Der Piusbruderschaft Einhalt gebieten

Auf die Straße am 11.11.2023 um 12.30 Uhr vor der Europagalerie

Am 11.11.2023 wird ein obskur­er Umzug durch die Straßen Saar­brück­ens ziehen. Was man vielle­icht für einen trä­gen und geschmack­losen Fasching­sumzug hal­ten mag, ist jedoch in Wirk­lichkeit nichts anderes als der größte jährlich stat­tfind­ende faschis­tis­che Auf­marsch in Saar­brück­en. Ver­steckt hin­ter dem beson­deren staatlichen Schutz für religiöse Umzüge tre­f­fen sich Jahr für Jahr ver­schiedene Teile der extremen Recht­en, um Schwanger­schaftsab­brüche als Mord zu verunglimpfen und gegen die Selb­st­bes­tim­mung von Frauen auf die Straße zu gehen. Nation­al­is­tis­che Parolen, Ver­schwörungsmythen und Holo­caus­trel­a­tivierung sind fes­ter Bestandteil dieses Trauer­spiels. Ini­ti­iert sind diese Demon­stra­tio­nen aus dem direk­ten Dun­stkreis der klerikalfaschis­tis­chen Pius­brud­er­schaft. Diese wollen mit der Demon­stra­tion, genau wie mit den – teils gerichtlich unter­sagten – Gebeten und Anquatschver­suchen vor Beratungsstellen Frauen ein­schüchtern. Die Demon­stra­tion ist eben­so der Ver­such queeren, von Ras­sis­mus betrof­fe­nen und jüdis­chen Men­schen die Stadt zu nehmen. Deshalb wollen wir auch in diesem Jahr diesen Auf­marsch stören. Wir lassen nicht zu, dass in der Saar­brück­er Öffentlichkeit antifem­i­nis­tis­ches und faschis­tis­ches Gedankengut ver­bre­it­et wer­den kann! Wir lassen nicht zu, dass Klerikalfaschist:innen eine Drohkulisse gegen die Selb­st­bes­tim­mung von Frauen aufbauen!

Die Pius­brud­er­schaft – rechte religiöse Fanatik­er und Teil der faschis­tis­chen Mobilmachung

Doch wer sind die Initiator:innen dieser Demon­stra­tion? Die Pius­brud­er­schaft ist eine fun­da­men­talchristliche Brud­er­schaft, die in Saar­brück­en in der Julius-Kiefer-Straße ein Pri­o­rat unter­hält. Die Selb­stin­sze­nierung als wohltätige Gemein­schaft ist jedoch nur Fas­sade. In Wirk­lichkeit han­delt es sich bei der Pius­brud­er­schaft um eine mit­te­lal­ter­liche Par­al­lelge­sellschaft. Dabei geht es nicht nur um rück­wärts­ge­wandtes religiös­es Denken. Ihr Ziel ist ein katholis­ch­er Gottesstaat, der sich durch und durch gegen die Mod­erne und eine aufgek­lärte Gesellschaft wen­det. Die Anhänger:innen der Pius­brud­er­schaft streben eine von Män­nern beherrschte Gesellschaft an, in der Frauen über­wiegend der Fortpflanzung dienen und ein ultra­reak­tionäres Fam­i­lien­bild angestrebt wird. Dementsprechend ist ihre Hal­tung nicht nur feindlich gegenüber weib­lich­er Sex­u­al­ität, son­dern generell gegen sex­uelle Freizügigkeit gerichtet und zutief­st homo- und trans­feindlich! Die Forderung nach einem kul­turellen und poli­tis­chen Roll­back ist einge­bet­tet in ein Welt­bild, das von Anti­semitismus, völkischem Denken, Ver­schwörungside­olo­gien, antimus­lim­is­ch­er Het­ze und Ras­sis­mus geprägt ist. So ist es auch nicht ver­wun­der­lich, dass sie kein Prob­lem damit haben, wenn Neon­azis an ihren Demon­stra­tio­nen teil­nehmen. Die Haup­tred­ner­in­nen der Demon­stra­tion stellt seit Jahren auch die AfD. Damit sind sie eine wichtige Verbindung zwis­chen der extremen Recht­en und kon­ser­v­a­tiv­en Kräften.

