­ten Juden und Kriegs­beute aus den eroberten Gebi­eten gesam­melt wer­den kon­nte, um die deutsche Zivil­bevölkerung scho­nen zu kön­nen. Aly stellt abschließend klar her­aus: „Wer von den Vorteilen für die Mil­lio­nen ein­fach­er Deutsch­er nicht reden will, der sollte vom Nation­al­sozial­is­mus und vom Holo­caust schweigen.“23
Kein Wun­der also, dass sich viele Deutsche wün­schen, die Shoa zu vergessen und nicht länger als Hin­derungs­grund für deutsche Groß­macht­fan­tasien zu sehen. In ein­er Umfrage der Ber­tels­mann Stiftung geben 58% der Befragten an, man sollte einen „Schlussstrich“ unter die Ver­gan­gen­heit ziehen. Über 81% woll­ten die Geschichte der Juden­ver­fol­gung „hin­ter sich lassen“.24

Deutsch­er Opfermythos in der Saar­ländis­chen Lan­des- und Kom­mu­nalpoli­tik

Natür­lich man­i­festiert sich diese Form der Erin­nerungskul­tur auch in der saar­ländis­chen Denkmalpflege. Im Saar­land gibt es hier­für gle­ich mehrere Beispiele. In Saar­brück­en und Völk­lin­gen (Luisen­thal) erin­nert die „Straße des 13. Jan­u­ar“ an das Beken­nt­nis der Saar­län­der zu Hitlerdeutsch­land durch die Saarab­stim­mung von 1935. In Völk­lin­gen war bis 2013ein ganz­er Stadt­teil nach dem Nazi und verurteil­ten Kriegsver­brech­er Her­mann Röch­ling benan­nt, bis nach jahre­lan­gen kom­mu­nalpoli­tis­chen Diskus­sio­nen der ehe­mals als Bouser Höhe beze­ich­nete Stadt­teil in Röch­ling-Höhe umbe­nan­nt wurde.25 Eine wenig sin­nvolle Maß­nahme.

Auch von etablierten Parteien wurde gezielt Erin­nerungspoli­tik betrieben, um die Erin­nerung an die deutsche Ver­gan­gen­heit in einem nicht allzu schlecht­en Licht daste­hen zu lassen. Anlässlich der Ausstel­lung „Ver­nich­tungskrieg – Ver­brechen der Wehrma­cht“ in Saar­brück­en im Jahr 1999 titel­ten nicht nur die NPD in einem Flug­blatt, son­dern auch die CDU in ein­er Anzeige in der Saar­brück­er Zeitung „Unsere Väte waren keine Mörder“(CDU), bzw. „Unsere Größväter waren keine Ver­brech­er“ (NPD)26 In der Ausstel­lung wur­den in großem Umfang Fotografien und andere Doku­mente präsen­tiert, die die Beteili­gung der Wehrma­cht an Kriegsver­brechen ein­drucksvoll belegten. 27 Am 9. März 1999, kurz nach dem Erscheinen des CDU-Inser­ats, wurde von bis heute nicht ermit­tel­ten Tätern ein Bombe­nan­schlag auf die Ausstel­lung verübt.28

Selb­st Bürg­er­bünd­nisse, die sich eigentlich zur Auf­gabe gestellt haben, ein Zeichen gegen Nazis zu set­zen, scheit­ern daran, die nation­al­sozial­is­tis­che Ver­gan­gen­heit des Saar­lan­des in den richti­gen Kon­text zu set­zen. Anlässlich des Aufrufs zu ein­er der größten Demon­stra­tio­nen in Saar­brück­en gegen „Saargi­da“ am 12. Jan­u­ar 2015 erk­lärte das Bünd­nis „Bunt statt Braun“, dass viele Saar­län­der nach dem Anschluss zum nation­al­sozial­is­tis­chen Deutsch­land von 1935 selb­st zu Flüchtlin­gen wur­den und die Aufgerufe­nen sich somit umso mehr für Flüchtlinge ein­set­zen müssten.29 Angesichts der damals über 90-prozenti­gen Zus­tim­mung der Saar­län­der zur Vere­ini­gung mit dem Deutschen Reich erscheint diese Analo­gie doch recht gewagt.

