Für Selbstbestimmung und Menschenrechte

Für Selb­st­bes­tim­mung und Men­schen­rechte
Sol­i­dar­ität mit allen Flüchtlin­gen inner­halb und außer­halb der Fes­tung Europa

Aufruf des saar­ländis­chen Flüchtlingsrates (SFR):

Unter­stützt den Protest­marsch von Geflüchteten und Migrant_innen von Straßburg
nach Brüs­sel gegen die europäis­che Grenz- und Asylpoli­tik.

MARCH-POSTER-A2-Dates2In den let­zten Jahren haben Proteste und Wider­stände von Geflüchteten zugenom­men. Ihre Hunger­streiks, Protest­märsche oder Camps in den Innen­städten sind ein deut­lich­es Zeichen gegen eine Poli­tik der Diskri­m­inierung und Aus­gren­zung. Auch im Flüchtlingslager Lebach organ­isierten 2010 mehrere Hun­dert Flüchtlinge Kundge­bun­gen und einen Boykott der Lebens­mit­tel­pakete, um auf die Bevor­mundung und schlechte Ver­sorgungssi­t­u­a­tion aufmerk­sam zu machen (AIB Juli 2010). All diesen Kämpfen gemein­sam ist ihre Kri­tik an der Unter­bringung in Flüchtlingslagern, am Arbeitsver­bot, an der Res­i­den­zpflicht oder den per­ma­nen­ten Abschiebun­gen. Es ist offen­sichtlich: Immer mehr Flüchtlinge weigern sich, Objek­te staatlich­er Poli­tik und Betreu­ung zu sein. Es geht um das, was schon am Anfang jed­er Flucht ste­ht: Der Wun­sch und die Frei­heit über den eige­nen Lebensweg zu entschei­den. Was für Men­schen aus den Län­dern des “Nor­dens” eine Selb­stver­ständlichkeit ist, als Geschäfts­mann oder Touristin über­all in der Welt hinzureisen, ist es für viele Men­schen aus dem “Süden” noch lange nicht. Und während das Schen­gener Abkom­men EU-Bürg­er_in­nen Freizügigkeit und Mobil­ität ver­spricht, war dieses eben­so die Grund­lage für den Auf­bau ein­er repres­siv­en europäis­chen Flüchtlingspoli­tik, die vor allem auf den Ele­menten der Abwehr und Abschreck­ung basiert. FRONTEX (oper­a­tive EU-Gren­za­gen­tur), EUROSUR (europäis­ches Gren­züberwachungssys­tem) und EURODAC (Spe­icherung von Fin­ger­ab­drück­en) zie­len darauf, möglichst viele geflüchtete Men­schen abzuwehren. Im Innern der EU-Staat­en find­et diese Poli­tik ihre Fort­set­zung in den Flüchtlingslagern wie dem in Lebach oder den Abschiebege­fäng­nis­sen wie dem in Ingel­heim.
Im Laufe der let­zten Monate haben sich mehrere größ­ten­teils selb­stor­gan­isierte Migrant_in­nen-Grup­pen aus ver­schiede­nen Län­dern Europas getrof­fen, ver­net­zt und beschlossen einen gemein­samen Protest­marsch von Straßburg nach Brüs­sel zu machen. Rund eine Woche vor den Wahlen zum EU-Par­la­ment startet dieser am 20. Mai in Straßburg und wird in der let­zten Mai-Woche durch das Saar­land kom­men. Danach geht es über Lux­em­burg weit­er nach Brüs­sel, wo anlässlich des EU-Gipfels am 26. und 27. Juni eine Aktionswoche gegen die europäis­che Migra­tions- und Asylpoli­tik geplant ist: Für Bewe­gungs­frei­heit und Bleiberecht für alle; gegen die Ver­haf­tun­gen und Abschiebun­gen von Geflüchteten und Migrant_innen; gegen das europäis­che Gren­zregime.

Ter­mine der Route im Saar­land (voraus­sichtlich):
Mon­tag, 26.05. Gren­züber­querung in Saargemünd
Dien­stag, 27.05. Kundge­bung in Saar­brück­en
Mittwoch, 28.05. Völk­lin­gen
Don­ner­stag, 29.05. Saar­louis
Fre­itag, 30.05. Merzig
Sam­stag, 31.05. Perl
Son­ntag, 01.06. Gren­züber­querung in Perl und Kundge­bung in Schen­gen
Der Saar­ländis­che Flüchtlingsrat ruft dazu auf, diesen Protest­marsch aktiv zu unter­stützen. Wir teilen seine Ziele. Die herrschende Migra­tionspoli­tik, deren gravierend­ster Aus­druck die ertrunk­e­nen Flüchtlinge im Mit­telmeer sind, darf keinen Tag länger hin­genom­men wer­den. Jede Verän­derung, jed­er Schritt in Rich­tung Emanzi­pa­tion und Frei­heit muss gegen diese Poli­tik erstrit­ten wer­den; zum Teil auch gegen den gut ali­men­tierten “Migra­tions­diskurs” manch­er NGOs,
die Flüchtlinge und Migrant_innen gerne unter dem Gesicht­spunkt des wirtschaftlichen Nutzens betra­cht­en.
Seid sol­i­darisch mit den Protestieren­den. Wider­set­zt euch auch im All­t­ag ras­sis­tis­chen und diskri­m­inieren­den Zuschrei­bun­gen, wenn im Zusam­men­hang mit Geflüchteten von
“ille­galen Ein­wan­der­ern”, “Sicher­heit­srisiken”, “dem Ansturm der Armen” oder in Bezug zur Fluchthil­fe von “Schleuserkrim­i­nal­ität” die Rede ist. Beteiligt euch an den kollek­tiv­en
Gren­züber­trit­ten in Saargemünd (26. Mai) und Perl (1. Juni) und an der Kundge­bung (27.
Mai) in Saar­brück­en.
Für die Organ­isierung der Über­nach­tungsplätze (Strom, Wass­er, Toi­let­ten und Duschen) in ver­schiede­nen Orten im Saar­land und die Mobil­isierung vor Ort wird drin­gend Geld benötigt.
Deswe­gen bit­ten wir um großzügige Spenden auf das Kon­to des Saar­ländis­chen Flüchtlingsrates unter dem Stich­wort “Protest­marsch”.
(Bankverbindung: Kreiss­parkasse Saar­louis, BLZ 59350110, Kto-Nr. 200630986 bzw. IBAN: DE14 5935 0110 0200 6309 86, BIC: KRSADE55XXX).

Eine steuer­abzugs­fähige Spendenbescheini­gung kann auf Wun­sch aus­gestellt wer­den. Über­schüs­siges Geld wird an die Organ­isatoren des Protest­marsches weit­ergeleit­et.

Saar­ländis­ch­er Flüchtlingsrat e.V.
Kaiser Friedrich Ring 46
66740 Saar­louis
Tel.: 06831 — 4877938
fluechtlingsrat@asyl-saar.de
www.asyl-saar.de

Down­load: Aufruf des saar­ländis­chen Flüchtlingsrates (SFR) zur Unter­stützung des Flüchtlings­marsches [PDF]

Weit­ere Infos find­en Sie hier:
http://freedomnotfrontex.noblogs.org/