Filmvorführung „Komm und Sieh“ – „Idi I Smotri“ – anlässlich des 70. Jahrestages des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion

Filmvor­führung “Komm und Sieh”
“Idi I Smotri” — anlässlich des 70. Jahrestages des deutschen Über­falls auf die Sow­je­tu­nion
Mi., 29. Juni, 20.00 Uhr
Do., 30. Juni, 20.00 Uhr
im Kino 8 1/2
Nauwieser­straße 19, Saar­brück­en

Es gibt gut gemeinte Antikriegs­filme, die cineast­isch in ihr Gegen­teil umschla­gen, den Krieg ide­ol­o­gisieren oder gar ver­harm­losen. Jed­er, der einige der so genan­nten Antikriegs­filme gese­hen hat, weiß um die Prob­lematik des Gen­res, um das Prob­lem der Darstell­barkeit des Krieges. “Idi I Smotri” jedoch nimmt auf­grund sein­er Scho­nungslosigkeit und Tragik eine über­ra­gende Aus­nahmestel­lung in der Filmgeschichte ein, die sowohl kün­st­lerisch als auch in ihrem paz­i­fistis­chen Engage­ment in hohem Maße überzeugt und einzi­gar­tig ist.

Weißrus­s­land, 1943. Der 14jährige Fljo­ra Gajschun schließt sich gegen Protest sein­er Mut­ter den Par­ti­sa­nen an. Für ihn ist der Krieg noch ein Kinder­spiel. Als es aber in den Kampf geht, darf er nicht mit an die Front. Fljo­ra soll stattdessen mit Alten und Kindern ein Reserve­lager ein­richt­en. Der Junge fühlt sich allein­ge­lassen. In den Wäldern trifft er auf das Mäd­chen Glascha, die Geliebte des Par­ti­sa­nen­führers. Fljo­ra ver­sucht sie zu trösten, als die Hölle über bei­de here­in­bricht: Sie sind in einen Angriff der deutschen Wehrma­cht ger­at­en! Nur knapp kön­nen die bei­den dem Tod entrin­nen, aber die Schreck­en haben kein Ende: Fljo­ra wird Zeuge der entset­zlichen Mas­sak­er, die Nazi-Scher­gen unter der rus­sis­chen Zivil­bevölkerung anricht­en.

So muss er ein­er faschis­tis­chen “Vergel­tungsak­tion” bei­wohnen, bei der unschuldige Men­schen, über­wiegend Frauen, Kinder und Greise in ein­er Holzkirche lebendig ver­bran­nt wer­den! Diese trau­ma­tis­chen Erleb­nisse lassen den Jun­gen inner­halb kürzester Zeit um Jahre altern. Er erlebt die jäm­mer­liche Tode­sangst der von den Par­ti­sa­nen gefassten Mörder und ste­ht schließlich vor ein­er Pfütze, in der ein Hitler-Por­trait mit der Auf­schrift “Hitler — der Befreier” liegt. Die Sta­tio­nen, die wir mit ihm inner­halb ein­er kurzen Zeitspanne erleben, sind Sta­tio­nen der Zer­störung. Der Ter­ror ist immer plöt­zlich da und dann andauernd: Fast schmerzhaft über­fall­en die Bilder des Schreck­ens auch den Zuschauer.

Dauer: 146 min. Der Film wird in rus­sis­ch­er Sprache mit deutschen Unter­titeln gezeigt.
Am 29.6. wird es vor der Filmvor­führung einen Ein­führungsvor­trag von Erich Später (Hein­rich Böll Stiftung Saar) geben.