Auch die Kul­turschaf­fend­en in Saar­brück­en mis­chen bei der deutschen Opfer­stil­isierung kräftig mit. Aus­gerech­net die Mach­er des „Max-Ophüls-Fes­ti­vals“ ent­blöde­ten sich nicht damit, Nico Hof­mann, den Pro­duzen­ten, Autoren und Regis­seur bere­its genan­nter Mach­w­erke wie „Dres­den“ oder „Die Flucht“ am 18. Jan­u­ar 2016 für seine „Ver­di­en­ste um den jun­gen deutschsprachi­gen Film“ auszuze­ich­nen.30 Dabei waren es jüdis­che Kul­turschaf­fende wie Max Ophüls, die das Deutsch­land, das von Regis­seuren wie Nico Hof­mann so ver­harm­lost wird, ver­lassen mussten, um der dro­hen­den Ver­nich­tung zu ent­ge­hen.

Die Bemühun­gen in Riegels­berg rei­hen sich somit naht­los in die deutsche und saar­ländis­che Erin­nerungspoli­tik ein, deren Ziel es ist, die Deutschen zu den eigentlichen Opfern des von ihnen ini­ti­ierten Unheils zu machen.

Faz­it:

Es kann nicht sein, dass in ein­er Zeit, in der bun­desweit Kriegerdenkmäler zu Recht immer sel­tener als Ver­anstal­tung­sorte genutzt, son­dern eher umgepflanzt oder sog­ar abgeris­sen wer­den, Riegels­berg sich dazu entschließt, ein neues zu bauen.31 Nicht nur, dass hier der Wun­sch ein­er kleinen Gruppe, die sich als ide­ol­o­gisch höchst frag­würdig out­et, erfüllt wird, Riegels­berg läuft außer­dem Gefahr, in Zukun­ft an Tagen wie dem Volk­strauertag oder dem 8. Mai ein Auf­marsch­platz für Nazis zu wer­den, die auf einem so protzi­gen Denkmal ihre Helden ehren kön­nen.32 Schon jet­zt nehmen die Denkmäler in Riegels­berg einen viel zu großen Platz ein und lassen den tat­säch­lichen Opfer des Krieges nur wenig Raum.
Mit man­gel­n­dem Geschichts­be­wusst­sein und Beratungsre­sistenz blamieren sich die Mit­glieder des Gemein­der­ats jedes mal aufs Neue. Die Opfer des Krieges, die in erster Lin­ie Jüd_innen, Kommunist_innen, Homo­sex­uelle und über­haupt im nation­al­sozial­is­tis­chen Sinne alles andere als „deutsch“ waren, sind den poli­tis­chen Pro­tag­o­nis­ten vol­lkom­men egal. Stattde­sen wer­den die Mörder und ihre Mithelfer mit allen Ehren bedacht.

Die Saar­län­der soll­ten stets das Bewusst­sein wach­hal­ten, dass sie sich 1934 frei­willig und mit großer Mehrheit dem nation­al­sozial­is­tis­chen Deutsch­land angeschlossen haben. Es gilt daher, die Erin­nerung an die Ver­brechen der Wehrma­cht deren Unter­stützung durch die saar­ländis­che Bevölkerung wachzuhal­ten und stattdessen die war­nen­den Stim­men und den antifaschis­tis­chen Wider­stand gegen den Anschluss an das Reich zu ehren. Nur so beste­ht die Chance, dass nach­fol­gende Gen­er­a­tio­nen begreifen, wie faschis­tis­che Struk­turen entste­hen, welche Fehler began­gen wur­den und wie Ras­sis­mus und Faschis­mus schon im Keim zu erstick­en sind.

Schließt euch daher unser­er Demon­stra­tion gegen das Wehrma­chts­denkmal in Riegels­berg an und zeigt, dass es wed­er dort noch son­st wo ein Gedenken an die willi­gen Voll­streck­er des deutschen Raub- und Ver­nich­tungskrieges geben darf! Es soll nicht nur kein neues Denkmal in Riegels­berg entste­hen, auch sollte man die alten ver­rot­ten lassen oder sie gle­ich abreißen!

Wer den Aufruf unter­stützen möchte, der wende sich bitte per Email an: info@antifa-saar.org