Im Saar­land betreiben die Anhänger:innen der Pius­brud­er­schaft mehrere Schulen und bieten so die Möglichkeit, eine solche Par­al­lelge­sellschaft zu schaf­fen und ihr rück­wärts­ge­wandtes Welt­bild an Schüler:innen zu ver­mit­teln. Diese Schulen sollen als Kader­schmieden des Klerikalfaschis­mus dienen. Die finanzielle Unter­stützung dieser Schulen durch das Land ist bis heute ungebrochen.

Stre­icht die staatliche Unter­stützung faschis­tis­ch­er Kräfte!

Piuss­chulen dicht­machen! Pius­brud­er­schaft zerschlagen!

Den faschis­tis­chen Vor­marsch stoppen!

Für eine fem­i­nis­tis­che Gesellschaft und echt­en Fortschritt!

Wir dür­fen aber nicht vergessen: Schwanger­schaftsab­brüche wer­den vom deutschen Staat nach wie vor kriminalisiert.Die reak­tionäre Poli­tik der Pius­brud­er­schaft will let­ztlich nur die beste­hende Geset­zes­lage zu Schwanger­schaftsab­brüchen kon­se­quent umset­zen und sie noch weit­er ver­schär­fen. Der deutsche Staat beraubt Frauen ihrer kör­per­lichen Selb­st­bes­tim­mung. Er behält sich den Zugriff und die Kon­trolle über den weib­lichen Kör­p­er vor. Schwanger­schaftsab­brüche sind in Deutsch­land nach wie vor ille­gal und nur unter bes­timmten Bedin­gun­gen nicht straf­bar. Die soge­nan­nte „Fortschrittskoali­tion“ hat zwar den § 219a – das Infor­ma­tionsver­bot – abgeschafft,um die fem­i­nis­tis­che Bewe­gung einzu­binden, aber die Legal­isierung von Schwanger­schaftsab­brüchen ste­ht für die „fortschrit­tlichen“ Parteien dieser Repub­lik nicht zur Debat­te. Vielmehr verpflichtet der Staat sowohl Frauen als auch Ärzt:innen und Beratungsstellen auf die christliche Ide­olo­gie vom „unge­bore­nen Leben“ (§ 219), nach der die kör­per­liche Selb­st­bes­tim­mung am Fötus rel­a­tiviert wird. Während der Staat, um sich den Zugriff auf den Kör­p­er von Frauen vorzube­hal­ten, Föten als „unge­borenes Leben“ deklar­i­ert, begeg­net er dem wirk­lichen Leben von Frauen und Kindern mit voller Rück­sicht­slosigkeit. Für das reale Leben von Frauen ist der staatliche und religiöse „Schutz des Lebens“ eine einzige Zumutung!

Dieser „Schutz des Lebens“ ‑also der Gebährzwang- führt weltweit zu medi­zinisch unsicheren Schwanger­schaftsab­brüchen, welche nicht sel­ten in schw­eren Ver­stüm­melun­gen oder dem Tod von Frauen enden. Auch in Län­dern wie Deutsch­land, wo der Schwanger­schaftsab­bruch unter bes­timmten Bedin­gun­gen straf­frei bleibt, müssen Frauen ent­mündi­gende Beratun­gen über sich erge­hen lassen. Die Ver­sorgungslage für Frauen, die eine Schwanger­schaft abbrechen wollen,verschlechtert sich von Jahr zu Jahr. In vie­len Regio­nen ist es unmöglich, Ärzt:innen zu find­en, die den Ein­griff durch­führen, da dieser nicht Teil der medi­zinis­chen Aus­bil­dung ist. Auch stellt ein Schwanger­schaftsab­bruch eine immense finanzielle Hürde dar. Gle­ichzeit­ig steigt die Belas­tung für diejeni­gen, die sich für Kinder entschei­den, sei es auf­grund der massen­haften Armut oder wegen des mar­o­den, kaputtges­parten Schul- und Kita-Sys­tems. Deshalb wollen wir auch gegen den staatlichen „Schutz des Lebens“ protestieren und stattdessen für ein gutes Leben für alle kämpfen! Dafür gehört die Entschei­dung über den Kör­p­er der Frau in die Hand der Frau!

Schluss mit der staatlichen und religiösen Ein­mis­chung in den weib­lichen Körper!

Sichere und kosten­freie medi­zinis­che Ver­sorgung – auch bei Schwangerschaftsabbrüchen!

Care-Arbeit aufw­erten! Prekäre Lebensver­hält­nisse beenden!

my body, my choice
Saar­brück­en