1So beze­ich­nete Diet­mar Braun die Ini­tia­tiv­gruppe Hin­den­burgturm in einem SR-Inter­view vom 5.10.2015. <http://sr-mediathek.sr-online.de/index.php?seite=7&id=35946> am 17.1.16.
2Dittgen, Fred­dy: Stre­it um Feier am Hin­den­burgturm “Ich finde das Ganze zu mil­itärisch”. In: Online-Präsenz der Saar­brück­er Zeitung am 18.3.2013. <http://www.saarbruecker-zeitung.de/saarland/koellertal/Riegelsberg-Hindenburgturm-Gedenkfeier-Monika-Rommel;art4784,4698745> am 17.1.2016; aki: Namen­stafeln im Hin­den­burgturm für Gefal­l­ene: Noch ein Ver­such. In: Ebd. Am 2.4.2014 <http://www.saarbruecker-zeitung.de/saarland/koellertal/Riegelsberg-Hindenburgturm-Monika-Rommel;art4784,5204130> am 17.1.2016
3Ebd.
4Aki: Ebd.
5Forst, Kai: Stunk um geplante Riegels­berg­er Gedenkstätte. Onlinepub­lika­tion auf SR-Online-Home­page am 5.10.2015. <http://www.sr-online.de/sronline/sr3/riegelsberg_gedenkstaette_ns_zeit_kritik100~print.html> am 17.1.16 (Screen­shot); Saar­ländis­ch­er Rund­funk 2015. Aktueller Bericht vom 29.9.2015: <http://sr-mediathek.sr-online.de/index.php?seite=7&id=35831> am 17.10.2015.
6Ebd.
7Dittgen, Fredy: Eier­tanz um Gedenkstätte auf Fried­hof. Ratsmehrheit unter­stützt noch Pläne der Inter­es­sen­gruppe Hin­den­burgturm, Geld fließt aber nicht mehr direkt. In: Online-Präsenz der Saar­brück­er Zeitung am 16. Dezem­ber 2015. <http://www.saarbruecker-zeitung.de/saarland/koellertal/riegelsberg/riegelsberg/Riegelsberg-Gedenkstaetten-Interessensverbaende;art446776,6003936> am 17.1.2016.
8Saar­ländis­ch­er Rund­funk 2015. Aktueller Bericht vom 29.9.2015: http://sr-mediathek.sr-online.de/index.php?seite=7&id=35831 am 17.1.2016.
9Cor­nelia Schmitz-Bern­ing: Vok­ab­u­lar des Nation­al­sozial­is­mus. Berlin 2007, S. 660 f.
10Thorsten Halling, Julia Schäfer, Jörg Vögele: Volk, Volk­skör­p­er, Volk­swirtschaft – Bevölkerungs­fra­gen in Forschung und Lehre von Nation­alökonomie und Medi­zin. In: Rain­er Mack­ensen u. Jür­gen Reulecke (Hgg.): Das Kon­strukt „Bevölkerung“ vor, im und nach dem „Drit­ten Reich“. Wies­baden 2005, S. 389.
11Stu­di­enkreis zur Erforschung und Ver­mit­tlung der Geschichte des deutschen Wider­standes 1933–1945 et al. (Hgg.): Saar­land. (Heimat­geschichtlich­er Weg­weis­er zu Stät­ten des Wider­standes und der Ver­fol­gung 1933–1945. Bd. 4: Saar­land), Bonn 1989, S.63.
12Her­rmann, Hans-Wal­ter: Püt­tlin­gen in bewegter Zeit. Püt­tlin­gen 2008, S.196.
13Lit­er­atur zum Tan­nen­bergdenkmal: Mey­er, Friedrich: Der öffentliche Wet­tbe­werb für das Tan­nen­berg-Nation­aldenkmal bei Hohen­stein. In: Ost­pr. Zen­tral­blatt der Bau­ver­wal­tung, Nr. 24 (1925), S. 289–292; Krüger, Wal­ter Johannes: Das Tan­nen­berg-Nation­al-Denkmal. Eine Erläuterung von den Erbauern. Südost­preußis­ches Verkehrs­büro. Allen­stein ca. 1928; Tietz, Jür­gen: Das Tan­nen­berg-Nation­aldenkmal. Architek­tur, Geschichte. (Diss.) Berlin 1999, Wip­per­mann, Wolf­gang: Die Geschichte des „Reich­sehren­mals Tan­nen­berg“ : Ein his­torisches Lehrstück. In: Nie­mand­s­land. Zeitschrift zwis­chen den Kul­turen (1, 2).
14Her­rmann: Püt­tlin­gen, S.196; Riegels­berg und seine Ort­steile, S.121, auch Riegels­berg-Hom­page http://www.riegelsberg.de/Sehenswuerdigkeiten.147.0.html
15Jan­son, Karl H.: Riegels­berg und seine alten Ort­steile. Erfurt 2012, S. 124.
16Ander­slau­t­end die Darstel­lung in der Pub­lika­tion des Heimatkundlichen Vere­ins: „In Verkehrung der ursprünglichen Absicht, näm­lich des Gedenkens an unsere Gefal­l­enen des Ersten Weltkrieges, wurde der Hin­den­burgturm in der Fol­gezeit durch die dama­li­gen Machthaber miss­braucht.“ (Heimatkundlich­er Vere­in Köller­tal e.V. (Hg.): Der Köller­taler Bote (39, 2014), S.6), ebs. Fredy Dittgen (2013).
17Köller­taler Bote, ebd.
18So ver­anstal­tete die Junge Union Riegels­berg dort am 21.7.2012 eine Besich­ti­gung mit anschließen­dem Grillfest. (Onlinepräsenz der Jun­gen Union Riegels­berg <http://ju-riegelsberg.generation-ju.de/content/news/96307> am 17.1.2016.) Außer­dem plante man im Zusam­men­hang mit dem 8. Mai 2015 ein Friedens­fest um das Ende des Krieges zu feiern. (Berichter­stat­tung der Saar­brück­er Zeitung hierzu auf der Onlinepräsenz: <http://www.saarbruecker-zeitung.de/saarland/koellertal/Riegelsberg-Stolpersteine;art4784,4786520>; <http://www.saarbruecker-zeitung.de/saarland/koellertal/riegelsberg/riegelsberg/Riegelsberg;art446776,5435549> am 17.1.2016; Kri­tisch äußerte sich hierzu der Kabaret­tist Detlef Schö­nauer in einem Leser­brief. <http://www.saarbruecker-zeitung.de/saarland/koellertal/puettlingen/puettlingen/Leserbrief-Riegelsberg-Stolpersteine-Gedenkfeier-Puettlingen-Heusweiler;art446774,4794134> am 17.1.2016.
19Inzwis­chen hat sich eher die These durchge­set­zt, dass, wenn das europäis­che Kli­ma auch gereizt war, Deutsch­land eine erhe­bliche Schuld trifft. Vgl hierzu u.a.: Leon­hard, Jörn: Die Büchse der Pan­do­ra. Geschichte des Ersten Weltkriegs. Beck, München 2014, S. 94 f; Krume­ich, Gerd: Juli 1914. Eine Bilanz. Mit einem Anhang: 50 Schlüs­sel­doku­mente zum Kriegsaus­bruch. Schön­ingh, Pader­born [u.a.] 2014, S. 184; Gerd Krume­ich: Ver­gle­ichende Aspek­te der Kriegss­chuld­de­bat­te nach dem ersten Weltkrieg. In: Michal­ka (Hrsg.): Der Erste Weltkrieg. 1997, S. 913 ff.
20Später, Erich: Unsere Großmüt­ter, unsere Großväter. In: Konkret 5 (2014), S. 39.
21Reisin, Andrej: “Unsere Müt­ter, unsere Väter”: Das ZDF und die deutschen Opfer. In: Onlineblog Publikative.org am 21. März 2013. <http://publikative.org/2013/03/21/unsere-mutter-unsere-vater-das-zdf-und-die-deutschen-opfer/> am 17.1.2016.
22Das ges­pal­tene Urteil der His­torik­er Nor­bert Frei In: stern.de vom 23. März 2013. <http://www.stern.de/kultur/tv/weltkriegsfilm–unsere-muetter–unsere-vaeter–das-gespaltene-urteil-der-historiker-3100804.html> am 17.1.2016; Schirrma­ch­er, Frank: Die Geschichte deutsch­er Alb­träume. In: FAZ am 15. März 2013. <http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/unsere-muetter-unsere-vaeter/unsere-muetter-unsere-vaeter-im-zdf-die-geschichte-deutscher-albtraeume-12115192.html> am 17.1.2016.
23Aly, Götz: Hitlers Volksstaat. Raub, Rassenkrieg und nationaler Sozial­is­mus. FfM 2005, S. 362.
24Drobin­s­ki, Matthias: Die Schlussstrich-Befür­worter. In: Online Präsenz der Süd­deutschen Zeitung.am 26.1.2015. <http://www.sueddeutsche.de/politik/deutsches-verhaeltnis-zum-holocaust-die-schlussstrich-befuerworter‑1.2319728> am 17.1.2016.
25 Geber, Bern­hard: Völk­linger Stadt­teil heißt nur noch „Röch­linghöhe“. In: Onlinepräsenz der Saar­brück­er Zeitung am 1.2.2013. <http://www.saarbruecker-zeitung.de/aktuell/aufmacher/Roechlinghoehe-Voelklingen-Stadtrat;art27856,4624034> am 17.1.2016.
26Vgl. auch Anit­faschis­tis­ches AutorIn­nenkollek­tiv et al.: Kein schön­er Land. Saar­brück­en 1998, S.7. <https://www.antifa-saar.org/KEINSCHOENERLAND.pdf> am 17.1.2016.
27Lit­er­atur zur Wehrma­cht­sausstel­lung: Ham­burg­er Insti­tut für Sozial­forschung (Hg.): Ver­nich­tungskrieg. Ver­brechen der Wehrma­cht 1941 bis 1944 (Kat­a­log zur Ausstel­lung “Ver­nich­tungskrieg – Ver­brechen der Wehrma­cht 1941 bis 1944), Ham­burg 1996; Ham­burg­er Insti­tut für Sozial­forschung (Hg.): Ver­brechen der Wehrma­cht. Dimen­sio­nen des Ver­nich­tungskrieges 1941–1944. Ausstel­lungskat­a­log. Ham­burg 2002.
28Sat­tler, Karl-Otto: Sprengstof­fan­schlag auf Wehrma­cht­sausstel­lung. Polizei ver­mutet recht­sex­trem­istis­chen Hin­ter­grund / Kri­tik an CDU-Anzeige­nak­tion. In: Berlin­er Zeitung am 10. März 1999.
29Kloster­mann, Diet­mar: Jost ste­ht gegen „Saargi­da“ auf. In: Onlinepräsenz der Saar­brück­er Zeitung an 8.1.2015. <http://www.saarbruecker-zeitung.de/saarland/saarbruecken/saarbruecken/saarbruecken/Saarbruecken-Auslaenderhass-Brueck-Bundesjustizminister-Gegendemonstrationen-Islamisierung-Menschenrechte-Ministerpraesidenten-Saar;art446398,5578986> am17.1.2016
30Onlinepräsenz des Max-Ophüls-Preis­es: <http://www.max-ophuels-preis.de/programm/ehrenpreistraeger_nico_hofmann> am 17.1.2016.
31Im baden-würt­tem­ber­gis­chen Ring­sheim wird im Rah­men der Umgestal­tung der Ortsmitte ein Kriegerdenkmal auf dem Rathausvor­platz ent­fer­nt. In Kalkar (NRW) ver­mei­det es die Bürg­er­meis­terin am Toten­son­ntag ein NS-Denkmal zu besuchen und ver­legt diese an einen Gedenkstein zu Ehren ermorde­ter jüdis­ch­er Bürg­er. In Vörset­ten (BW wird ein Kriegerdenkmal auf den Fried­hof umgepflanzt. Seit Jahren wehrt sich eine Berlin­er Kirchenge­meinde gegen revi­sion­is­tis­che Erin­nerungsvere­in­nah­mung eines Kirchen­denkmals und in Goep­pin­gen (BW) bekom­men NS-Denkmäler einen erläutern­den Text, um diese zu dekon­stru­ieren. (<http://www.badische-zeitung.de/ringsheim/von-unerfuellten-traeumen-und-neuen-projekten115635609.html>; <http://www.rp-online.de/nrw/staedte/kleve/buergermeisterin-meidet-kalkars-kriegerdenkmal-aid‑1.5574654>; <http://www.badische-zeitung.de/voerstetten/ein-denkmal-muss-weichen—115801697.html>; <http://www.rp-online.de/nrw/staedte/moenchengladbach/kriegerdenkmal-bleikiste-enthaelt-zeitdokumente-aid‑1.5431215>; <http://www.berliner-woche.de/biesdorf/politik/kleinkrieg-um-kriegerdenkmal-d91059.html>; <http://www.swp.de/goeppingen/lokales/goeppingen/Kriegerdenkmal-aus-der-Nazi-Zeit-und-Pieta-bekommen-erklaerenden-Text;art1158499,3302824>) am17.1.2016;

32So war beispiel­sweise das Denkmal der Waf­fen-SS in Marien­fels (Taunus) bis zu sein­er Zer­störung 2004 Jahr für Jahr ein Auf­marsch­platz für deutsche Nazis.

Hin­weis: In ein­er früheren Ver­sion des Textes hieß es zum Buch von Christo­pher Clark fälschlicher­weise, “[…] die Deutschen seien nicht alleine Schuld an dem Aus­bruch des Zweit­en Weltkrieges […]”. Clarks Werk “Die Schlafwan­dler” befasst sich selb­stver­ständlich mit der Vorgeschichte des Ersten Weltkrieges. Der Fehler wurde kor­rigiert.